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900 Widersprüche: FDP-Kreistagsfraktion
ist zum Kampf bereit:
Gutachten belegt großen Zorn der Bürger:
„GOA-Gebühren sind teuer und ungerecht"
"Bereits im November 2008 lag Landrat
Pavel das Gutachten der ECONUM GmbH vor": Öffentlichkeit wurde nicht
informiert!

Mal schnell beim NETTO in der Alten
Heidenheimer Strasse beim Einkaufen erwischt am Freitag dem 20. August 2010
um 9,45 Uhr: Zwei GOA-Fahrzeuge aus Gmünd, rechtswidrig geparkt auf
dem Gehweg und das in falscher Fahrtrichtung. Gott sei Dank hat die AIZ
diesen Fall nicht per Kennzeichen durch die Bußgeldstelle verfolgen lassen -
am Ende zahlen die Zeche ja wir Kunden für die GOA weiter? Ein Fall der zum
Himmel stinkt! AIZ-Fotos: D. Geissbauer
Mitlangen/Aalen/Schwäbisch Dmünd. Die Erhöhung der
GOA-Abfallgebühren für das Jahr 2008 hatte einen Sturm der Entrüstung
ausgelöst und zu über 900 Widersprüchen geführt. Die Proteste führten zu
wenig greifbaren Ergebnissen. Einer Gruppe engagierter Bürger blieb nichts
anderes übrig, als Anfang 2009 Klage gegen die Abfallgebühren des Kreises
einzureichen. Seit Ende 2008 liegt zudem ein vom Kreistag beauftragtes
Gutachten vor.

Man beachte:
Links dahinter verbotswidrig ein weißer GOA-Lkw der auch in falscher
Fahrtrichtung und auf Rad- und Gehweg geparkt ist.
Die Abfallgebühren wurden zwar für 2009 etwas reduziert, aber ansonsten hat
sich wenig geändert, weder konzeptionell noch strukturell, bemängelt Hermann
Kuon aus Mutlangen, einer aus dieser Bürgerinitiative. Die Kosten betragen
im Vergleich zu anderen Landkreisen nach wie vor teilweise fast das
Doppelte. Damit möchte sich weder er, noch Helmut Gloning (Schwäbisch
Gmünd), der ebenfalls dieser Gruppe angehört, zufrieden geben. Deshalb
hatten sie auch vor wenigen Wochen mit Dr. Julia Frank, der Vorsitzenden der
Ostalb-FDP, Kontakt aufgenommen, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu
eruieren, da sie eine hohe Übereinstimmung mit der Argumentation der FDP in
eben dieser Sache feststellen konnten. Der Kreistag hatte damals Landrat
Pavel beauftragt, ein Gutachten zu den Abfallgebühren erheben zu lassen.

Kreisvorsitzende Dr. Julia Frank und FDP-Promi Richter Michael Lang der den
Auftrag hat im Kreistag Bürgerproteste durchzusetzen.
Bereits im November 2008 lag Landrat Pavel das Gutachten der ECONUM GmbH
vor. Offenbar wurden von ihm dann nur die Kreistagsfraktionen informiert,
die Öffentlichkeit jedoch erfuhr davon nichts. Kuon und Gloning haben seit
wenigen Tagen Einsicht in dieses Gutachten erhalten. Es bestätigt, so Kuon,
dass das Abfallgebührensystem des Ostalbkreises überteuert sei und
erhebliche Einsparpotentiale in sich berge. Insofern sei es besonders zu
bedauern, dass das Gutachten und Folgerungen daraus bis heute nicht
öffentlich gemacht, geschweige denn umgesetzt worden sind.
Zunächst stellt das Gutachten fest, dass der Ostalbkreis im Vergleich zu
acht Kreisen einschließlich der Stadt Stuttgart in allen Abfallsparten die
zweithöchsten Gebühren aufweise. Gegenüber dem Rems-Murr-Kreis lägen die
Gebühren beim 4-Personen-Haushalt um 66 Prozent höher. Preiswert sei nur die
offiziell kostenlose Altpapierabfuhr, an der die GOA aber bei guten
Altpapierpreisen noch verdiene. Die Kosten für Verwaltung und Veranlagung
lägen mit einem knappen Viertel dagegen zu hoch.
Überraschend sei, dass nur 16 Prozent der Kosten für den gesamt-en Restmüll
und dagegen 19 Prozent für die Sperrmüllabholung anfallen. Die
Sperrmüllabfuhr werde jedoch nur zu 24 Prozent genutzt. Für diese,
Bioabfälle und die Grünabfälle, deren Abfuhr längst nicht alle Haushalte
nützten, müssten aber alle Gebührenzahler gemeinsam aufkommen, so dass man
nach dem Gutachten von einer ungerechten Einheitsgebühr der GOA sprechen
kann. Die Biomüllabfuhr werde weiterhin mit 400 Prozent von allen
Gebührenzahlern subventioniert. Das Einsparpotential betrage allein dort
nach dem Gutachten mehr als 1 Mio. Euro.
Dr. Julia Frank (Lorch) wunderte
sich, das sich der Kreistag mit der „bisher mageren Behandlung des
Gutachtens abspeisen lässt". Es handele sich schließlich um ein für die
Gebührenzahler sensibles Thema. Wenn ein Gutachten bis zu 22 Prozent
Kosteneinsparungen signalisiert, müssten die gewählten Vertreter aktiv
reagieren und nicht alles der Kreisverwaltung überlassen. Überdies sei der
Geburtsfehler der kreiseigenen GOA als geschlossenes System ohne öffentliche
Ausschreibungen vom Kreistag nicht hinterfragt worden. Auch in diesen
Punkten liegt sie mit Kuon und Gloning auf einer Linie. Das Gutachten
allerdings gibt zu der entscheidenden, aber nicht gestellten Frage einen
sybillinischen Hinweis: „Der zwischen GOA und Ostalbkreis bestehende
Kooperationsvertrag ... ist verbesserungswürdig".
Abschließend fordern daher Gloning und Kuon die Kreisverwaltung und den
Kreistag „bei weiterhin gegenüber anderen Kreisen zu hohen Abfallgebühren"
auf, die aufgezeigten Einsparmöglichkeiten, die mit über 2 Mio. Euro
angegeben werden, umgehend zu realisieren. Die Ostalbhaushalte hätten einen
Anspruch darauf, dass der Kreis seine gesetzliche Aufgabe der
Abfallentsorgung künftig in einem sowohl preiswerten, wie auch gerechtem
Kosten- und Preissystem praktiziere. |