|
Pfarrer Christoph
Bäuerle würdigte Tatbestand gebührend:
2.000
genossen interkonfessionelles Klima:
„Mit Gott
kann ich über die Mauern springen"
Diakon Willi Stadler riet beim Kapellenfest zum Erhalt der
Wachsamkeit, Friede, Freude, Liebe und dem Glauben auf

In edler
Eintracht zelebrierten der evangelische Pfarrer Christoph Bäuerle und der
katholische Diakon Willi Stadler den ökumenischen Gottesdienst, geistlicher
Höhepunkt des 19. Forster Kapellenfestes.
Essingen-Forst. Der kleine Essinger Weiler Forst
macht selten Schlagzeilen. Wenn aber das Kapellenfest im Kalender steht,
sind rund 2000 Besucher keine Seltenheit. Auch beim 19. Kapellenfest seit
Einweihung der ökumenischen Dorfkapelle (1978) drängten sich die Besucher in
Scharen. Auch wenn der Regen am Sonntagvor-mittag einige Befürchtungen
aufkommen ließ, so hat sich das Wetter an den drei Tagen des Festes doch im
Großen und Ganzen recht vorteilhaft angelassen. Alles begann bereits am
Freitagabend, als sich bei der Bierprobe das Festzelt zum ersten Mal gehörig
füllte. Noch größer war das Gedränge am Samstagabend.

Rund 500
Gläubige trafen sich allein beim ökumenischen Gottesdienst. Insgesamt
schätzt Berthold Seibold die Zahl der Besucher beim mehrtägigen Kapellenfest
auf etwa 2.000 Besucher.
Für diesen Termin hatte man die Röttinger Blasmusik engagiert,
die unter Jürgen Bermannseder mit Musik und Gesang sowie mit einem riesigen
Repertoire an zündenden Melodien für eine Bomben-stimmung sorgte.
Schließlich trafen sich zum ökumenischen Gottesdienst am Sonntagvormittag,
geistlicher Höhepunkt des im Grunde kirchlichen Festes, allein nochmals an
die 500 Gläubige. Ingesamt rechnet der Vorsitzende der Kapellengemeinschaft
wieder mit etwa 2.000 Gästen an drei Tagen.
Das Fest geht nach Auskunft Seibolds auf den Neubau der Forster Kapelle in
den Jahren 1977/78 zurück. Dieser Neubau der schon 1922 erbauten alten
Kapelle hatte sich wegen erheblicher baulicher Schäden als notwendig
erwiesen. Die Forster nutzten die Gunst der Stunde und das verbesserte
interkonfessionelle Klima, um an Stelle der zuvor nur katholischen nunmehr
eine ökumenischen Kapelle zu errichten. Sie hat in dieser Eigenschaft
zusammen mit Kapellenfest und Dorfhaus zur weiteren Verbesserung des Klimas,
ja zu einer freundschaftlichen Verbundenheit der Dorfbewohner beigetragen.
Pfarrer Christoph Bäuerle versäumte es nicht, diesen Tatbestand gebührend zu
würdigen und zur weiteren Verbundenheit im Glauben aufzurufen nach dem Motto
des Festes: „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen". Diakon Willi
Stadler riet in seiner Predigt zur Wachsamkeit, damit Friede, Freude, Liebe
und Glauben auch künftig erhalten bleiben.
Vorsitzender Seibold dankte allen Mitwirkenden, so vor allem dem von
Reinhard Liebhäußer geleiteten Posaunenchor Essingen und dem unter der
Stabführung von Cornelia Hirsch singenden Kirchen-chor Sankt Bonifatius (Hofherrweiler)
für ihre Mitwirkung. Der Vorsitzende gab zu bedenken, dass die
Kapellengemeinschaft zur Erhaltung ihrer Kapelle auf die Einnahmen des
Festes dringend angewiesen seil. Schließlich erfordere Allein die
Unterhaltung samt Versicherung jährlich allein 2.000 Euro. Erfreulicherweise
könne man seit wenigen Jahren auch noch auf nennenswerte Einnahmen aus der
Bewirtschaftung des Dorfhauses zurückgreifen. |