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Wasseralfinger HNO-Arzt Zech
demonstrierte mit dem Plakat:
SPD wird nach der Bundestagswahl auch auf
Ostalb 10 Euro-Praxisgebühr nun abschaffen
Kandidatin C. Sünder löste ihr Versprechen ein:
SPD-Gene-
ralsekretär Peter Friedrich diskutierte im Zentrum mit Ärzten

HNO-Arzt
Zech aus Wasseralfingen wies eindringlich auf den "ak-tuellen
Allergie-Notstand" hin.
AIZ-Fotos: Dieter Geissbauer
Aalen. Die Bundestagskandidatin
Claudia Sünder tut auch was sie sagt und verspricht: Aus Anlass der
Ärzte-Protetste auf der Ostalb und der geführten Podiumsdiskussion im
Aalener Ärztezentrum hatte sie damals versprochen höchste Kompetenz der SPD
nach Aalen zu bringen und dann im detail weiter mit der Ärzteschaft zu
diskutieren. Diese "Versprechen"
hat sie nun sehr kurzfristig und Dank dem
Entgegenkommen der Ärzteschaft am Donnerstag dem 3. September im 3. Stock im
Konferenzraum eingelöst, während im 1. Stock die Patienten eine Schlange auf
dem Gang bildeten und warten mussten bis auch sie dran kommen:

Vorsichtiges
Abtasten im Gespräch Ärzte, Claudia Sünder und der Generalsekretär im
Ärztehaus in Aalen am Donnerstag 3. September
Das
"Expertengespräch mit der Ärzteschaft Ostalb" brachte Neues: Beim
SPD-Generalsekretär Peter Friedrich konnten endlich rund 15 Ärzte nicht nur ihre Sorgen und Existenz-Ängste los
werden, sondern atmeten auf das Versprechen auf:
"Die SPD wird nach der Bundestagswahl (wenn die Wähler das richtige
Kreuzchen bei der SPD setzen) auch auf der Ostalb die unsäglichen 10
Euro-Praxisgebühr nun abschaffen" hatte der hohe Gast der Ärzteschaft
der Ostalb versprochen.


Nichts als
Probleme: Nicht immer kann die Politik helfen - auch die Kassenärztliche
Vereinigung steht nun auch wieder ind er Pflicht.
Die Ärzteschaft beklagte dass "im Bundes-Trend durch die Krankenreform
Milliarden geflossen sind aber die Gelder in andere Bundesländer flossen.
Über 80 % der Reform-Verlierer sitzen in Bad-en-Württemberg." Schlimmer
noch: "Wir Ärzte mussten 10 % weniger Gewinn Dank Reform und den 5 %
Lohnerhöhungen von Arzthelferinnen hinnehmen". Weiter versicherte der
Sprecher der anwesenden Ärzteschaft: "Wegen der 5 % mehr für Arzthelferinnen
erhöhten sich unsere Fixkosten beträchtlich - aber es wird keine einzige
Arzthelferin wegen der Qualitätssicherung entlassen".

Generalsekretär Peter Friedrich nahm kein Blatt vor den Mund sondern redete
Tacheles: "Die Honorar-Situation für Ärzte ist auch für die SPD
unzufriedenstellend verlaufen. Baden-Württemberg hat eben eine sehr hohe
Arztdichte und die Planungs-Bezirke sind zu großmaschig. Absehbar ist aber
auch dass wir laut aktuellen Studien-Zahlen in einen eklatanten Ärzte-Mangel
hinein geraten. Es gibt aber dafür im politischen Raum keine Antworten, weil
wir keine Unterversorgung haben".

Versprechen
von Claudia Sünder und Generalsekretär Friedrich: auch auf der Ostalb wird
nach der Wahl die "Praxis-Gebühr" abgeschafft.
Friedrich versicherte weiter: "Die SPD will weiterhin auch den
frei-beruflichen Arzt, der die gesundheitliche Grundversorgung auch auf der
Ostalb darstellt". Auf Ärzte-Einwand schloss Friedrich auch sämtliche
Fachärzte mit ein. Vor allem aber gäbe es "Probleme im stationären Bereich
weil heutzutage keine Refinanzierung mehr möglich ist". Zudem steige "der
Kosten- und Personal-Druck in den Krankenhäusern". Die Krankenhaus-Planung
sei also demzufolge nicht mehr in der Lage die Versorgungs-Struktur und
Versorgung allgemein zu garantieren.

Alle Themen
kamen auf den Tisch: Schlagabtausch Politiker/Ärzte.
SPD-Generalsekretär Friedrich schüttete sein Herz aus: "Die Ver-handlungen
mit der Union sind daran gescheitert, dass als auf unsere Forderungen hin
die Krankenkassen zur Vorsorge verpflichtet werden sollen". Es gehe einfach
nicht an und passe nicht ins heutige bild, "dass ein Vollrausch für 5 €
heute wegen der unterschiedlichen Besteuerung" noch möglich ist". Hier müsse
man an der Änderung des Konsum-Verhaltens ansetzen .
'
Generalsekretär im engagierten Gespräch mit Aalener Ärzteschaft.
Das betreffe auch das weitere Problem Raucher/innen: "Wir halten auch nichts
davon dass Raucher mehr als andere in die Krankenkasse einzahlen müssen, wir
halten viel mehr von Eingriffen ins Konsumverhalten. Zum Beispiel dass der
Unfug abgeschafft wird dass Feinschnitt des Tabaks nur gering besteuert
wird.

Keine
Freuden-Tränen wegen dem leckeren Zwiebelkochen auf dem Tisch: Die Ärzte und
die SPD sind nicht weit voneinander entfernt.
Praxis-Gebühr: "Diese Leute
dürfen nicht
dafür bestraft werden dass sie krank sind"
Neben der Abschaffung der 10 €-Praxisgebühr müsse man diese in einen "Malus"
umwandeln: "Alle Arzt- und Krankenhausleistungen kostenlos aber wenn ein
Patient eine 2. Arztmeinung einholen will soll er eine Gebühr bezahlen".
Denn eines sei sicher: Seitdem die verwaltungsaufwendige Praxis-Gebühr von
je 10 € je Quartal erhoben werde "kommen mehr Leute in die Praxen als vor
Einführung der Praxis-Gebühr: Diese Leute dürfen nicht dafür bestraft werden
dass sie krank sind!"

Solidarität: Dr. Zech aus
Wasseralfingen mit seinem Protest-Plakat.
Zwar werde durch die Abschaffung der
Praxis-Gebühr ein Ein-nahmeausfall von 4,2 Milliarden Euro entstehen aber
diese Weniger-Einnahmen könnten durch die hohen Verwaltungskosten
gegen-gerechnet werden.

Einigkeit
zwischen Claudia Sünder und Friedrich: Patienten dienen.
Mit einem Plakat-Protest machte der Wasseralfinger HNO-Arzt Dr. Zech die
tatsächliche Situation deutlich: "1,15 Euro pro Patient ist zu wenig"
wetterte Zech dem SPD-Generalsekretär entgegen. "HNO-Patienten sind meist
Notfälle" meinte Zech: "10 Patienten sind meist am Tag eingetragen und es
kommen 120 Patienten. Über ein Drittel davon haben aus Notfall-Gründen keine
Chance erst zum Hausarzt zu gehen und dort 10 € Gebühr zu bezahlen um eine
Überweisung zu bekommen".

Dazu meinte Friedrich etwas verärgert: "Für alles wird die Politik
ver-antwortlich gemacht, obwohl die KV-Struktur dafür verantwortlich ist".
Auch die Ärzte müssten ihren Beitrag leisten: "Das setzt voraus dass die
Fachärzte für ihre Spezialisierung die Verantwortung selbst übernehmen. Man
wird auch in Zukunft weiter die Hausärzte und auch die Fachärzte
nebeneinander brauchen!" Dieter Geissbauer

Während im 3.
Stock die Ärzte mit dem Generalsekret# um Lösungen rangen im 1. Stock die
Warteschlangen bis auf den Flur.

Die wartenden
Gips-Figuren auf der Bank vor dem Ärztehaus.
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