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Kaum zu glauben aber
wahr welche Dramen sich abspielen:
Ritzen ist auch im Ostalbkreis in Mode wenn
der Schmerz sonst nicht gestillt werden kann
"Ritzen und Co. - Selbstverletzung"
war das Fortbildungsthe-
ma: "Mit
selbst verletzendem Verhalten schwieriges Thema"

Die Präventionsbeauftragte des
Regierungspräsidiums Stuttgart, Magda Schröder, im Gespräch mit den
Referenten Hannah Grimm und Ulrich Waibel.
AIZ-Foto: Landratsamt Ostalbkreis
Aalen. "Ritzen
und Co. - Selbstverletzung war Fortbildungsthema": In Zusammenarbeit mit den
Präventionsbeauftragten des Regier-ungspräsidiums Stuttgart veranstaltete
das Landratsamt Ostalbkreis einen Thementag für Lehrbeauftragte und
Interessierte. Das Thema diesmal: „Ich spüre mich nicht mehr –
Risikoverhalten und Selbstverletzung". Die Präventionsbeauftragte des
Regierungsprä-sidiums für die Schulen im Ostalbkreis, Magda Schröder, und
der Suchtbeauftragte des Ostalbkreises Berthold Weiß, begrüßten die
Teilnehmenden zu dem gemeinsam organisierten Fortbildungstag.
Mit selbst verletzendem Verhalten habe man sich ein schwieriges Thema
ausgesucht. Allerdings sei dieses an Schulen häufig zu beobachten. Den
Lehrenden sowie den Verantwortlichen in der Schulsozialarbeit müsste deshalb
Verhaltenssicherheit im Umgang mit betroffenen Schülerinnen und Schülern
vermittelt werden.
Im ersten Teil des Vormittages wurden gemeinsam die verschie-denen Formen
der grausamen Selbstverletzung sowie mögliche handlungsalternativen
erarbeitet. Dabei wurde deutlich, welch breites Spektrum im Schulalltag und
in der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen auftritt. Einen
professionellen Einblick erhielten die Teilnehmenden durch die Psychologin
an der Kinder- und Jugend-psychiatrie Ellwangen, Hannah Grimm. Sie
informierte über die Urs-achen einer Selbstverletzung, die Diagnose und die
medizinischen Folgen. Dabei wurde deutlich, dass selbstverletzendes
Verhalten wie sich selbst schneiden, brennen, stechen oder schlagen relativ
häufig auftritt: Ungefähr jeder siebte Jugendliche hat sich im Verlauf des
letzten Jahres mindestens einmal selbst verletzt.
Mehr als die Hälfte von ihnen beginnt im Alter von 13 oder 14 Jahren - und
zwei von drei Betroffenen sind Mädchen. Einen breiten Raum nahm die
Erarbeitung von Interventionsmöglichkeiten an der Schule ein und die
mögliche Hilfe durch die Kinder- und Jugendpsychiatrie Ellwangen mit
Institutsambulanzen in allen drei Großen Kreisstädten.
Am Nachmittag führte Sozialpädagoge Ulrich Waibel aus Stuttgart in die
Themen Risikoverhalten und Risikokompetenz ein. Ausgangspunkt seiner
Überlegungen war die Feststellung, dass es nichts bringe, Kinder und
Jugendliche von jedem Risiko fernhalten zu wollen. Vielmehr müssten Kinder
lernen, Risiken zu erkennen und daran ihr Verhalten auszurichten.
In Gruppenarbeit wurde eben dieses Verhalten erarbeitet und Methoden der
Risikovermeidung erörtert. Mit praktischen Beispielen wurden Fragen wie „Wie
viel Risiko lasse ich zu?" und „Wann muss ich, z.B. als Lehrer,
Verantwortung übernehmen?" erarbeitet. Mit einer Vielzahl von praktischen
Übungen für den Schulalltag wurden Möglichkeiten vorgestellt, wie
Jugendliche Risikokompetenz erwer-ben können.
Weitere Informationen zu dem heißen und aktuellen Thema gibt es beim
Suchtbeauftragten des Ostalbkreises unter der Internet-Adresse
www.praevention.ostalbkreis.de, Telefon 07361 503-1293. |