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"Anbau
der Braugerste auf dem Härtsfeld eine feste Größe":
Pionier der Ostalbkreis-Braugerste Karl-Joh-
ann van Eeck gibt "Härtsfeld" keinesfalls auf
16. Zentraler Pflanzenbautag: Dritte
Plätze für Peter Grundler
(Neresheim-Dossingen) und Ottmar Dambacher aus Elchingen

Zu sehen sind von links nach rechts: Peter
Grundler, Neresheim-Dossingen; in Vertretung von Ottmar Dambacher dessen
Sohn, Neresheim-Elchingen und Karl-Johann van Eeck vom Geschäfts-bereich
Landwirtschaft.
AIZ-Foto_ Landratsamt Ostalbkreis
Aalen. Der Anbau der
Braugerste stellt auf dem Härtsfeld eine feste Größe dar. Auch das Know-how
für den qualitativ hochwertigen Anbau ist vorhanden. Den Beweis hierfür
liefern gleich zwei Landwirte dieser Region, die sich unter den Preisträgern
des Landesbraugerstenwettbewerbs 2012 befinden, der Ende 2012 in Herrenberg
stattfand. Im Rahmen des 16. Zentralen Pflanzenbautages des Ostalbkreises
Anfang des Monats konnte nun Karl-Johann van Eeck vom Geschäftsbereich
Landwirtschaft des Landratsamts den Landwirten Peter Grundler aus
Neresheim-Dossingen und Ottmar Dambacher aus Neresheim-Elchingen, jeweils
einen dritten Preis mit Urkunde und einen Geldbetrag überreichen.

Hand voll
"Braugerste" auf dem "Härtsfeld" wertvoll fast wie "Gold"?
Der Braugerstenwettbewerb wird jährlich von der Landesbraugersten-stelle
beim Regierungspräsidium Tübingen für das gesamte Land durchgeführt. Über
120 Braugerstenmuster standen in Herrenberg zur Auswahl und hatten den
Qualitätskriterien zu genügen. Von der Ostalb wurden drei Proben
eingereicht, von denen nun zwei prämiert wurden. Gerade auf den kargen Böden
des Härtsfeldes gibt es in aller Regel gute Voraussetzungen für einen
qualitativ hochwertigen Braugerstenanbau. So ist es wichtig, dass vor allem
der Eiweißgehalt nicht über 10,5 Prozent hinausgeht. Hinzu gilt es, ein
vollbauchiges Korn mit einem Vollgerstenanteil von über 90 Prozent bei einem
Siebdurchgang größer 2,5 mm zu produzieren. Auch die Spelzfeinheit und der
Geruch werden bewertet. Weitere Prüfungen betreffen das Vorliegen von
Auswuchs, Verletzungen und Verunrei-nigungen.
Der Braugerstenanbau ist aufgrund der meist unbefriedigenden preislichen
Entwicklungen in den letzten Jahren in Baden-Württemberg von 130 000 ha noch
Ende 1970 auf nunmehr 65 000 ha in 2012 zurückgegangen. Damit hat sich die
Braugerstenfläche halbiert, auch eine Folge des rückläufigen Bierkonsum.
Eine ähnliche Entwicklung hat sich im Ostalbkreis vollzogen. So waren es im
Jahr 2000 noch ca. 3.100 ha, im Jahr 2010 gerade mal 1.724 ha (einschl.
Futtergerste).
Van Eeck sprach sich dafür aus, den Braugerstenanbau nicht vollends im
Ostalbkreis zu vergessen. Der entsprechende Standort auf dem Härtsfeld sei
vorhanden und bei einem Ertrag von 5,5 bis 6 Tonnen je ha und einem Preis
von 22 bis 24 Euro je Dezitonne dürfte nach jetziger Situation ein durchaus
wirtschaftlicher Braugerstenanbau möglich sein. Die Aussichten für eine
stabilere Preissituation seien nach den aktuell vorliegenden und
einschlä-gigen Marktberichten gegeben.
Van Eeck gratulierte den zwei Preisträgern beim letztjährigen
Braugerstenwettbewerb und wünschte sich, dass der Brau-gerstenanbau in der
hiesigen Region weiterhin mit Erfolg und quali-tativ hochwertig betrieben
wird. Ein bekanntes Know-how, so an die Versammlung gerichtet, gebe man
nicht so ohne weiteres auf. |