Beistand kam auch von Staatssekretär Dr. Stefan Scheffold:
Landrat und Bürgermeister des Ostalbkrei-
ses votieren für das Bahnprojekt Stuttgart 21

Trotz Bürgerproteste Ja der Ostalb-Promis zum
Neubau der
Bahnstrecke Wendlingen-Ulm - Von der Ostalb bis nach Zürich


Zu sehen sind v. l. n. r.: Staatssekretär Dr. Stefan Scheffold, Landrat Klaus Pavel, Oberbürgermeister Richard Arnold und Kreisvorsitzend-er des Gemeindetags Baden-Württemberg Bürgermeister Georg Ruf.
Aalen.
Auf Initiative des Kreisverbandes des baden-württembergischen Gemeindetages haben sich die Bürgermeister im Ostalbkreis mit Landrat Klaus Pavel an der Spitze am vergangenen Montag in einer persönlichen Erklärung für das Projekt Stuttgart 21 und den Neubau der Bahnstrecke Wendlingen - Ulm ausgesprochen. Staatssekretär Dr. Stefan Scheffold hatte zuvor ausführlich über das Projekt informiert.

Aus Sicht der Unterzeichner der Erklärung sind die Planungen für die beiden Projekte das Ergebnis langjähriger Diskussionen und eines demokratischen Entscheidungsprozesses auf rechtsstaatlichen Grundsätzen. „Die Aufgabe des Bahnprojekts Stuttgart - Ulm bzw. des Verkehrs- und Städtebauprojekts Stuttgart 21 würde weder zu einer Finanzierung anderer Schienenprojekte in Baden-Württemberg beitragen noch zu einer Finanzierung von Bildungs- oder Kulturauf-gaben, da der größte Teil der Mittel zweckgebunden für dieses Projekt vergeben ist", sind Landrat Pavel, der Abtsgmünder Bürger-meister und Gemeindetags-Kreisvorsitzender Georg Ruf sowie die Bürgermeister überzeugt.

Ein Verzicht auf dieses Projekt würde lediglich dazu führen, dass die Mittel dann in einem anderen Bundesland verbaut werden. Gleich-zeitig würde eine Abkehr von dem bisher erfolgten politischen Entscheidungsprozess elementare rechtsstaatliche Grundsätze in Frage stellen.

Landrat Klaus Pavel sowie die (Ober-)Bürgermeister Richard Arnold (Schwäbisch Gmünd), Ulrich Baum (Spraitbach), Dr. Gunter Bühler (Bopfingen), Karl Bühler (Lorch), Reinhold Daiss (Obergröningen), Gerd Dannenmann (Neresheim), Uwe Debler (Rosenberg), Günter Ensle (Hüttlingen), Willi Feige (Kirchheim a. R.), Manfred Fischer (Neuler), Dieter Gerstlauer (Durlangen), Edwin Hahn (Adelmannsfelden), Wolfgang Hofer (Essingen), Werner Jekel (Schechingen), Rainer Knecht (Ellenberg), Jochen König (Eschach), Rosalinde Kottmann (Gschwend), Achim Krafft (Rainau), Thomas Kuhn (Bartholomä), Peter Kühnl (Ruppertshofen), Peter Lang (Heuchlingen), Ralf Leinberger (Stödtlen), Ralph Leischner (Leinzell), Klaus Maier (Heubach), Günther Neumeister (Riesbürg), Michael Rembold (Waldstetten), Jochen Renner (Täferrot), Georg Ruf (Abtsgmünd), Ottmar Schweizer (Mögglingen), Peter Seyfried (Mutlangen), Jürgen Stempfle (Böbingen a. d. R.), Klemens Stöckle (Iggingen), Peter Traub (Oberkochen), Walter Weber (Göggingen), und Herber Witzany (Westhausen) haben die folgende „Persönliche Erklärung" unterzeichnet:

  • Die vom Gemeindetag und Städtetag Baden-Württemberg vertretene Auffassung auf Grundlage des in der gemeinsamen Sitzung am 7. September 2010 beschlossenen Positions-papiers des Vorstands des Städtetags und des Präsidiums des Gemeindetags zum Bahnprojekt Stuttgart - Ulm und Verkehrs- und Städtebauprojekts Stuttgart 21 wird voll inhaltlich geteilt.

  • Vom Bahnprojekt Stuttgart - Ulm profitiert ganz Baden-Württemberg. Durch die komplette Neuordnung des Stuttgarter Bahnknotens kann, zusammen mit der weiterführenden Neubaustrecke nach Ulm, das Bahnangebot im Fern- und Regionalverkehr deutlich ausgeweitet werden. Von der Fahrzeitverkürzung von Stuttgart nach Ulm von 54 auf 28 Minuten profitieren Reisende aus dem ganzen Land in Richtung Ulm/München.

  • Die Ostalb wird vor allem durch den unmittelbaren Anschluss an den Flughafen durch die vorgesehene Durchbindung des ICE Zürich - Singen - Stuttgart nach Nürnberg profitieren. Dadurch verkürzt sich die Reisezeit z.B. von Aalen zum Flughafen von heute 1 Stunde 37 Minuten um 40 Minuten auf künftig 57 Minuten – bequem und umsteigefrei mit ICE. Außerdem werden Flughafen und Landesmesse künftig auch durch direkte Regionalverkehrszüge erreichbar sein.

  • Für viele Arbeitnehmer aus dem Ostalbkreis, die z. B. bei Zeiss in Oberkochen arbeiten, ist zudem wichtig, dass die dort ansässige Wirtschaft schnell zum Flughafen Stuttgart kommt. Die Reisezeit zum Flughafen beträgt von Oberkochen heute mit zweimaligem Umstieg 1 Stunde 55 Minuten. Künftig kann der Flughafen von Oberkochen mit einmaligem Umstieg in Aalen in den ICE Richtung Zürich in nur rund 1 Stunde 10 Minuten erreicht werden. Damit ist der Zug konkurrenzfähig mit dem Auto.

  • Im Ostalbkreis werden lang laufende Regionalverkehrslinien eingerichtet, mit denen über Stuttgart hinausgehende Ziele umsteigefrei erreicht werden können. Ein Vorteil, der mit dem heutigen Kopfbahnhof kaum denkbar wäre. So ist bei der Neuvergabe der Verkehrsleistungen vorgesehen, auf der Remsbahn von Aalen nach Stuttgart ein halbstündliches Angebot von Aalen nach Tübingen und von Aalen nach Ulm einzurichten.

  • Das Bahnprojekt Stuttgart - Ulm stärkt den Wirt-schaftsstandort Baden-Württemberg und sichert Wachstum und Beschäftigung. Überall im Land sind die Auswirkungen positiv. Für die Ostalb werden gutachterlich überdurchschnitt-lich hohe Wertschöpfungssteigerungen prognostiziert. DG