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Jugendschöffengericht
sprach milde Strafen am Ende aus:
3 relativ
kleinwüchsige Kerle brachten die
Mannsbilder bei "Tonfabrik" doch zur Strecke
Es blieb bei Verurteilungen zu
gemeinnütziger Arbeit und zur
partiellen Wiedergutmachung des angerichteten Schadens
Aalen/Ellwangen. Relativ milde bestraft hat das Ellwanger
Jugendschöffengericht die Schlägerei, die vor Jahr und Tag im Bereich der
Aalener Disco „Tonfabrik" stattgefunden hat. Der Grund dafür ist wohl vor
allem darin zu suchen, dass der Sachverhalt nicht eindeutig geklärt werden
konnte. Es blieb bei Verur-teilungen zu gemeinnütziger Arbeit und zur
partiellen Wiedergut-machung des angerichteten Schadens.
Dieser war allerdings erheblich. Denn die drei Täter hatten einem der
Geschädigten die vorderen beiden Zähne ausgeschlagen und weitere Zähne im
Unterkiefer zerbrochen. Laut Auskunft der Eltern hat die Wiederherstellung
des Gebisses 6.000 Euro gekostet, von denen die Krankenkasse gerade mal 600
Euro übernommen hat. Zwei der Angeklagten müssen neben der Ableistung
gemeinnütziger Arbeit eine geringe Wiedergutmachung von 250 beziehungsweise
200 Euro leisten, zum Teil abzahlbar in monatlichen Raten von 40 Euro.
Der dritte Angeklagte, nach Darstellung eines Rechtsanwaltes der Haupttäter,
konnte das Gericht ohne Urteil vorzeitig verlassen. In seinem Falle ging
Richter Baumeister davon aus, dass der Schläger derzeit in Göppingen bereits
einen längeren Jugendarrest wegen einschlägiger Vorstrafen verbüßt. Er hatte
jüngst in Hofherrnweiler zugeschlagen, weil sein „Opfer" nicht bereit oder
in der Lage war, ihm das geforderte Geld zu geben.
Wie aus den Bekundungen des Jugendgerichtshelfers zu entnehmen war, sind die
Angeklagten alle drei ohne Beschäftigung. Sie leben außerdem zum Teil in
ungünstigen Familienverhältnissen. Sie wollten sich – ein Jahr nach der Tat
in Aalen – nicht mehr genau erinnern wer jeweils wen geschlagen hat. Auch
nach Aussage der Opfer konnte nicht eindeutig geklärt werden, wer den
gewaltigen Zahnschaden angerichtet hat.
„Es war dunkel", „wir hatten getrunken", „die Leute waren uns nicht bekannt"
war zu hören. Angefangen hatte alles mit einer scheinbar harmlosen Rempelei.
Ein Wort gab das andere bis sich die beiden Gruppen grausam ineinander
verbissen. Auf der Anklagebank gaben sich die Täter kleinlaut und reumütig,
gerade so als könnten sie kein Wässerlein trüben. Was außerdem auffiel war
die respektable Körpergröße der Opfer. Man musste sich wundern, das drei
relativ kleinwüchsige Kerle solche Mannsbilder zu Strecke bringen können.
Die Schläger müssen schon alle Register gezogen haben.
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