Auch auf dem Friedhof ist der Reif der Vorbote des Winters::
Klings Krematorium Waldfriedhof verschwin-det rot hinter dem Grün und "Muster-Gräber"

Der Künstler der an der Aussegnungshalle
 die Gasfenster die
nur nachts leuchten schuf ist selbst schon beerdigt worden

Das Krematorium auf dem Waldfriedhof hat seine Farben gew-echselt: Erst roter Hintergrund und nun wachsen schon grüne Kletterblätter hinauf bis zum Dach.      AIZ-Fotos: Dieter Geissbauer
Aalen. Der Waldfriedhof ist ein Eldorado der Ruhe, des Friedens in Aalen und eine Stätte in der sich die Menschen wohl fühlen - lebendig sowieso und selbst beim Tod - keiner kommt in Aalen am Waldfriedhof vorbei wenn er in der Heimaterde bestattet werden möchte. Keiner kommt aber auch nicht am Kling-Krematorium vorbei, das sich gewandelt hat: Der Beton-Bunker in dem Menschen verbrannt werden (Ex-CDU-Raschef Hans Birkhold hatte einmal zu Krematorium-Kling gesagt "Du kriegst mich nicht eines Tages" und hatte Recht behalten er wurde nicht mit Feuer bestattet) verwandelte Dank des Untergrunes zuerst in Rot und nun so langsam aber sicher verschwindet das Kling-Krematorium hinter dem Grün das diese Stätte bald abgedeckt haben wird.

Die Totenglocke auf dem Waldfriedhof läutet jährlich über 300 Mal.  
Aber auch auf dem Friedhof finden sich Menschen ein die bei den Toten Ruihe suchen und finden und viel entdecken können: So auch am Freitag 22. Oktober 2010 als bei Minus-Graden selbst noch um 10 Uhr morgens, als sich der Reif über die Blätter des Friedhofes legte und in ein weißer Meer von Kristallen eintauchte.

Bürgermeisterin Heim-Wenzler auf dem Weg in Aussegnungshalle.  
Aber dennoch ist es einem auf dem Waldfriedhof etwas schwumm-erig: Men weiß eines Tages wird man auch dort hin kommen, ob mit Feuerbestattung und Urne oder mit Erdbestattung. Nicht einmal die Reichen sind dem Tod entkommen. Alle - Reiche und arme - werden wieder auf dem Waldfriedhof Eins und keiner konnte sich freikaufen oder seinen Reichtum mit in den Tod nehmen.

Pietät u. Respekt: Muss das sein? Autos auf Waldfriedhof parken?   
Allerdings fragt man sich warum eigentlich die Leichenhallen ver-schlossen sein müssen? Leben und Tod gehören zusammen und sind nicht voneinander zu trennen. Die Angehörigen wollen tagsüber auch ihre Toten in der Leichenhalle besuchen und nicht auf dem Bänkle vor der Halle nur in ihrer Nähe sein, wie am Freitag 22. Oktober 10,30 Uhr.

Das Glasfenster der Aalener Aussegnungshalle leuchtet nur bei Dunkelheit wenn Licht gemacht wird dann aber um so bunter.          
Als in der Aussegnungshalle 1. Bürgermeisterin Heim-Wenzler die neue Orgel vorstellte hat sie auch sehr pietätvoll über den Tod gesprochen und darüber, dass die einstige "Kälte" auf dem Waldfriedhof "Dank des Gemeinderates" der die 630.000 € geneh-migte, sich nun in einer wohltuende "Wärme" umgewandelt hat. Vor allem die korbgeflochtene Decke der Aussegnungshalle strahlt diese Wärme aus, in der sich selbst eine Frau wohl fühlte die sonst dem Tode näher als uns steht: Der Frau vom Hospizdienst.

Das Schicksal geht eben seine eigenen Wege, wie 1. Bürgermeisterin Heim-Wenzler berichtete: Sie wies auf die Glas-fenster hin, die aber nur am Abend und wenn die Aussegnungs-Halle beleuchtet ist, ihre Pracht entfalten. Allerdings ist - wie die Bürgermeisterin zurecht bemerkte - der Künstler auch kurze Zeit später nach Fertigstellung der herrlichen Fenster auch schon beerdigt worden. Dieter Geissbauer

630.000 € wurden insgesamt in die Ausstegnungs-Halle investiert.   

Die Frau von Aalener Hospiz (links) und Pressesprecherin U. Singer.

Klings Krematorium bekommt nun auch noch natürlichen "Mantel".  




Bildimpressionen am frühen Freitagmorgen an der Leichenhalle.      

Mustergräber der Stadt Aalen: Vorbildliche Auswahl für alle Bürger.