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Kiesel-Anwälte aus
Aalen haben sich höchsten Preis verdient:
Hundt und Minister
Schmid zeichneten "fa-
milienfreundliches Unternehmen Kiesel" aus
Vereinbarkeit von Beruf und Familie
steht längst auf der Ag-
enda des Großteils der Unternehmen in Baden-Württemberg

Bei der
Preisverleihung familienfreundliches Unternehmen des Landes: von links:
Stellvertretender Ministerpräsident
und Wirtscha-ftsminister Dr. Nils Schmid (SPD); Dr. Birgit Buschmann,
Leiterin des Referats Frauen, Wirtschaft und Technik im Ministerium für
Finanzen und Wirtschaft; Preisträger Lothar Kiesel aus Aalen und Henning
Necker von Kiesel & Partner, Arbeitgeberpräsident Prof. Dr. Dieter Hundt.
Foto: Wirtschaftsministerium
Aalen.
Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie steht
längst auf der Agenda des Großteils der Unternehmen in Baden-Württemberg. Im
Rahmen des landesweiten Projekts familyNET werden sie dabei durch das
Ministerium für Finanzen und Wirtschaft sowie die Arbeit-geberverbände
Südwestmetall und Chemie Baden-Württemberg unterstützt. Am Mittwoch 20.
Februar wurden erstmals Unterneh-men mit dem familyNET-Award für besonders
familienfreundliche Projekte ausgezeichnet, darunter die Anwaltskanzlei
Kiesel aus Aalen.
Zur Premiere hatten insgesamt 32 Firmen und Betriebe ihre Bewerbungen für
den familyNET-Award abgegeben. In drei Kategorien – 11 bis 50 Beschäftigte,
51 bis 250 Beschäftigte und 251 bis 500 Beschäftigte – wurden die Preise
vergeben. Bewertet wurden dabei die Aktivitäten der Unternehmen auf
insgesamt sechs möglichen Handlungsfeldern. So bildeten
Best-Practice-Beispiele in den Bereichen Kinderbetreuung, Pflege von
Angehörigen, Work-Life-Balance und betriebliches Gesundheitsmanagement,
Mütter und Väter in Führungspositionen, der Komplex Arbeitszeitgestaltung,
Arbeitsorganisation und Arbeitsort sowie Elternzeit/Wiedereinstieg in den
Beruf die Basis für die Bewertung. Die Jury setzte sich zusammen aus
Vertretern von Wirtschaft, Verbänden und dem Ministerium für Finanzen und
Wirtschaft.
Finanz- und
Wirtschaftsminister Nils Schmid betonte: „Die Vereinbarkeit von Beruf und
Familie wird immer mehr zum zentralen Standortfaktor. Gemeinsam mit der
Wirtschaft wollen wir die Innovationskraft und Familienfreundlichkeit
Baden-Württembergs stärken. Die Landesregierung forciert mit dem Pakt für
Familien den Ausbau der Kinderbetreuung. Denn unser Ziel ist eine
Betreu-ungsgarantie bis zum Ende der Schulzeit.“
Stellvertretend für die
beteiligten Arbeitgeberverbände wies Professor Dr. Dieter Hundt auf die
wachsende Bedeutung familienfreundlicher Strukturen mit Blick auf die
Fachkräftesicherung hin. „Auch Fachkräfte benötigen familiengerechte
Lösungen. Betriebe steigern mit flexiblen und bedarfsgerechten Angeboten zur
Vereinbarkeit von Familie und Beruf ihre Attraktivität im Wettbewerb um
Fachkräfte“, sagte der Präsident der Arbeitgeber Baden-Württemberg: „Die
Vielfalt der bereits bestehenden Angebote ist beeindruckend. Mit dem
familyNET-Award zeichnen wir besonders innovative und nachhaltige Modelle
aus. Damit wollen wir auch kleinere und mittlere Unternehmen ermutigen, sich
auf den Weg zu machen.“ Hundt forderte aber auch die Politik auf, die
Betreuungsinfrastruktur auszubauen und für einen vernünftigen
Familienlastenausgleich zu sorgen.
Der familyNET-Award in der
Kategorie 11 bis 50 Beschäftigte ging an die Rechtsanwalts- und
Steuerberaterkanzlei Kie-sel & Partner aus Aalen. Diese lasse „beispielhaft,
nachahmenswert und in den eigenen Räumen Kleinkinder ab 5 Mona-ten von qualifizierten Tag-esmüttern betreuen“, hei-ßt es in der Begründung. Bei den Firmen mit 51 bis 250
Beschäftigten setzte sich die Volz Gruppe aus Deilingen durch. Der Produzent
für Rohrverschraubungen und Schlauchverbindungen betreibt seit 2005 eine
betriebseigene Kindertagesstätte mit durchgängiger Betreuung für Kinder von
sechs Monaten bis zehn Jahren. Mittlerweile betreuen pädagogische Fachkräfte
die Kinder von 7.30 bis 17 Uhr in drei öffentlichen Gruppen. Eine
Hausaufgaben- und Ferienbetreuung runden das Angebot ab.
Fotos: Aus der Internetseite der Anwaltskanzlei
Kiesel Aalen
http://www.kiesel-partner.de/kp/Seiten/Kanzlei-Kiesel-Partner-Aalen.php
familyNET-Award-Gewinner im
Bereich 251 bis 500 Beschäftigte wurde das Pharmaunternehmen GP Grenzach aus
Grenzach-Wyhlen. „Die familienbewusste Personalpolitik zeichnet sich in
besonderem Maße durch Angebote in der Pflege von Angehörigen aus“, hieß es
in der Laudatio. Von Informationsveranstaltungen für die Mitarbeiterschaft,
über eine eigene Notfallmappe für pflegende Angehörige bis hin zu einer
eigenen Familienbeauftragten reiche das Portfolio bei GP Grenzach.
Mit einem Sonderpreis wurde
darüber hinaus der Förderverein Kinderbunt aus Heilbronn bedacht. Insgesamt
neun Betriebe und Institutionen aus Heilbronn und Umgebung haben sich unter
dem Dach des Vereins zusammengeschlossen, um unter der Trägerschaft des
Arbeiter-Samariter-Bunds in einer Art „Verbundlösung“ eine gemeinsame
Kindertagesstätte zu betreiben.
Die Laudatio für die Firma Kiesel Aalen und Fotos werden morgen
nachgeliefert unter
http://www.suedwestmetall.de,
oder unter http://www.chemie.com oder unter
der bekannten Internet-Adresse
www.mfw.baden-wuerttemberg.de
Ziel des landesweiten
Projekts familyNET ist es, Unternehmen Beratung und Coaching anzubieten, um
sie individuell und betriebsspezifisch bei der Entwicklung und Einführung
einer familienbewussten Personalpolitik zu unterstützen.. familyNET wird
unterstützt durch das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft aus Mitteln
des Europäischen Sozialfonds. Darüber hinaus beteiligen sich an der
Finanzierung der Verband der Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg
e. V., Südwestmetall und der Arbeitgeberverband Chemie Baden-Württemberg
e. V. Die BBQ Berufliche Bildung gGmbH, eine Tochtergesellschaft des
Bildungswerke der Baden-Württembergischen Wirtschaft e. V., setzt das
Projekt familyNET um. Kooperationspartner ist der
Landesfamilienrat Baden-Württemberg. |