Deutsche Waffenhändler/Firmen werden immer reicher...
"Weltweit finden über dreißig Kriege statt:
250.000 als Kindersoldaten zwangsrekrutiert"
Antikriegstag 2012: "In der Summe sind wir viele: Das macht
Mut! Wir zeigen, dass Frieden nicht Sonntags-Rhetorik ist,"

Vom DGB-Kreisvorsitzenden Josef Mischko

Aalen. Der DGB-Kreisvorsitzende Josef Mischko war am Samstag dem 1. September 2012 anlässlich des Antikriegstages und der Mahnwache in der Aalener City am Ende des "Wochenmarktes" der Hauptredner und hat für seine Worte volle Zustimmung von über 100 Zuhörern und Mit-Demonstrantinnen bekommen.

Josef Mischko sprach Wünsche und Mahnungen als Hauptredner aus die jeder unterschrieben hätte.       AIZ-Fotos: Dieter Geissbauer
Deshalb drucken wir Mischkos außergewöhnliche Rede wörtlich und ungekürzt ab: Frieden und Solidarität der Völker stärken- die Weltwirtschaft neu ordnen heißt das Motto des Deutschen Gewerk-schaftsbundes zum Antikriegstag heute am 1. Septem-ber2012. Liebe Freundinnen und Freunde des Friedens, nahezu jedes Jahr sind wir ein kleines Häufchen von Friedensaktivsten.

Aber gerade wir sind es, die das Rückgrat der Friedensbewegung darstellen. Aber wir sind nicht die einzigen die sich um, des Fried-enswillen versammeln. Unter uns heute sind auch Friedensaktivisten aus dem Friedenscamp der Mutlanger Pressehütte. Und in Ellwangen treffen sich traditionell unsere Friedensfreunde zur Mahnwache am Fuchseck. In ganz Deutschland finden Veranstal-tungen, meist durch den DGB und Kirchen organisiert, statt. In der Summe sind wir viele. Und das macht Mut! Und das ist gut so! Wir zeigen auch, dass der Frieden nicht nur Sonntags-Rhetorik ist, sondern aktiv gelebt wird.

Schwäpo-Fotograf fotografiert AIZ bei der Mischko-Rede "Frieden".   
Heute setzen wir mit unserer Aktion wieder ein Zeichen des Friedens! Wir machen sichtbar, dass der Wille der Menschen nach einem Weltfrieden, nach einem friedlichen Zusammenleben unge-brochen stark ist! Ich erinnere:

Schnappschuss: Selbst Dekane Drescher und Angstenberger dabei.
Der Antikriegstag, auch Weltfriedenstag genannt> wurde erstmals am 1. September 1957 begangen. Er sollte an den 1.September 1939 erinnern, als die Wehrmacht Polen angriff - und den Zweiten Weltkrieg vom Zaun brach. Unter dem Motto Nie wieder Krieg", rief insbesondere der DGB zu Kundgebungen auf. Auch 55 Jahre später ist dieser zentrale Gedenktag immer noch enorm wichtig. Auch wenn der 2.Weltkrieg längst Geschichte ist: die Schrecken anderer Kriege sind immer noch präsent.

Ich nenne nur einige Fakten. Alle Aufzuzählen würde den Rahmen sprengen.

  • Weltweit finden derzeit mehr als 30 Kriege statt

  • Der Anteil ziviler Opfer liegt heute bei etwa 90 %! Zum Vergleich Anfang des 20. Jahrhunderts waren rund 95 % der Kriegsopfer Soldaten. Also keine Zivilisten.

  • Die weltweiten Rüstungsausgaben steigen ins unermessliche. Im 1. Halbjahr 2012 betrugen die Rüstungsexporte der USA mehr als 90 Mrd. US Dollar: Davon alleine 29,4 Mrd. für 84 Kampfjets nach Saudi-Arabien. Die heftig umstrittene Lieferung der deutschen Firma Krauss-Maffei Wegmann von 800 Leopard-Panzern soll bis zu 10 Mrd. Euro in die Kassen dieser besagten Firma spülen.

  • Waffen aus Deutschland werden immer wieder gegen Demokraten eingesetzt. So ist geschehen im Arabischen Frühling". Da haben die Diktatoren von Saudi Arabien und Libyens Gewehre von Heckler & Koch, sowie Panzer von Krauss Maffei Wegmann im Einsatz.

  • Immer noch verdienen deutsche Firmen sich dumm und dämlich an den Geschäften mit Landminen und Streumunition, die insbesondere spielende Kinder gefährden und verstümmeln.

  • Weltweit sind circa 250.000 Mädchen und Jungen als Kindersoldaten zwangsre-krutiert.

  • Auch in Deutschland sind Kinder für die Bundeswehr attraktiv. Bundeswehroffiziere werden im normalen Unterricht eingesetzt.

  • In Waffenausstellungen umgarnen dieser Bundeswehroffiziere unsere Kinder. Im Jahr 2011 hat die Bundeswehr so mehr als 340.000 Kinder und Jugendliche angespro-chen. Das ist ein Skandal- Wir wundern uns, dass so wenige Jugendliche zu Friedensveranstaltungen kommen, wenn ihnen in der Schule die Bundeswehr schmackhaft gemacht wird! Ich fordere keinen Kriegsunterricht an deutschen Schulen! Ich fordere Unterricht für den Frieden!


Unser Ziel:
Nie wieder Krieg! Abrüstung und Völkerverstän-digung, ist aktueller denn je! Heute im Jahr 2012 sind wir, trotz dieser Erkenntnis, nie wieder Krieg. Vom stabilen Frieden auf dieser Welt, sind wir weit entfernt. Mit großer Sorge beobachten der DGB, wenn politische Konflikte zwischen Staaten, aber auch zwischen widerstreitenden gesellschaftlichen Gruppen innerhalb eines Land-es, mit Waffengewalt, statt mit Diplomatie ausgetragen werden sollen. Und die deutsche Bundesregierung ist wieder ganz vorne mit dabei. Im Mai 2011 ist für die Bundesregierung wohl der richtige Zeitpunkt gekommen.

Unsere Bilder entstanden während der glanzvollem Mischko-Rede.  
Der neue Verteidigungsminister Thomas de Maiziere erlässt die neuen Verteidigungspolitischen Richtlinien. Darin heißt es, eine wesentliche Aufgabe der Bundeswehr sei es, ich zitiere wörtlich: einen freien und ungehinderten Welthandel> sowie den freien Zugang zur Hohen See und zu natürlichen Ressourcen zu ermöglichen". Die Rüstungslobby jubelt und die Generäle freut es. Der Etat des Verteidigungsministers liegt 2011 bei 32 Mrd. . 2012 geht man davon aus, dass dieser sogar um eine Mrd. auf 33 Mrd. C anwächst. Von Sparen wie in der Öffentlichkeit angekündigt, keine Spur.

Wie viel Leid könnte man mit dem Geld lind-
ern: Deutschland 3. größte Waffen-Lieferant

Wie viel Leid könnte man mit dem Geld lindern. Da wäre es richtig angelegt. Deutschland ist nach wie vor der drittgrößte Waffen-lieferant weltweit hinter USA und Rußland. Dies ist ein Skandal! Ich fordere: Schluss mit den Rüstungsexporten! Aber der Skandal steigert sich noch!

Deutschland produziert nicht nur selber, sondern kauft auch Kriegsmaterial. Vor wenigen Wochen freut sich Verteidigungs-minister de Maiziere über den möglichen Ankauf von Drohnen für die Bundeswehr. Die ferngesteuerten Flieger seien zielgenauer als herkömmliche Waffensysteme und richten deshalb weniger Schä-den an", sagte der Christlich-Demokratischer-Politiker, und weiter Ethisch ist eine Waffe stets als neutral zu beachten". Und dies obwohl die Nutzung von solchen Kampfdrohnen völkerrechtlich abgelehnt wird.

Auch FDP schreckt vor Gescxhäfte mit Tod
nicht zurück: Rösler als Gehilfe-Kriegstreiber

Der neue Luftwaffeninspekteur Karl Müllner wird noch deutlicher, er hat die Beschaffung bewaffneter Drohnen für die Bundeswehr gefordert. Müllner geht davon aus, dass der Luftwaffe bei künftigen Auslandseinsätzen der Bundeswehr> grundsätzlich größere Bed-eutung zukommen wird. Einsatzszenarien wie in Libyen seien in der Zukunft wahrscheinlicher. Als hätte die Stahlhelmfraktion der CDU nicht ausgereicht, wird auch noch die FDP tätig! In einer Pressemeldung vom 15.07.2012 ist zu lesen:  FDP will Waffenexporte erleichtern. Noch in dieser Legislaturperiode will das von FDP geführte Wirtschaftsministerium Rüstungsexporte erleich-tern. Man will nicht mehr in Kritik kommen, so wie bei dem Verkauf von Leopard-Panzern an Saudi-Arabien. Ein ähnlicher Deal steht mit Indonesien in Aussicht. Auch die FDP schreckt nicht zurück Geschäfte mit dem Tod zu machen. Damit macht sich der Herr Rösler zum willfährigen Gehilfen der Rüstungslobby und Kriegs-treibern.

"Dies ist eine widerwärtige Politik von Rüst-
ungsgeilen Politikern": Leichtere Exporte?

Dies ist eine widerwärtige Politik von Rüstungsgeilen Politikern. Wer eine solche Politik macht> muss schlicht abgewählt werden! Aber das ist noch nicht alles, weil der Bundeswehretat nicht reicht, erhält der Verteidigungsminister Hilfe von der Bildungsministerin Anette Schavan. Fast 100 Millionen Euro Forschungsgelder zur Entwicklung von Drohnen, Sprengstoffsensoren und biometrischer Gesichtserkennung, leitet die Forschungsministerin, Frau Anette Schavan CDU, eher bekannt als Förderin des Geistes und der Hochkultur, in die Tötungsmaschinen. Das ist eine unverantwortliche Zweckentfremdung von Forschungsgeldern, die für zivile Forschung fehlen. Forschungsgelder haben nichts in der Rüstung zu suchen. Steckt das Geld in eine vernünftige zivile Bildung! Das ist das Gebot der Stunde! Das Ziel internationaler Friedensbemühungen muss es sein die sozialen> ökonomischen und politischen Ursachen von Kriegen zu beseitigen. Nicht das Produzieren von Waffen.

Lichtblicke: "Schließung der Kaserne  Glück-
sfall für Ellwangen und die gesamte Region!"

Es gibt auch Lichtblicke: Sehen wir die Schließung der Reinhard-kaserne in Ellwangen aus den Augen der Friedensbewegung: Wir sehen diese Schließung als Glücksfall für Ellwangen und die gesamte Region! Wir sehen es positiv. Endlich kann dieses militärische Gelände einem sinnvollen zivilen Nutzen, zurück gegeben werden. Da wäre jeder Euro aus dem Rüstungsetat richtig gut angelegt. Dafür sollten sie sich Herr Roderich Kiesewetter als (CDU Bundestagsabgeordnete) stark machen, dass die Ellwangen genügend Geld aus dem Rüstungsetat bekommt um die Kaserne für die zivile Nutzung umzubauen.

Josef Mischko: Schließung der Kaserne in Ellwangen "Glücksfall".  
Statt Kriege muß weltweite Armuts-, Ernähr-
ungs- und Klimakrise derzeit gelöst werden

Die globalen Probleme nehmen bedrohlich zu. Die weltweite Armuts-, Ernährungs- und Klimakrise muss gelöst werden. Hinzu kommt: Die globale Wirtschafts- und Finanzkrise. Diese öffnet die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter. Die kriegerischen Auseinandersetzungen um knapper werdende Ressourcen, nehmen zu. So lange Menschen an Krisen und Kriegen genauso verdienen wie an Spekulation mit Nahrungsmitteln oder an Waffengeschäften - so lange werden Krisenursachen nicht beseitigt. Soziale Ungleichheit, politisches Unvermögen sowie kulturelle und religiöse Unterdrückung, Gier und Korruption sind Ursachen von Kriegen. Ihre Beseitigung ist die notwendige Voraussetzung für eine erfolgreiche Friedenspolitik.

Wir brauchen eine Politik die entschlossen den Kampf für den Zugang zu sauberem Wasser, für ausreichende Ernährung und gegen Ausbeutung ist. Eine Politik, die eine gerechte Verteilung der Güter sowie Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechte sichert, nur die kann dauerhaft Frieden schaffen. Rechtsextremismus und Rassismus, dürfen in unserer Gesellschaft kein Raum haben. Ich fordere ein Verbot rechtsextremer Organisationen.

"Fordern Abrüstung, soziale Gerechtigkeit,
demokratische Strukturen, Menschenrechte"

Wie fordern Abrüstung, soziale Gerechtigkeit, demokratische Strukturen und Menschenrechte für alle. Der DGB fordert ein Ende der deutschen Beteiligung in Afghanistan und die sofortige Beendigung des Afghanistan-Einsatzes. Auch die Probleme im Nahen Osten müssen mit friedlichen Mitteln gelöst werden. Wir wollen weder einen neuen Krieg gegen den Iran noch Bürgerkriege gegen die eigene Bevölkerung wie jetzt in Syrien.

Atomare Kriegsführung und der Einsatz atomarer Waffen sind immer noch Teil der strategischen Planung der NATO. Wir fordern den Abzug aller USAtomwaffen aus Deutschland und ihre Verschrottung weltweit. Es wird Zeit umzudenken und umzusteuern! Der alte Slogan der Friedensbewegung: Frieden schaffen ohne Waffen! Ist aktueller denn je.

Pfarrer Richter zwischen Landtagsvizepräsident u. Bahnhofsmission.
Schließen möchte ich mit einem Aufruf der 1947 der Dichter Wolfgang Borchardt, als Vermächtnis an die Menschheit formulierte und heute immer noch gilt. "Mann an der Werkbank" schrieb er, wenn sie wieder kommen und dir sagen du sollst statt Rohren und Eimern, Handgranaten und Kanonen ziehen. Mann an der Werkbank sag: Nein!  Und Mutter in Deutschland, wenn sie wieder kommen und dir sagen, du sollst Kinder gebären, Söhne für die Schützengräben, Mädchen für die Spitäler. Mutter in Deutschland sag: Nein! Und Wissenschaftler in den Universitäten, wenn sie wieder kommen und sie sagen, du sollst den neuen Tod erfinden für das alte Leben, Mann im Labor sag ihnen: Nein! Und Pfarrer auf der Kanzel, wenn sie wieder kommen und dir sagen, du sollst die Waffen segnen und den Krieg rechtfertigen. Mann auf der Kanzel sag: Neinl" Nie wieder Krieg". Die AIZ berichtet noch ausführlich.

Volk auf der Ostalb solidarisierte sich in Aale-ner City mit Forderung "Waffen schweigen..."






Stadtpfarrer Bernhard Richter: Jederzeit zu Disskussionen bereit.    







Selbst die Prominenz (hinten) hörte Josef Mischko aufmerksam zu. 


Die beiden Ostalb-Dekane und die Ex-Politik stehen eng beianander.