3 Minister4 sind an den Schulproblemen bereits gescheitert:
Dank der fairen u. konsequenten "Demokra-
tie" überlebt Kultusminister Stoch Kollegen
"Geheimdiplomatie" im Rathaus hatte Erfolg: Die Aalener "Bohlschule" bekommt eine letzte Galgenfrist von 1 Schuljahr

Von AIZ-Chefredakteur Dieter Geissbauer

Aalen. Die einen nannten es hinter vorgehal-tener Hand "Geheimdiplomatie" und die anderen der letzte Kampf, den die Bohlschüler selbst ausgetragen und fast gewonnen haben: Sie marschierten dieser Tage unangemeldet ins Aalener Rathaus zum "Chef" OB Rentschler und wurden vorgelassen. Die Bohlschulen-Delegation kämpfte bei OB Rentschler verbissen im Gespr-äch um ihre Schule. Der OB hätte eigentlich sagen können ihr seid nicht angemeldet und ich habe keine Zeit. Stattdessen war das Ende vom Gespräch dass der OB den Bohlschülern sagte "ich werde sehen was ich für Euch machen kann". Was dann passierte war ein echtes Demokratie-Wunder:

Bohlschule bekommt Jahr Galgenfrist.  AIZ-Fotos: Dieter Geissbauer
Natürlich musste der OB den bereits sechs Jahren im Amt erfolg-reichen Schulbürgermeister Fehrenbacher um eine Lösung für die Bohlschule zumindest für ein Jahr gebeten haben und Fehrenbacher hat offensichtlich im Hinterkopf den Wunsch der Bohlschüler gehabt nicht schon die Bohlschule zu den nächsten Sommerferien zu schließen und machte sich entweder telefonisch aber sicher auch persönlich ins Kultusministerium auf den Weg und bekam von Kultusminister Stoch die Zusage dass die Bohlschule noch ein Jahr  
Galgenfrist bekommt bis die Schließung vielleicht doch noch vollzogen werden muss weil zu wenige Schüler da sind.

Minister Stoch (links) und OB Rentschler beim Gipfel am Freitag.    
Seitdem sind der Kultusminister Stoch und Fehrenbacher per "Du" und selbst der Kultusminister korrigierte Fehrenbacher mit "Du hast aber heute morgen zu mir gesagt..." und Fehrenbacher nickte: Es wurde auf Fehrenbacher-Wunsch beim dritten Schulgipfel kein einziges brenzliges Thema ausgelassen und immer wieder in fast jedem dritten Satz betonte der Minister wie er im Gegensatz zu seinen drei gescheiterten Vorgängern überleben will: "Demokratie und dass nur das tun was unseren Schüler n zugute kommt" machte der Minister zu seinem Leitthema in der Sicherheit, dass seine Vorgänger eben von oben herab Schulen schließen wollten und Diskussionen aus dem Weg gingen und deshalb gescheitert sind.

Grund zur Freude? Der komm. Schulleiter der Bohlschule Nuding.   
Mit einer solchen Taktik hat der Minister auch die AIZ und sicherlich alle anwesenden Aalener Schulleiter/innen mit Argumenten über-zeugt, dass die Schulreform nicht nur die Haupt, Grund, Wekre-alschulen betrifft, sondern auch die Gymnasien in Aalen. Er fügte zurecht hinzu: auch die Berufsschulen müssen in die neue Planung mit einbezogen werden - aber nicht mir Gewalt sondern in fairen Diskussionen um das hohe Schulniveau auch in Aalen trotz 30 % weniger Schüler halten zu können. Da schluckten zwar der anwesenden Schulleiter der Gymnasien-Rektor aus Wasseralfingen und auch Studiendirektorin Frau Pantlen von der Justus-von-Liebig-Schule, aber seit heute kann auch der Minister sich auf zum Beispiel diese beiden Vorbilder verlassen dass sie fair mitdis-kutieren in echter "Demokratie" und Argumente austauschen.

Wer erwartet hatte dass es beim 3. Schulgipfel in der Aalener Stadthalle einen Aufstand geben wird - wie ich - mußte sich in echte "Demokratie" und offenen Diskussion eines Besseren belehren lassen: Nicht einmal ein Demonstrant zum Beispiel von der von Schließung bedrohten Bohlschule war anwesend, obwohl wie in einer echten Demokratie alle zum Gipfel zugelassen und eingeladen waren. Stattdessen die gesamte Riege der Stadtverwaltung die etwas mit den Themen Schulen zu tun hatte. Respekt.

Woher das kommt? Ganz einfach: OB Rentschler hatte es in der Einführung bereits deutlich gemacht: Schließung oder Reduzierung einer Aalener Schule ist ein schwerer Einschnitt und trifft alle die davin betroffen sind. Wenn man aber wie Minister Stoch nicht wie Regierungspräsident Schmalzl die Menschen vor vollendete Tatsachen stellt sondern wie Stoch alles offen lässt lohnen sich Diskussionen wie im Fall Bohlschule, obwohl anderen endgültigen Schließung wenigstens in zwei Jahren kein Weg mehr vorbei führen wird.

Mich hat sehr tief beeindruckt den Kampf von Minister Stoch um sein Amt: Es geht nicht um ihn sondern um alle unsere Aalener Schulkinder und deren sichere Zukunft. Das Ergebnis ist auch nach dem 3. Schulgipfel an vielen stellen (99%) immer wegen der "Demokratie und offenen Diskussion und Schlagabtausch" heute immer noch offen. Stoch schließt nichts ,ehr aus und geht auf die Menschen und auf die betroffenen Kommunen zu und verschanzt sich nicht wie sein gescheiterter Amtsvorgänger in seinem Amts-zimmer.

Seine Vorgänger hätten von  Stoch lernen können wie man im geg-enseitigen Einvernehmen zwar schmerzliche Schnitte in der Schul-Polititik vornehmen kann aber andererseits das Volk ein Mit-spracherecht einräumt. Beispiel: Minister Stoch beantwortete tats-ächlich den AIZ-Protestbrief zum Thema Bohlschule-Schließung nicht als Schulmeister der alten Art sondern als ein SPD-Minister der weiß dass die Demokratie und Diskussion in  den Schulen weiter geführt werden muss und er so auch sein Amt retten wird.

Da bin ich mir sicher. Es wäre nur schön wenn wie im Landtag (CDU-MdL Mack war nicht anwesend) auch solche noblen Vorbilder hätten und Ministerpräsident Kretschmann öffentlich dieses Einfühl-ungsvermögen von Stoch auch belohnen und loben würde. Denn eines ist sicher: So wie Stoch in Aalen mit Gefühl und Sachverstand aufgetreten ist hat er auch die letzten Zweifler überzeugt und auch wenn er noch nicht daran denkt - er könnte eines Tages das Kretschmann-Amt übernehmen und so den Schock des Regierun-gswechsels vollkommen ausräumen und einen Neuanfang machen. Über den "Schulgipfel" von heute berichten wir heute noch sehr ausführlich.