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Exklusiv nur in der AIZ
ein "Entwurf" und Konzeption für alle:
"Aalen hat sehr viel
Geld in heilpädagogisch-
en Fachdienst für Aalener Kinder investiert"
OB Martin Gerlach zum Abschied: "Bildung u. Betreuung uns-
erer jüngsten Bürger nimmt in Aalen hohen Stellenwert ein"

BM
Fehrenbacher (rechts) hat im "Hokuspokus" keinen Zweifel dar-an gelassen
dass auch er stolz ist über den Entwurf von der Fachberaterin
für Kinderbetreuungseinrichtungen Annegret von Soosten (links) aber auch
über die kontaktfreudige Arbeit der neuen Mitarbeiterin Dorothea Holl
(mitte). AIZ-Fotos: Dieter Geissbauer
Aalen-Wasseralfingen. Bereits 1999 hat der Gemeinderat der Stadt Aalen den vorausschauenden
Beschluss gefasst, einen heil-pädagogischen Fachdienst für die Aalener
Kindergärten einzurichten. Aufgabe ist es, Kinder mit besonderem Förderbedarf
zu integrieren. Eltern und Erzieherinnen werden mit heilpädagogischer
Diagnostik und Entwicklungsförderung unterstützt.
Bürgermeister Wolf-Dietrich Fehrenbacher stellte am Mittwoch 21. August 2013 die neue Mitarbeiterin
Dorothea Holl vor, die das Team seit 1. Juli unterstützt.

Die Fachberaterin für Kinderbetreuungseinrichtungen, Annegret von Soosten
stand ebenfalls als Gesprächspartnerin zur Verfügung und hat bei dieser
Gelegenheit den "Entwurf und die Konzeption des Sozialpädagogischen
Fach-Dienstes für die etwa zehn städtischen Kindertagseinrichtungen
vorgestellt, den wir für alle AIZ-Leser exklusiv veröffentlichen, weil die
Konzeption alle Aalener betrifft und auch von allen Aalener Eltern genutzt
werden sollte, die selbst oder iohre Kinder Probleme haben.


Auf den acht Seiten des Entwurfes findet jeder Hilfe in allen Lebens-lagen
und Problemen und die "Konzeption" dokumentiert, dass man in Aalen als
Vorbild die Sorgen und Nöte der Eltern und Kinder sehr ernst nimmt. Dies
drückte in der Pressekonferenz mit einem heimlichen eigenen Schulterklopfen
der zuständige Fach-Bürger-meister Wolf-Dietrich Fehrenbacher so aus: "Aalen
hat sehr viel Geld in heilpädagogischen Fachdienst die Aalener Kinder
investiert". OB Gerlach schreibt im Vorwort:

Konzeption des Heilpädagogischen Fachdienstes der Stadt Aalen: Bildung und
Betreuung unserer jüngsten Bürger nimmt bei der Stadt Aalen einen hohen
Stellenwert ein, wie an dem gut ausgebauten und vielfältigen Angebot an
Kindertageseinrichtungen von der Krippe bis zum Hort zu sehen ist.

Dabei ist es uns ein besonderes Anliegen, für alle Kinder die best-möglichen
Entwicklungsbedingungen zu schaffen. Dies gilt natürlich auch für Kinder,
bei denen besondere Bedingungen und Herausford-erungen des Aufwachsens
Beachtung finden müssen.

Aber nicht erst seit der Ankerkennung der UN Behindertenrechts-konvention
von 2006, sondern schon 1999 hat der Gemeinderat der Stadt eine wichtige
Entscheidung für die Unterstützung von Kindern mit besonderem Förderbedarf
in Regeleinrichtungen getroffen:
Die Installierung eines Heilpädagogischen Fachdienstes.

Ungewohnt aber
nicht unangenehm: Polster als Sitzgelegenheit.
Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Studieren" der Konzeption. Sie wird Sie
bestimmt in der Gewissheit bestärken, dass Ihr Kind bei uns in besten Händen
ist. OB Martin Gerlach"

"Bewunderung
wie für einen Gott": BM Fehrenbacher beim Vortrag.
Höchst interessant für alle AIZ-Leser ist dann die Beschreibung im
"Entwurf": Was ist Heilpädagogik? Die Heilpädagogik wendet sich an
Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die in besonderen Lebens-situationen
eine besondere Erziehung/Unterstützung benötigen. Sie kann als
"spezialisierte Pädagogik" verstanden werden und arbeitet "Nicht
gegen den Fehler, sondern für das Fehlende."

Heilpädagogisches Handeln ist ressourcenorientiert und zielt auf die
gleichberechtigte Teilhabe eines jeden Menschen am gesellsch-aftlichen Leben
ab. Heilpädagogen sind ausgebildet, Menschen mit besonderen Bedürfnissen
Begleitung, Förderung und Integration an-zubieten.

Hell und kindgerecht bunt: Blick in
den Hokuspokus-Kindergarten.
Was ist der Heilpädagogische Fachdienst? Der Heilpädagogi-sche
Fachdienst der Stadt Aalen ist zuständig für die Kinder der fünf städtischen
Kindertageseinrichtungen, deren Eltern und die dort tätigen pädagogischen
Mitarbeiter/innen. Die Heilpädagogen/innen sind Teil der Teams und
regelmäßig im Alltag in den Einrichtungen anwesend.

Sie können bei Entwicklungsschwierigkeiten und Erziehungsfragen gezielt von
Eltern und Erziehrinnen hinzugezogen werden. Sie unterstützen Kinder, die
auf Grund ihres Verhaltens oder ihrer Entwicklung einen besonderen
Förderbedarf haben. Gemeinsam mit den Eltern und Erzieher/innen wird
überlegt, welche weiteren Hilfen sinnvoll sind und welche Schritte
veranlasst werden sollen, um für das Kind gute Entwicklungsbedingungen zu
schaffen.

Unser Bild vom Kind: Das Kind ist von Anfang an darauf angelegt, sich
selbst zu verwirklichen, gleichsam zu werden, was es ist. Dem Erwachsenen
ist aufgegeben, die entsprechenden Bedingungen zu schaffen." (Zitat nach
Maria Montessori) Die Entwicklung eines Kindes ist geprägt von seiner
individuellen Lebensgeschichte, unterschiedlichen Vorerfahrungen und seiner
genetischen Anlage. Es besitzt eine Vielfalt einzigartiger Besonderheiten
wie sein Temperarnent/Charaktermerkmale, seine Stärken und Schwächen, seine
Eigenaktivitäten, sein individuelles Entwicklungstempo, sowie die
Bedingungen seines Aufwachsens.

Die Entwicklung des Kindes wird von verschiedenen Faktoren be-einflusst.
Entscheidend ist das Umfeld in dem das Kind aufwächst. Eltern, Geschwister,
Erzieher/innen und andere wichtige Bezugs- personen sind Vorbilder und
Modelle, bei denen das Kind Strategien und Beziehungsverhalten beobachtet
und übernimmt. Die heilpä-dagogische Entwicklungsbegleitung berücksichtigt
stets das soziale Umfeld des Kindes und bezieht es in ihre Planung und
Förderung mit ein.

Der Heilpädagogische Fachdienst will keine Schablonen" anlegen, an die das
Kind angepasst wird, sondern vertraut darauf, dass Kinder Akteure ihrer
eigenen Entwicklung" sind. Dem Kind wird dialogisch entgegen getreten mit
dem Bemühen, gemeinsam Entwicklungen in allen Bereichen zu eröffnen. Die
Heilpädagogik ist nicht nur eine Frage der Wissenschaftlichkeit, sondern
auch eine Frage der inneren Haltung".
-
inkludierend/ integrierend
durch Ermöglichung gesellschaftli-cher Teilhabe
-
akzeptierend durch die
Achtung der Personalität jedes Kindes
-
multisensorisch durch das
Miteinander der vielfältigen Voraussetzungen des Kindes
Die Kinder: Die Heilpädagogen/innen sind in das Kindergarten-Tea-m
integriert und verbringen jeweils einen Vormittag in der Woche in den
Einrichtungen. Somit sind sie den Kindern bekannte und vertraute Personen.
Die individuelle Begleitung findet sowohl im Rahmen der Freispielbegleitung
als auch in der Kleingruppe statt. Hierdurch kann die Förderung und
Begleitung im gewohnten Umfeld der Kinder stattfinden.

Die Kinder haben die Möglichkeit im Alltag eine stabile Beziehung und
Vertrauen zu den Heilpädagogen/innen aufzubauen. Die Eltern Eltern können
sich bei Fragen zur Entwicklung und Erziehung ihres Kindes vertrauensvoll an
die Erzieher/innen und Heilpädagoge/innen wenden.
Je nach Bedarf können folgende Unterstützungen angeboten werden:
-
Elternberatung in Erziehungs-
und Entwicklungsfragen
-
Abklärung des
Entwicklungsstandes (Diagnostik, ...)
-
Gemeinsame Suche nach
geeigneten Fördermöglichkeiten
-
Beratung bei der
Lernortklärung, zum Beispiel durch die Teilnahme des Kindes am
Einschulungsverfahren
-
Neben der Förderung der
Kinder im Alltag vermittelt der Heilpädagogische Fachdienst auch
verschiedene Angebote in Aalen und Umgebung (Intensive Sprachfördemng,
Psychomo-torik, Schulvorbereitung, ...) für Eltern und Kinder.
Benötigt ein Kind
Eingliederungshilfe (Begleitung durch eine Integrationskraft), unterstützt
der Fachdienst die Eltern und die Kindertageseinrichtung bei der Beantragung
und weiteren Förderplanung.

Schnappschüsse auch in den Ferien im
Hokuspokus-Kindergarten.
Die Erzieher/Innen: Da der Heilpädagogische Fachdienst Best-andteil
der Teams ist, können sich die Erzieherinnen bei Fragen direkt an die
Heilpädagogen/innen wenden. Beobachtungen, Berat-ungen oder
Fallbesprechungen gemeinsam mit den heilpädago-gischen Fachkräften führen zu
Perspektiveränderungen.

Heilpädagogische Diagnostik: Wie bei der Entdeckung der
Bild-ungsthemen der Kinder, kann ein gezieltes Förderangebot nur auf der
Grundlage einer Diagnostik erfolgen. Im Vordergrund der heilpädagogischen
Entwicklungsdiagnostik steht die Beobachtung und Erkundung des
Lebensumfeldes des Kindes um seine Ressou-rcen zu entdecken.
Anamnese (Erfragen von
Lebens-/Entwicklungs-Abschnitten)::
-
Anämnesegespräch mit den
Bezugspersonen (Schwanger-schaft, Geburt, Verlauf der Kleinkindphase, ...)
-
Einholen von Informationen
über vorangegangene Diagnostik
-
Rücksprache mit evtl.
beteiligten therapeutischen Institutio-nen
2. Diagnostik
-
Verhaltens- und
Spielbeobachtung
-
Interaktionsbeobachtung
-
Entwicklungsdiagnostik mit
spezifischen Testverfahren (zum Beispiel: Wiener Entwicklungstest, SON,
KABC, versch-iedene standardisierte Beobachtungsverfahren,...)
-
Die verschiedenen
diagnostischen Verfahren werden eingesetzt um weitergehende Informationen
über den aktuellen Entwicklungsstand zu erhalten.
Zusammenfassung der Ergebnisse und gegebenenfalls die Erstellung eines
Förder- und Handlungsplans.
-
Auswertung und
Perspektivenentwicklung mit den Bezugs-personen und Erzieher/innen und
evtl. Rückmeldung an die beteiligten Institutionen.
Eine diagnostische Abklärung
kann nur mit schriftlicher Einverständ-niserklärung der Eltern stattfinden.

Kooperation und Vernetzung: Die Zusammenarbeit zwischen den
einzelnen Institutionen bilden ein ergänzendes System und bietet ein
umfassendes Angebot für Kind und Familie als Hilfestellung und Orientierung
an. Dabei wird die Familie in ihrer Ganzheit mit ihren individuellen Umfeld
gesehen. Je besser die Zusammenarbeit koordiniert ist, umso besser können
die Ansätze zielgerichtet umgesetzt werden, um eine optimale
Ressourcennutzung anzustre-ben. Eine Kooperation mit den externen
Institutionen erfolgt nur mit einer Einverständniserklärung der Eltern.

BM Fehrenbacher begrüßte die
Hokuspokus-Leiterin (mitte) dankbar
Eine enge Kooperation besteht mit den Beratungsstellen für Früh- förderung
und Erziehungshilfe in Aalen und Wasseralfingen. Jährlich werden Angebote
wie z.B. die Schulvorbereitungsgruppe, das Kieler Einschulungsverfahren,
Psychomotorik durchgeführt.

Die Schulvorbereitungs-Gruppe hat das Ziel, das Vorschulkind mit
seinem individuellen Entwicklungsstand gezielt auf die Schule vorzubereiten.
Die pädagogischen Schwerpunkte liegen u.a. auf der Förderung der
Feinmotorik, Auge-Hand-Koordination, Konzentration, Körperwahrnehmung,
Kontaktaufnahme sowie emotionale Stabilität und Selbstvertrauen. Die
Schulvorbereitungsgruppe findet wöchent-lich über das ganze
Kindergartenjahr, in einer Kleingruppe von sechs bis acht Kindern statt.
Somit besteht für die Sonderpädagogin die Möglichkeit, in einem geschützten
Rahmen, auf das einzelne Kind einzugehen und schrittweise verschiedene
Anforderungen zu erarbei-ten.

Das Kieler Einschulungs-Verfahren ist eine Art Unterrichts-spiel",
bei dem die Kinder Vorfreude auf die Schule entwickeln und gleichzeitig
verschiedene Bereiche beobachtet werden können. In einer spielerischen
Schulstunde, werden neben der kognitiven, sozialen, motivationale und
emotionale Entwicklungsstand des Kindes erfasst. Folgende Bereiche werden in
dem Schulspiel u.a. beobachtet: Wahrnehmung, Mengen, Denkfähigkeit,
Formwieder-gabe, Sprache, Gliederungsfähigkeit, Arbeitsverhalten, Grob- und
Feinmotorik, Leistungsmotivation, Sozialverhalten und Emotionalität. Das
Kieler Einschulungsverfahren bietet den Eltern eine Entscheidungshilfe bei
den verschiedenen Fragen zur Schulwahl, zum richtigen Zeitpunkt der
Einschulung und Fördermöglichkeiten.
Psychomotorik: Die Psychomotorik ist ein bewegungs- und
spielori-entierter Ansatz, welcher die ganzheitliche Förderung der
kindlichen Persönlichkeit umfasst. Das Zusammenspiel von Bewegung,
Wahr-nehmung, Denken und Erleben wirkt sich auf den Entwicklungs-prozess des
Kindes aus. Der Schwerpunkt liegt nicht nur auf der Weiterentwicklung der
Motorik, sonder auf der Stärkung von sozialen und emotionalen Kompetenzen.
Das psychomotorische Angebot findet in einer konstanten Kleingruppe statt.
Erziehungs- und Familienberatungsstelle. Landratsamt Ostalb:
Das Team, bestehend aus Psychologen. Sozial- und Heilpädagogen stehen in
verschiedenen Formen der Beratung, bei Fragen wie z.B. zur Erziehung,
Beziehungskonflikte, Aufmerksamkeit und Konzent-rationsstörungen,
Psychosomatischen Themen, zur Verfügung. Es besteht zusätzlich die
Möglichkeit die Kolleginnen der Beratungs-stelle in die Einrichtungen für
Informations- und Beratungsgespräche, Elternabend, etc. einzuladen.
Präventivklasse Hofen. Greut/Hofackerschule: Die Präventivklasse
bereitet die Kinder gezielt auf den späteren Schulbesuch vor, bei de-nen
sich im Kindergarten ein erhöhter Förderbedarf in verschiedenen
Teilbereichen zeigt und eine Einschulung zum geplanten Zeitpunkt fraglich
ist. In einer Kleingruppe werden vormittags verschiedene Bereiche wie
Kognition, Motorik, mathematische und sprachlichen Kompetenzen sowie die
musikalischen und motorischen Fähigkeiten gefördert. Am Nachmittag besuchen
die Kinder ihren seitherigen Kindergarten oder fahren nach Hause.
Eingliederungshilfe über das Landratsamt: Die Eingliederungshilfe
unterstützt Kinder mit einem erhöhten Förderbedarf in den
unters-chiedlichsten Bereichen. Das Ziel dieser Hilfe liegt darin, die
Kinder mit ihrem Entwicklungspotenzial im Gruppenalltag zu begleiten,
Partizipation zu ermöglichen und in ihrer Teilhabe zu unterstützen. Zur
Bewilligung stellen die Eltern einen Antrag auf Einglieder-ungshilfe im
Landratsamt
Dokumentation, Datenschutz und Schweigepflicht: Alle
pers-onenbezogenen Daten und Informationen unterliegen dem Datensch-utz und
werden nur mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten weitergegeben.
Einzelfall bezogene Dokumentation wird von jedem Mitarbeiter selbst
durchgeführt und dient ausschließlich dem internen Gebrauch. Nach Abschluss
einer Maßnahme werden die Unterlagen vernichtet. Eine diagnostische
Abklärung kann nur mit schriftlicher Einverständniserklärung der Eltern
stattfinden.
Bravo kann man da nur sagen: Endlich eine "Konzeption" als Entwurf, aber
alle Eltern verstehen nun welche Ziele sich der Hei-pädagogische Fachdienst
gesetzt hat und weil alles nicht "fach-chinesisch" sondern so erklärt wird
dass Eltern dies auch verstehen haben wie den Entwurf vollständig
abgedruckt, denn damit bietet Aalen Aalen neue und vorbildliche Hilfen an.
Den Nutzen haben Ekltern und vor allem Aalener Kinder.
Weitere Informationen beim Heilpädagogischen Fachdienst, (Büro im
Kindergarten im Greut), Bischof Fischer Straße 135, 73430 Aalen Tel.:
07361/680449 Fax.: 07361/680444 und die Email-Adresse lautet:
hp-fachdienst@aalen.de
Dieter Geissbauer
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