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Das was der Papst hätte
sagen sollen wurde nun ausgelebt:
Wenn es um Arbeitslose geht Bündnis Pavel,
Angstenberger, Drescher und Rettenmaier
Dekan Pius Angstenberger lobte ausdrücklich die Arbeit des
Bündnisses und Landrat will keinen Menschen alleine lassen

Landrat
Pavel bei der Predigt die alle sehr tief im Herzen des Bündnisses bewegte in
der Aalener Stadtkirche: Solidarität ist auch weiterhin für Arbeitslose
gesichert. AIZ-Fotos: Dieter Geissbauer
Aalen.
Der Auftakt der "Kollekten-Aktion des Fördervereines Regionales Bündnis für
Arbeit e.V." hat am Samstag in der Aalener Stadtkirche alle bisherigen
Ketten gesprengt und verheißt nur Gutes für Landzeitarbeitslose: Landrat
Klaus Pavel hielt eine Predigt die eigentlich keiner verpassen durfte.
Deshalb wird diese Predigt allen AIZ-Lesern am Montag exklusiv nachgereicht,
hatte Landrat Pavel der AIZ versprochen. Denn das was Pavel sagte hat die
kleine Kritik des katholischen dekans Pius Angstenberger etwas überschattet
"es hätten ruhig mehr Menschen sein können die hier zum Auftakt gekommen
sind".

Gelebte
Ökumene wenn es um Landzeitarbeitslose geht: Dekan Angstenberger am Samstag
zum Auftakt in der Aalener Stadtkirche.
In der Tat waren es außer den Promis etwa 50 Gottesdienst-besucher, die
einen Gottesdienst miterlebt haben, der nicht nur gesanglich das Beste vom
Besten bot, sondern auch der evan-gelische Organist Haller leistete seinen
Beitrag zum Bündnis für Arbeit an der neuen Orgel. Aber auch Sozialdezernent
Josef Rettenmaier scheute sich nicht zusammen wie in einer echten Öku-mene
von der Papst Benedikt nur träumen kann mit Dekan Pius Angstenberger Gebete
zu sprechen und Gott zu bitten auch die Landzeitarbeitslosen "nicht alleine
zu lassen: Auch sie sind Gottes Kinder und bedürfen der Hilfe".

Besondere
Meisterklasse: Das Lied des Chores Joy of Gospel.
Aber auch die Landespolitik hatte sich in die zweite Reihe der harten
Kirchenbänke in der Stadtkirche gesetzt und eine Predigt gehalten und
versprochen dass das Regionale Bündnis für Arbeit als Vorbild fürs ganze
Ländle weiter gefördert wird. Als Leiter der Abteilung für Arbeit und
soziale Grundsicherung sprach Ministerialdirigent Gerhard Segmiller von der
Landesregierung ein Grußwort das sich in die anderen Grußworte nahtlos
einreihte: So weiter machen und im Bündnis fest zusammen halten ohne
Glaubensgrenzen oder Bremsen des Papstes und die Politik mit in die Pflicht
nehmen.

Bündnis für
Arbeit: Von links in der ersten Reihe die Prediger katholischer Dekan Pius
Angstenberger, Landrat Klaus Pavel und evangelische Dekan Drescher der alle
neuen Initiativen voll mit trägt.
Erstmals seit Jahren hatte auch der Hausherr Stadtpfarrer Bernhard Richter
sich in der zweiten Reihe brav und still platziert und seinem Chef Dekan
Drescher die Regie voll überlassen. Seine Ehefrau wurde von Dekan Drescher
als seine Stellvertreterin wegen Kramkheit entschuldigt und Stadtpfarrer
Richter genoss dieses Bündnis in Zügen indem er zur AIZ sagte: "Es ist auch
mal schön zuzuhören aus der zweiten Reihe..."

In der zweiten
Reihe Aalens Bürgermeister W. D. Fehrenbacher.
Dekan Pius Angstenberger erzählte von einem Menschen "der ganz unten
angekommen ist": Wenn man keinen Menschen mehr hat "der sich um mich kümmert
und ich bin allein in voller Einsamkeit um mich und ohne Arbeit und krank".
Hilfe durch dieses vorbildliche Bündnis fü+r Arbeit sei eben im Ostalbkreis
eine Pflicht der Nächstenliebe: "Dieses Bündnis für Arbeit ist sicherlich in
ganz Deutschland etwas Einmaliges. Danke dass wir alle gemeinsam so was wie
das Bündnis für Arbeit im Ostalbkreis geschaffen haben", sagte Dekan
Angstenberger, der Aalener Stellvertreter des Paps-tes, der sich nicht mal
zur Ökumene festlegte.

Bild
des Tages: Zwei Prediger blicken in der Aalener Stadtkirche gemeinsam und
zielsicher in die Zukunft: Dekan Drescher u. Landrat
Das "trostlose Bild der Arbeitslosigkeit" wurde aufgezeichnet wie es zu
Tausenden auch im Ostalbkreis stattfindet: Zuerst Hartz vier und dann die
Insolvenz und immer weiter eine Stufe zum Abstieg "ganz unten". Dekan
Angstenbergers Appell: "Wir müssen alle den Menschen mit Arbeitslosigkeit
ihre Würde zurück geben. Bei diesen Worten nickten alle, auch die
Vertreterin der ABO Ostalb, Sozialdezernent Josef Rettenmaier und Aalens
Bürgermeister W. D. Fehrenbacher.

Landrat Klaus Pavel als Prediger: Ja
zu "Bündnis für Arbeit im OAK"
Landrat Klaus Pavel (dessen Rede werden wir am Montag gesondert und exklusiv
veröffentlichen und zwar wie versprochen ungekürzt und unzensiert" betonte,
der Ostalbkreis zeichne sich in vielfacher Weise gegenüber anderen
Landkreisen aus: "Durch die Chancen und Perspektiven auch für die Jugend
während der Arbeitslosigkeit." Für dieses Engagement sei er "außerordentlich
dankbar auch für diese neue Solidaritäts-Kampagne". Dies sei auch im
Ostalbkreis "keine Selbstverständlichkeit dass sich sogar die Kirchen ohne
Konfessionsgrenzen als Ökumene mit der Arbeitslosigkeit heraus gefordert
sehen".

Das sei eben eine "verkehrte Welt: Nur 3,7 Prozent Arbeitslosigkeit und doch
viel Not und Elend bei Langzeitarbeitslosen: Die Statistik weise zwar nur
7.300 Arbeitslose aus aber hinter jeder Akte stecke ein Schicksal und Not.
"Auch im Ostalbkreis sind das keine -Einzelschicksale sondern es sind davon
ganze Familien tief betroffen".

Auch
Sozialdezernent Josef Rettenmaier (am Mikro) und Dekan Angstenberger und
(links) Herbert Maier (baw Ostalb) mit Fürbitten. Pavel weiter in seiner Predigt: "Keine arbeit zu haben belastet auch das
Selbstwert-Gefühl der Frauen und Menschen. Es ist unverant-wortbar wenn
junge Menschen das Gefühl bekommen mich braucht niemand mehr". Hinzu kämen
die Handicaps, welche eine Einglie-derung in die Arbeitswelt reduzieren.

Immerhin seien im Ostalbkreis seit Gründung des Bündnisses für Arbeit 1.700
Arbeitslose in den Arbeitsmarkt vermittelt worden. Davon hätten 70 % auf
Dauer arbeit gefunden "und dokumentiert, dass sie im Ostalbkreis eine Chance
bekommen wenn sie sich um das Gefühl der Solidarität bemühen". Pavel weiter:
"Es muss uns gelingen für alle den weg in die arbeit zu schaffen,
gesellschaftliche Stellung zurück zu geben und soziale Kompetenz zum
Beispiel durch die Sanierung des Schlosses Untergröningen zu vermitteln".

Ein
katholischer Dekan dem Solidarität mit Arbeitslosen wichtiger ist als Warten
auf Papst-Hinweise in einer evangelischen Stadtkirche.
Fazit: Die etwa 50 Menschen in der Stadtkirche klatschten in die Hände und
stimmten das Lied des Chores Joy of Gospel mit ein: "Halleluja".
Dieter Geissbauer

Landrat Pavel
hörte auch bei der Predigt von Dekan Drescher zu.
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