Geschäftsführer Josef Bühler überreichte Fahrzeugschlüssel:
Mit siebtem "VERAHmobil" ist nun ärztliche
Versorgung auch für Oberkochen gesichert
Mehrmals pro Woche verlässt medizinische Fachangestellte
Ingeborg Hug im Auftrag Praxis in der Heidenheimer Straße


Josef Bühler, Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg, überreichte die Schlüssel des VERAHmobils an   Ingeborg Hug von der Gemein-schaftspraxis Hä-gele und Gangl mit einer besonderen Kundefreude. 
Aalen/Oberkochen. "Ärztliche Versorgung absichern: Hausbe-suche der VERAH im kleinen Flitzer in und um Oberkochen: VERAH und ihr VERAHMobil helfen die hausärztliche Versorgung in Oberk-ochen zu sichern" meldet die AOK Ostwürttemberg unter diesen Titeln der AOK den Beginn des Einsazes des 7. Autos in Ostwürttemberg: Mehrmals pro Woche verlässt die medizinische Fachangestellte Ingeborg Hug die Praxis in der Heidenheimer Straße in Oberkochen und düst los. Ihre Route führt kreuz und quer durch die Stadt und in die umliegenden Ortschaften.

Auf Beifahrersitz: 2. VERAH Monika Konradt links: Dr. med. Diane Hägele und Peter Gangl rechts: Hanna Alfia, Dr. Carmen Wörz, beid-es Ärztin der Gemeinschaftspraxis, Petra Hieber vom Arztpartner-Service der AOK Ostwürttemberg.   AIZ-Fotos: AOK Ostwürttemberg
Die 54-jährige hat eine Weiterbildung zur Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis, kurz VERAH, gemacht. Sie unterstützt zusam-men mit ihrer Kollegin Monika
Konradt, ebenfalls VERAH, seitdem ihre Chefin, die Internistin Dr.med. Diane Hägele, indem sie ihr Routine-Hausbesuche abnimmt. Jetzt steht Frau Hug dafür ein eigenes Auto, das so genannte VERAHmobil, zur Verfügung. Sinn der VERAH und des Autos ist es, Hausbesuche und damit die ärztliche Versorgung vor allem in ländlichen Regionen langfristig ab-zusichern.

Der Mangel an Allgemeinmedizinern und Internisten zeichnet sich ab. Im Ostalbkreis werden in den nächsten zehn Jahren rund ein Drittel aller Hausärzte ihre Praxis aus Altersgründen aufgeben. Eine Übernahme durch einen Nachfolger ist bei den meisten Praxen wohl nicht gegeben. Je weniger Praxen vorhanden sind, umso mehr Patienten müssen die verbleibenden auffangen.

Damit das funktioniert muss der Hausarzt entlastet werden. Dazu hat der Hausärzteverband eine spezielle Weiterbildung entwickelt: Die Versorgungsassistentin in der Facharztpraxis, kurz VERAH, arbeitet zu über 70 Prozent im ländlichen Raum und übernimmt Routine-Aufgaben vor allem bei chronisch kranken Patienten, die den Weg in die Praxis nur schwerlich bewältigen. Die AOK Baden-Württemberg unterstützt diesen Weg, indem sie im Rahmen des eigenen Hausarztvertrages die VERAH mitfinanziert und dem Arzt keine Beschränkung bei der Anzahl der zu betreuenden Patienten auferlegt.

Dies ist im kassenärztlichen Regelsystem weiterhin der Fall. Internistin Dr. med. Diane Hägele, seit 13 Jahren Hausarzt in Ober-kochen und ihr Kollege Peter Gangl, ist dem Hausarzt-Programm der AOK Baden-Württemberg vor fünf Jahren beigetreten. Ihre Mitarbeiterin Ingeborg Hug hat die VERAH-Fortbildung schon letztes Jahr, Monika Konradt kürzlich vollendet. „Ingeborg Hug und Monika
Konradt nehmen mir aufwändige, zeitintensive Behandlungen wie Verbandswechsel, Blutdruckmessung, Blutabnahme und Spritzen ab, sie fungieren quasi als mein verlängerte Arme“, berichtet die Oberkochener Hausärztin. „So können wir die Versorgung von Chronikern in Oberkochen und Umgebung durch Hausbesuche deutlich verbessern. Dies ist eine optimale Lösung für alle: für mich als Hausärztin, für die VERAH und natürlich für den Patienten.“

„Wir wollen eine gute ärztliche Versorgung“
Um ihre VERAH für Besuche inner- und außerhalb Oberkochens zu rüsten, nimmt die Hausarztpraxis an der Mobilitätsoffensive von AOK Baden-Württemberg, Hausärzteverband und dem MEDI-Verband teil. „Wir wollen eine gute ärztliche Versorgung“, sagte AOK-Geschäftsführer Josef Bühler:  „Die AOK Baden-Württemberg hat mit dem AOK-Hausarztvertrag, der finanziellen Unterstützung von VERAHs und nun dem vergünstigten Angebot der
VERAHmobile ein sehr gutes Paket für Hausärzte geschnürt. Die Patienten profitieren davon und wir als Gesundheitskasse leisten eine entscheidenden Beitrag, damit die ambulante ärztliche Versorgung abgesichert wird.“

Petra Hieber für den Arzt-PartnerService bei der AOK Ostwürttem-berg aktiv, ist überzeugt, dass noch weitere Ärzte dieses Mobilitäts-angebot annehmen. „Die Notwendigkeit von VERAH und VERAHmobile werden für die ärztliche Versorgung immer wichtiger werden.“

Die Praxis von Internistin Dr. med. Diane Hägele und ihrem Kollegen Peter Gangl, hat das 3. VERAHmobil, einen VW up!, im Ostalbkreis erhalten. In Aalen hat die Praxis von Dr. Pfau und in Neresheim die Praxis von Dr. Ströbel auch so ein Auto im Einsatz. Die Kleinwagen mit einheitlichem Aussehen können von den Hausärzten, die im Hausarztvertrag von AOK Baden-Württemberg eingeschrieben sind, zu sehr günstigen Konditionen geleast werden. Auf der Heckscheibe ist die Praxisbezeichnung angebracht. Mehr als 1.000 dieser Autos sollen in den nächsten fünf Jahren auf den Straßen Baden-Württembergs unterwegs sein, um flächendeckend Patienten optimal zu versorgen. In Ostwürttemberg sind es nun mit dem Oberkochener Fahrzeug schon sieben
VERAHmobile.