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Facetten der aktuellen
Problematik "multiresistenter Erreger":
Premiere:
Ostalbkreis gründete das Netzwe-
rk zur Bekämpfung multiresistenter Erreger
Sicht der Ostalbkreis-Ärzteschaft brachte Rainer M.
Graeter
(Essingen) als Vorsitzende der Kreisärzteschaft Aalen ein

Netzwerk: Von links: Chefarzt Dr.
Manfred Wiedemann, Stauferkli-nikum Schwäbisch Gmünd; Rainer M. Gräter,
Vorsitzender der Kreisärzteschaft Aalen; Hans Eberhardt, Pfleger am Klinikum
Heidenheim und Dr. Klaus Walter, Gesundheitsdezernent Land-ratsamt
Ostalbkreis.
AIZ-Foto: Landratsamt Ostalbklreis
Aalen. Der Geschäftsbereich
Gesundheit im Landratsamt Ostalbkreis hat zusammen mit den niedergelassenen
Ärzten, den Sozialstationen, Pflegeheimen und Krankenhäusern ein
MRE-Netzwerk Ostalbkreis gegründet. „MRE" steht für Multiresistente Erreger,
deren Prävention und Bekämpfung nur durch eine gute Vernetzung und
Zusammenarbeit unter den Partnern im Gesund-heitswesen gelingen kann.
Am vergangenen Mittwoch konnte Landrat Klaus Pavel zahlreiche Vertreter von
Gesundheitsinstitutionen im Ostalbkreis im Aalener Landratsamt begrüßen. In
der Veranstaltung über multiresistente Keime und ihre Bekämpfung gab
zunächst Gesundheitsdezernent Dr. Klaus Walter Informationen über den
MRSA-Erreger - MRSA steht für Methicillin-resistenter Staphylococcus Aureus.
Danach wurde der Ist-Zustand im Ostalbkreis dargestellt, für die
Krankenhäuser referierte Chefarzt Dr. Manfred Wiedemann vom Stauferklinikum
Schwäbisch Gmünd.
Die Sicht der niedergelassenen Ärzteschaft brachte Rainer M. Graeter, der
Vorsitzende der Kreisärzteschaft Aalen, ein und aus der Sicht der Alten- und
Pflegeheime sprach Christoph Rohlik von der Samariterstiftung. Anschließend
gab es einen interessanten und anschaulichen Erfahrungsbericht aus einem
bestehenden Netzwerk in der Nachbarschaft.
Hans Eberhardt, Pfleger am Klinikum Heidenheim, führte kenntnisreich in die
Problematik ein und zeigte Lösungswege auf. In den Vorträgen wurde deutlich,
dass der Ostalbkreis von multiresistenten Erregern nicht
überdurchschnittlich betroffen ist. Insgesamt stellt sich die Situation im
Vergleich zu Baden-Württemberg oder Deutschland sogar eher günstiger dar.
Trotzdem sind große gemeinsame Anstrengungen notwendig, um die bundesweit zu
beobachtende schnelle und beunruhigende Zunahme von multiresistenten
Erregern zu bekämpfen. Multiresistente Erreger verursachen nicht nur Kosten,
sondern sie belasten alle Partner im Gesundheitswesen und natürlich vor
allem die betroffenen Patienten, deren Wohl für alle Beteiligten das größte
Anliegen ist.
In der anschließenden lebhaften Diskussionsrunde wurden viele Facetten der
Problematik multiresistenter Erreger angesprochen, so beispielsweise der in
Deutschland hohe Verbrauch von Antibiotika beim Menschen aber auch in der
Tierzucht.
„Das MRE-Netzwerk wird nun unter
der Koordination des Geschäfts-bereiches Gesundheit seine Arbeit aufnehmen und
praktische Handlungsempfehlungen für die jeweiligen Einzelbereiche
erarbeiten", so Dr. Walter. Ziel ist es, multiresistente Erreger aufzuspüren
und - wenn notwendig - die Patienten einer konse-quenten Sanierung
zuzuführen, sei es im Krankenhaus, im Pflegeheim oder beim Hausarzt. Es
bestand die einhellige Meinung, dass nur gemeinsam eine Verbesserung
erreicht werden kann und dass die Gründung des MRE-Netzwerkes zum richtigen
Zeitpunkt erfolge. |