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Zahlen der letzten
Volkszählung sind nun nicht mehr aktuell:
Zensus 2011: Aalen wird
mit 6.454 (9,5%) neu
gezählt: Neue Daten werden nun ermittelt
Neues und für alle Bürger Wichtiges aus
der Kommunalpoliti-
schen Pressekonferenz von OB Martin Gerlach vom 30. Juli
Aalen. Neues aus der Kommunalpolitischen Pressekonferenz von OB
Martin Gerlach vom 30. Juli 2010: "Zensus 2011: Aalen wird neu gezählt:
"Wie viele Menschen leben derzeit in Aalen"? Welche Bildungsabschlüsse und welche
Arbeit haben sie? Steht genügend Wohnraum zur Verfügung? Auf all diese
Fragen soll der Zensus 2011 Antwort geben. Aktuelle Daten über Bevölkerung, sowie Gebäude und Wohnungen sind für
eine Vielzahl von politischen und wirtschaftlichen Entscheidungen von großer
Bedeutung. Für die Planung von Kindergärten und Schulen, Seniorenheimen und
Wohnraum in den Städten sind aktuelle Zahlen unverzichtbar. Amtliche
Einwohn-erzahlen werden in vielen Gesetzen genutzt und bilden die Grundlage
für zahlreiche Entscheidungen wie z.B. beim Finanzausgleich, der
Wahlkreiseinteilung usw.

Aalen wird
datenmäßig neu vermesser: Blick auf Aalen und Fa. Zeiss
Die jetzige Grundlage basiert auf den Fortschreibungen der Melderegister
der Stadt bzw. der Fortschreibung der letzten Volkszählung 1987. Die
Erfahrung zeigt, dass sich im Laufe der Jahre Ungenauigkeiten z.B. durch
nicht vollständige Erfassung von Umzügen entstanden sind. Durch eine
EU-weite Bevölkerungs-, Gebäude- und Wohnungszählung – Zensus 2011 – sollen
zum Stichtag 9. Mai 2011 solche aktuellen Daten geliefert werden. Die EU und
der Bund haben die Volkszählung im kommenden Jahr per Gesetz beschlossen.
Beim Land ist derzeit das Ausführungsgesetz im Gesetzgebungsverfahren.

Die Auswertung der Registerdaten und stichprobenartige Befr-agung:
In 2011 wird erstmals ein registergestütztes Verfahren eingesetzt. Dabei
werden Im Unterschied zur letzten Volkszählung 1987 nicht mehr alle
Bürgerinnen und Bürger befragt, sondern soweit möglich vorhandene Daten der
Melderegister oder der Agentur für Arbeit ausgewertet. Zur Sicherung der
Qualität der Ergebnisse und zur Gewinnung von Daten, für die es keine
Register gibt, werden in Aalen noch 9,6 Prozent der Bürger persönlich
befragt, das sind in Aalen 6.454 Personen.
Die Auswahl dieser
Personen erfolgt durch eine Haushaltsstichprobe beim Statistischen Landesamt
Baden-Württemberg. Komplett erfasst werden sogenannte Sonderbereiche, weil
die Melderegisterangaben über die dort lebenden Personen häufig nicht
aktuell sind. Zu den Sonderbereichen gehören Studenten- und Altenheime und
Krankenhäuser. In Aalen leben rund 2.000 Personen in Sonder-bereichen.
Außerdem findet eine postalische Erhebung bei allen Eigentümern von Gebäuden
und Wohnungen statt.
Die Daten aus den verschiedenen Registern und den Befragungen werden
abschließend beim Statistischen Landesamt durch die sogenannte
Haushaltegenerierung, zusammengeführt. Am Ende der Zusammenführung wird die
amtliche Einwohnerzahl zum Stichtag aktuell ermittelt. Bundesweit wird
übrigens erwartet, dass die Einwohnerzahl um bis zu 1,3 Millionen
zurückgeht.
Der Fragebogen für die persönlichen Befragungen hat im Entwurf elf
Seiten. Bei der Befragung geht es unter anderem um Fragen zum Alter,
Familienstand, Geschlecht, der Staatsangehörigkeit und der Religion. Durch
Fragen zur Zuwanderung wird der Migrationshintergr-und abgebildet. Außerdem
werden noch Angaben zum Schulbesuch, dem Bildungs- und Ausbildungsabschluss
und der Berufstätigkeit bzw. Arbeitssuche erhoben. Das Ausfüllen des
Fragebogens dauert ca. 20 Minuten und wird mithilfe der sogenannten
Interviewer durchgeführt. Die ausgewählten Personen sind gesetzlich
verpflichtet, Auskunft zu erteilen. Die beim Zensus erhobenen Daten werden
ausschließlich für statistische Zwecke verwendet. Der Schutz und die
Vertraulichkeit der erhobenen Daten haben höchste Priorität.
Die Kosten für das Land Baden-Württemberg und die Kommunen werden
voraussichtlich 80 Millionen Euro betragen. Abzüglich des anteiligen
Bundeszuschusses und Zuwendungen aus anderen Ländern verbleiben
voraussichtlich Kosten in Höhe von 47,5 Millionen Euro. Das Land hat mit
Bezug auf das Konnexitätsprinzip den Städten und Gemeinden
Baden-Württembergs 29,5 Millionen Euro zur Deckung der Kosten in Aussicht
gestellt.
Zensus 2011 in Aalen:
Die beschlossene Volkszählung Zensus 2011 stellt die Stadtverwaltung vor
erhebliche Herausforderungen. Als Stadt über 30.000 Einwohner muss Aalen
eine örtliche Er-hebungsstelle mit entsprechendem Personal einrichten.
Derzeit rüstet sich die Verwaltung für diese Mammutaufgabe.
Das Projekt Zensus 2011 wird vom Stadtmessungsamt / Statist-ikstelle
umgesetzt und ist direkt dem Oberbürgermeister unterstellt. Die
Erhebungsstelle wird bis 01. November 2010 unter Beachtung aller
datenschutzrechtlichen Vorgaben räumlich, personell und sachlich
eingerichtet. So wird für die Erhebungsstelle eine eigene Postanschrift
eingerichtet. Die notwendigen PCs sind nicht ans städtische Netz
angeschlossen und Zugang zur Erhebungsstelle hat nur ein sehr enger Kreis
von Berechtigten. Das garantiert die komplette Trennung der Volkszählung vom
normalen Verwaltungs- und Vollzugshandeln.
Die Erhebungsstelle hat die Aufgabe, die persönlichen Befragungen und die
Erhebung in den Sonderbereichen durchzuführen. Dafür wird sie nach jetzigen
Informationen über 80 Interviewer/-innen bestellen.
Außerdem hat die Erhebungsstelle bei der Gebäude- und Wohnungszählung
mitzuwirken. Darüber hinaus wird für die Bürger/-innen eine Informations-
und Servicestelle eingerichtet. Die Stadt erhält zur Deckung ihrer Kosten
eine Finanzzuweisung vom Land von bis zu 160.000 €. |