1.200 Kinder und Jugendliche kommen ohne Begleitung an:
Was Landeskirche für alle Flüchtlinge auch
im Ostalbkreis  tut: Gegen Menschenfeinde
In nahezu allen Kirchenbezirken engagieren sich Pfarrer/in-
nen  mit dem Ehrenamt und mit der lokalen Diakonie in Aalen

Von Oliver Hoesch (Sprecher der Evang.  Landeskirche)


Kirchenarbeit in Württemberg:                                 
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Was tut denn die Landeskirche für Flüchtlinge ?" - so fragten mich häufig Journalisten so auch am Donnerstag wegen Krankheit ohne den Landesbischof auch in Aalen im ökumenischen "Haus der Kastiane" . Die Antwort fällt leicht: Sehr viel - und das schon lange!" Denn bereits bevor die Zahl der Flüchtlinge so stark angestiegen ist, hat die Landeskirche zusammen mit ihrer Diakonie nicht zuletzt durch Beratung, Begleitung und Behandl-ung traumatisierter Flüchtlinge geh-olfen. Inzwischen sind mehr als 2.000 Flüchtlinge in kirchlichen und diakonischen Immobilien im Bereich unserer Landeskirche untergebracht. Mehr als 1.200 Kinder und Jugendliche (sogenannte unbegleitete minderjährige ausländische Kinder und Jugendliche", UMA) werden durch unsere Einrichtungen betreut - an über 50 Standorten in 26 Stadt- und Landkreisen. Wir wissen von rund 320 Kreisen Ehrenamtlicher, die Flüchtlingen helfen.

Die Pioniere der LEA Ellwangen: Polizeichef Schindler und der Leiter Berthold Weiß (rechts).                      AIZ-Fotos: Dieter Geissbauer


In nahezu allen Kirchenbezirken engagieren sich Pfarrerinnen und Pfarrer, und das häufig zusammen mit dem Ehrenamt und in enger Abstimmung mit der Diakonie. Die Vielzahl und Vielfalt der Angebote kann sich sehen lassen: Sprachkursangebote, Paten-schaften, Fahrradsammelaktionen, Projekte und Initiativen gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit Sprach-Waldheimaufent-halte, Sozialführerschein für Ehrenamtliche, die Flüchtlinge besu-chen und begleiten möchten. Darüber hinaus hat das Evangelische Jugendwerk Württemberg eine Sommerfreizeit für junge Flüchtlinge durchgeführt, der von einem Pfarrer initiierte FC Doppelpass ist eine Fußballmannschaft, in der Flüchtlinge mitspielen.

In Ergänzung zu den Asylpfarrämtern in Stuttgart und Reutlingen gibt es in den Prälaturen Heilbronn und Ulm zwei Flüchtlings-diakonate, die Kirchengemeinden und Ehrenamtliche beim Aufbau einer Willkommenskultur vor Ort unterstützen. 18 regionale Koordi-nationsstellen für die Flüchtlingsarbeit sind bei den Bezirks- und Kreisdiakoniestellen eingerichtet, Ziel ist, sie in allen Kirchenbe-zirken einzurichten. Auch sie unterstützen Kirchengemeinden und die ehrenamtliche Helfer beim Helfen. Zwei mobile Beratungsdienste beraten Flüchtlinge, Ehrenamtliche und Kirchengemeinden bei psychosozialen Fragestellungen und ressourcenorientierten Ange-boten für Flüchtlinge.

Insgesamt bestehen in Kirche und Diakonie rund 70 Stellendeputate für Hauptamtliche in der Flüchtlingsarbeit. Zusätzlich gibt es ein Netzwerk von ehrenamtlichen Kirchenbezirksbeauftragten für Asyl und Migration". Ein Fonds für Kleinprojekte in Kirchengemeinden fördert Angebote für Flüchtlinge wie Deutschkurse oder Freizeiten unbürokratisch und schnell mit bis zu 2.000 Euro.

Die württembergische Diakonie ist auch in der Verfahrens- und Sozialberatung in den Landeserstaufnahmeeinrichtungen (LEA) Ellwangen, Meßstetten, Sigmaringen und Wertheim tätig und bereit, in weiteren LEAs tätig zu werden. Ebenso sind diakonische Träger in der Flüchtlingssozialarbeit im Rahmen der Vorläufigen Unterbringung" in den Landkreisen engagiert.

Die Synode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg hat bei ihrer Herbsttagung 2015 für die Jahre 2016/2017 zusätzlich 13,2 Millionen Euro beschlossen. Bereits für 2014 hatte sie zusätzlich 1,4 Millionen Euro für die Flüchtlingsarbeit zur Verfügung gestellt und dann für 2015 um weitere 2,15 Millionen Euro aufgestockt -jeweils zur Hälfte für die Arbeit in Württemberg und in den Herkunftsregionen.

Ein wesentliches Ziel ist es, dazu beizutragen, Fluchtursachen in den Herkunftsländern zu
mindern. Hierzulande werden die Mittel nachhaltig zur Unterstützung der ständig wachsenden Zahl ehrenamtlicher Helfer und Initiativen eingesetzt. Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July nennt die kirchliche Aufgabenstellung eine nachhaltige, die langen Atem erfordert."

Auch politisch setzen sich Landeskirche und Diakonie für Flüchtlinge ein, etwa bei den von Ministerpräsident Winfried Kretschmann einberufenen Flüchtlingsgipfeln". Das kann nur ein Ausschnitt sein. Weitere Informationen und Kontakte finden Sie auf der landeskirchlichen Website unter Flüchtlingshilfe" http://www.elk-wue.de/helfen/fluechtlingeund-migranten/).


Oliver Hoesch
Sprecher der Landeskirche

Evangelisches Medienhaus
Augustenstraße 124
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Tel. (07 11) 222 76 - 81
Mail:
Oliver.Hoesch@elk-wue.de
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Kostenloses Info-Telefon 08 00) 8 138 138
PS: Wenn Sie uns etwas über Ihre Hilfe für Flüchtlinge, besondere Projekte oder Erfahrungen mitteilen möchten, das wir auch für Veröffentlichungen nutzen können, tun Sie dies bitte gerne unter Telefon-Nummer 0711 22276-58,