"Tag der jüdischen Kultur" beeindruckte Gastgeber und Gäste:
Juden fühlen sich mit  Mix Deutsch und
Hebräisch der deutschen Kultur verbunden
Jiddische Lieder voller Liebe, Lust und voller Leid hatte das
Neschume-Trio aus Augsburg in der Synagoge im Programm,

Jüdischen Kultur: Zärtliche wie die Musik war auch der Umgang der Musiker vom Neschume-Trio zwischen Sänger und Klarinettistin.      
Bopfingen-Oberdorf. Jiddische Lieder voller Liebe, Lust und Leid hat das Neschume-Trio aus Augsburg im Programm, das von Trägerverein Jüdische Synagoge Oberdorf für den Tag der jüdischen Kultur gewonnen werden konnte. Das Konzert war Höhepunkt der Aktionen in Oberdorf, wo man sich wie in 17 anderen Gemeinden zwischen München und Öttingen zur Vorstellung jüdischer Kultur verpflichtet fühlte.

Nach besinnlichen Grußworten des Trägervereinsvorsitzenden Dr. Diethelm Winter und des Bopfinger Kulturreferenten Felix Sutschek gab es wie schon in den vergangenen Jahren Führungen durch die Synagoge und den am Rand des Ortes gelegenen jüdischen Friedhof sowie Gelegenheit zum Studium der noch immer in der Synagoge aufgebauten Ausstellung „Jüdisches Brauchtum in Alltag, Fest und Feier". So recht ins Gemüt allerdings ging die Musik, mit dem das „Neschume-Trio" die rund 60 Gäste in seinen Bann zog.

Es war vor allem der zarte, schmeichelnde und selten gefühlvolle Gesang, aber auch das dazu passende, sanft hin gehauchte Klavier- und Klarinettenspiel, mit dem sich die Musiker die Herzen des Publikums eroberten. Ihr Jiddisch, verbunden mit den im Lied erzählten Geschichten, gab eine satte Vorstellung von jener Art jüdischer Kultur, die einst im Osten, vor allem im galizischen „Stetl" gepflegt wurde, wobei auffiel, dass sich die Juden mit ihrem Mix aus Deutsch, Hebräisch und anderen Idiomen trotz allen Leides der deutschen Kultur verbunden fühlten. Es war viel Melancholie zu hören, leicht verständlich im Blick auf die schmerzlichen Erfahrungen der osteuropäischen Juden. Doch verstanden sich die drei Interpreten auch auf die Vermittlung überschäumender, von zündenden Rhythmen untermalter Fröhlichkeit. Der Beifall ließ nicht auf sich warten.