|
Am selben
Tag heftige Live-Diskussion zu Stuttgart 21:
Regenrückhaltebecken
Dürrwiesen ohne T.
Gönner in Betrieb genommen: "Stuttgart 21"
Bereitete sich auf Fernsehsendung vor und
brillierte im SWR:
Deshalb durfte Ex-Bau-BM Manfred Steinbach Band halten
Aalen.
Mit dem Hochwasserrückhalte-becken Dürrwiesen ist die
Stadt Aalen künftig vor einem sogenannten 100-jäh-rigen Hochwasser geschützt,
das bis zu 200 Liter Wasser pro Sekunde mit sich führt. Heute wurde das
naturnah gestaltete Becken offiziell in Betrieb
genommen.
OB
Martin Gerlach dur-chschnitt mit zahlreichen Prominenten das blaue Band und
zeigte sich erleichtert: „Auch wenn wir befürchten müssen, dass die
Wetterextreme zunehmen werden und zum Beispiel der letzte Monat der
regenreichste August seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war, Aalen ist vor
Hochwa-sserkatastrophen jetzt optimal geschützt.“ Sämtliche Fotos und diese
Texte vom Freitag von der Stadtverwaltung Aalen unter
www.aalen.de Foto links: Das
blaue Band durchschneiden (v.l) Dr. Gerhard Spilok, Winfried Mack, OB
Gerlach, Jutta Heim-Wenzler, Ulla Haussmann, Manfred Steinbach und Erste
LAndesbaemtin Gabriele Seefried . Foto oben rechts:
Bereits während der Bauarbei-ten "Im Quadrat" wurde die Aal
renaturiert.

Endlich Platz für 125.000
Kubikmeter Wasser
Bei einem Rundgang über das Gelände überzeugten sich die Gäste, dass
sich hier technischer Hochwasserschutz und naturnahe Landschaftsgestaltung
ideal verbinden. Das Rückhaltebecken ist ein weiterer Schritt im Rahmenplan
für das Rombach- und Sauerbachtal. Nun schlängelt sich die Aal in ihrem
Urbett durch das Becken, 3.000 Pflanzen beleben den Rand um eine gestaute
Wasserfläche und ein Rad- und Fußgängerweg auf dem Damm bindet das Gelände
an die Innenstadt an und lädt zur Freizeitnutzung ein. In kalten Wintern
kann eine 50 mal 70 große Fläche als Natureisbahn geflutet werden. 63.000
Kubikmeter Erde wurden bewegt, davon wurden 29.000 Kubikmeter mit 800 Tonnen
Kalk gemischt in den Damm eingebracht, der zudem mit Stahlspundwänden
gesichert ist. In dem Trockenbecken können 125.000 Kubikmeter Wasser gestaut
werden, das am Auslassbauwerk gezielt mit maximal 20 Kubikmeter pro Sekunde
in die Aal abgelassen werden kann.
Nachhaltigkeitsstrategie vorbildlich: 5,6 Mio. €
Für die Gesamtmaßnahme mit
Ausgleichsprojekten am Rombach und an Eselbach einschließlich des
Kocherausbaus in der Hopfenstraße waren 5,6 Millionen Euro veranschlagt,
davon hat das Land Fördermittel in Höhe von 3,2 Millionen zugesagt. „Wir
werden günstiger abschließen, unsere Mannschaft hat sparsam gearbeitet“
sagte Oberbürgermeister Gerlach und dankte dem Land in Vertretung von Dr.
Gerhard Spilok vom Umweltministerium, den Landtagsabgeordneten Ulla
Haussmann (SPD) und Winfried Mack (CDU), dem Gemeinderat, den beteiligten
städtischen Ämtern und ausführenden Firmen und nicht zuletzt den Anliegern.
In Vertretung von Umweltministerin Tanja Gönner, die wegen Stuttgart 21 ihre
Teilnahme in Aalen absagen musste weil sie sich am Abend im SWR wacker für
"Stuttgart 21" ohne wenn und aber einsetzte und sich vehement gegen einen
Bürgerentscheid aussprach (sie wäre lieber besser nach Aalen gekommen),
zeigte sich der stellvertretende Leiter der Abteilung „Wasser und Boden“ des
Umweltministeriums Dr. Gerhard Spilok beeindruckt von der „gelungenen
Verbindung von Hochwasserschutz und Gewässerökologie“. Die
Nachhaltigkeits-strategie werde auch von der Europäischen Union unterstützt
mit dem Ziel, Flüsse und Gewässer wieder erlebbar zu machen. Auch darin ist
Aalen, Stadt der Unesco-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ und mit
dem „Grünen Aal“ vorbildlich.

Mit einem ökumenischen Gottesdienst vor dem Aalener
Rathaus fanden am Freitag Vormittag die 36. Reichsstädter Tage in Aalen ihre
Fortsetzung. Viele Besucher nahmen mit den Gästen aus den Partnerstädten an
dem von Posaunenchören und ökumenischen Kirch-enchören festlich umrahmten
Gottesdienst teil. |