"Wenigstens Zocker Hoeneß kann sein Gewissen befragen":
"Turbo-Thilo" hatte Premiere und Landrat K.
Pavel wurde für 16 Jahre Ostalbpolitik gelobt
Josef Mischko zur Situation auf der Ostalb:
Die Show des Unt-
ernehmerlager alt gegen jung auszuspielen ist eine Schande!


Josef Mischko hielt die 1-Mai-Rede die zwar nur als "Begrüßung" deklariert war aber Mischko hat allen in den Problemen aus dem Herzen gesprochen sodass wir diese Rede aus diesen Gründen fast komplett abdrucken.                            AIZ-Fotos: dieter Geissbauer
Aalen.
 Der DGB rief und alle kamen sie am Donnerstag den 1. Mai 2014 dieses Mal nicht auf den Markplatz weil Regen angesagt war, sondern ins Foyer des Aalener Rathauses.: Hunderte Gewerkschaftler aber auch die Prominenz die so von Josef Mischko begrüßt wurde: Der 1. Mai ist einer der wichtigsten Tage im Jahr. Darum ist es für uns eine besondere Wertschätzung, dass viele Vertreter demokratischer Parteien, Kirchen, Vereine, der Stadt- und Landkreisverwaltung Ihre Verbundenheit mit uns Gewerkschaften ausdrücken, ich begrüße zum ersten Mal unseren neugewählten Oberbürgermeister Thilo Rentschler! Ihr Ruf die Stadt Aalen positiv zu verändern eilt Ihnen Voraus. - und das mit einem Affenzahn! Ihr Beiname ist Turbo-Thilo! Jetzt müssen Sie beweisen, dass Sie sich genauso gut und genauso schnell für die Arbeitnehmer im Rathaus und anderswo einsetzen! Seien Sie uns herzlich willkommen.

Zwei aufmerksame Zuhörer: Landrat Pavel und CDU-MdL Mack (li.)  
Landrat Klaus Pavel hat in über 16 Jahren immer wieder gezeigt, dass er für Ausbildungs- und Arbeitsplätze kämpft! Seien Sie uns herzlich willkommen.
 Landtagsabgeordneter Winfried Mack CDU, die Vertreter der Gemeinderatsfraktionen mit Albrecht Schmid (SPD),  Bernhard Ritter (Freie Wähler),  Roland Hamm (Die Linke),  für - Dekan Ralf Drescher von der evangelischen Kirchengemeinde Aalen Aalens beliebter Stadtpfarrer und SPD-Kreisrat Bernhard Richter, für die Katholische Betriebsseelsorge Dr. Rolf Siedler für die AOK Ostwürttemberg Geschäftsführer Josef Bühler, für die türkische Gemeinde Aalen Mithat Basaran, für den  Tamilischen Freundschaftsverein, welcher uns heute bewirtet Mutu und Heidrun Roschmann von der GEW. Sie bewirtet mit ihren Schülern seit vielen Jahren unsere Kundgebung mit Kaffee und Kuchen. Die Einnahmen gehen zur Finanzierung vom Schullandheim.

Die Tamilen unter Mutu sorgten wieder für hervorragende Bewirtung. 
Vor der
 Rede des stellvertretenden Vorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Michael Futterer, an der zum Thema Europa noch während die Musik spielte eifrig gefeiert wurde zum Thema Europa und Gerechtigkeit, bezeichnete Mischko den 1. Mai 2014 als "unser heutiger Kampf- und Feiertag des Deutschen Gewerkschaftsbundes". Das Motto des diesjährigen 1. Mai laute: "Gute Arbeit. Soziales Europa". Mischkos Mahnung:  Dafür erheben wir heute am 1. Mai unsere Stimmen. Es ist auch immer der Tag, der uns an heftige Auseinandersetzungen mit der Arbeitgeberseite erinnert. Wir erscheinen manchen gerne als die Mahner und ewigen Nörgler oder gar Radaubrüder und -schwestern:

Für die Umrahmung sorgte glanzvoll das "Rosensteiner Orchestra"  
Das stimmt nicht! Ich erinnere ohne uns DGB-Gewerkschaften gäbe es keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. 30 Tage Urlaub, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, die Arbeitszeitverkürzung und vieles mehr: Das alles wurde uns nicht geschenkt! Im Gegenteil, es war jeweils, wenn nicht gleich, der Untergang der Wirtschaft, dann zumindest einer schwerer Klotz am Bein der Wirtschaft oder Behörden.

Unsere IG Metall Jugend kämpft für gute Bildung in den Schulen und Betriebe! Die IG Metall Jugend will mit der Aktion Revolution Bildung alle wachrütteln! Bildung ist der Schlüssel für eine gute Zukunft und gute Arbeit! Ich sage: Die abschlagsfreie Rente nach 45 Jahren ist richtig. 45 Jahre harte Arbeit, das ist genug! Das ist keine Frage von Wettbewerbsfähigkeit oder Haushaltspolitik. Das ist eine Frage von Gerechtigkeit und von Respekt vor einer lebenslangen Leistung.

Auch Grünen-Stadträtin (links) sorgte dass Promis informiert werden
Und ich sage auch: Was die üblichen Verdächtigen aus dem Unter-nehmerlager und ihre politischen Handlanger für eine Show in dieser Sache abgezogen haben, das ist eine Schande! Jung und Alt gegeneinander auszuspielen. Aus der hart erarbeiteten Rente eine Frage der Generationengerechtigkeit machen, schreit zum Himmel. Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander spricht davon, dass wir die Zukunft verfressen". Tiefer kann man nicht sinken.

Harmonie wie sie es nur beim DGB gibt: OB Rentschler u. Landrat. 
Wir, als IG Metall haben die Jungen gefragt, was sie von der Rente mit 63 halten - und über 70 % finden sie gut. Weil sie die Arbeitsbedingungen kennen, weil sie sich selbst Sorgen machen, wie sie das bis 67 schaffen sollen. Wer Generationengerechtigkeit fordert, der muss doch vor allem eines tun: Dafür sorgen, dass die Jüngeren von uns sichere und gut bezahlte Arbeit bekommen.
Ich frage:

V.L.: OB Maier aus Unterkochen, Pfarrer Richter und Landrat Pavel.

  • Wie soll man sich ein Leben aufbauen, wenn alles unsicher ist?
  • Wie soll man eine Familie gründen, wenn man Angst hat, seinen Arbeitsplatz zu verlieren?
  • Wie soll man langfristig vorsorgen, wenn das Geld gerade so für den Monat reicht?
  • Warum kriegen so viele junge Menschen nur eine Chance in der Leiharbeit?


Auch CDU-MdL W. Mack aus Ellwangen mischte sich unters Volk. 

Erst, wenn DAS ALLES geregelt ist, dann reden wir noch mal über Generationengerechtigkeit!  D
ass diese Themen in der Diskussion sind, das ist uns Gewerkschaften zu verdanken.

Bild des Tages: ON Rentschler (links) und sein Ex-OB-Bewerber.    
Und auch unsere Botschaft, dass man von 3, 4 oder 5 Euro Stundenlohn nicht leben kann. Nicht in Stuttgart, nicht in Aalen, aber auch nicht in Cottbus, wo gerade das Arbeitsgericht festgestellt hat, dass ein Stundenlohn von 1,60 Euro kein strafbarer Lohnwucher ist. Ja sa t mal, wo leben wir denn? Es wird höchste Zeit, dass wir sittenwidrigen Löhnen einen Riegel vorschieben.
Jetzt müssen wir nur verhindern, dass der Mindestlohn nicht noch weiter durchlöchert wird und später nichts mehr übrig bleibt als Schweizer Käse. Und die abschlagsfreie Rente und der Mindestlohn sind nur erste Schritte. Die Politik soll nicht denken, dass sie mit dem bisschen Kitt und Kleber den Scherbenhaufen ihrer Sozialpolitik reparieren kann!

Úngewohnt aber treffsicher: Parolen an der Information für alle.         
Wir wollen keinen Finanzmarkt auf dem die
Hoeneße dieser Welt zocken: Gewissen?"

Wir brauchen auch einen Finanzmarkt, der den Menschen dient. Wir wollen keinen Finanzmarkt, auf dem die Hoeneße dieser Welt zocken, wie es ihnen gerade in den Sinn kommt. Und schon gar nicht wollen wir für deren Verluste gerade stehen. Wenigstens Hoeneß hat jetzt mal etwas Zeit, in aller Ruhe sein Gewissen zu befragen. - Wir dürfen nicht locker lassen und müssen weiter kämpfen für einen geordneten Arbeitsmarkt. Wir haben schon viel erreicht. Jetzt muss es weiter gehen. Früher war Arbeit die Quelle von Wohlstand für viele. Heute sagen viele: Ich bin arm trotz Arbeit. Ich muss zum Amt gehen und aufstocken." Heute heißt es: Ich bin Leiharbeiter. Ein Arbeiter zweiter Klasse. Oder es heißt: Ich arbeite über Werkvertrag. Keiner vertritt meine Interessen.

Von links: Stadträtin, AOK-Boß Bühler und Suchtberater Weiß.      
Bei der Leiharbeit sind wir zwar schon einen guten Schritt weiter, obwohl sie wenn es nach mir geht verboten gehört! Leiharbeit ist Sklavenarbeit! Es ist an der Zeit, endlich auch den Missbrauch durch Werkverträge zu verhindern! Wir dürfen jetzt nicht nachlassen, liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir wollen einen Arbeitsmarkt, der seinen Namen auch verdient.
Wir wollen gute, faire und sichere Arbeit!

Für Bewirtung war am 1. Mai im Aalener Rathaus bestens gesorgt.  

"Wenn wir zusammen stehen dann nimmt
uns niemand auch 2014 die Butter vom Brot"

Bei den Tarifverhandlungen für den Offentlichen Dienst haben wir mal wieder einen Kraftakt erlebt. Allein zur zweiten Warnstreikwelle habt Ihr - liebe Verdianer - über 200.000 Beschäftigte auf die Straße geholt. Respekt! Und Ihr habt satte Entgelterhöhungen rausgeholt. Und einen einheitlichen Urlaubsanspruch. Und die Verlängerung der Ubernahmegarantie. Das zeigt wieder einmal: Wenn wir zusammen stehen, dann nimmt uns niemand die Butter vom Brot.

"Lieber auch aktuell in der Ukraine gültig 100
Stunden verhandeln als 1 Minute schießen
Wir alle schauen uns seit Wochen, wie ich vermute mit vielen Sorgen die Entwicklung in der Ukraine an. Was mich aber entsetzt, ist wie leicht manchen in diesem Zusammenhang das Wort KRIEG über die Lippen kommt. Wir haben in Mitteleuropa seit 1945 keinen Krieg mehr gehabt - und wir sollten alles, und ich sage alles, dafür tun, das das so bleibt. In diesem Jahr 2014 jährt sich der Ausbruch des Ersten Weltkriegs zum 100. Mal. In diesem Jahr 2014 jährt sich der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zum 75. Mal. Untrennbar verbunden mit dem deutschen Nationalsozialismus. Dem Holocaust. Der Atombombe. Zurück zur Ukraine kann ich nur sagen, Krieg ist keine Lösung! Jedes einzelne Opfer der Vergangenheit verpflichtet uns - heute und auch für die Zukunft: Lieber 100 Stunden verhandeln, als 1 Minute schießen." Nie wieder Faschismus! Aber auch ganz deutlich: Nie wieder Krieg!

Der Beifall kam auch für Mischkos Rede von allen Prominenten.      
Eine Chance auf Wohlstand in Europa haben
wir nur dann wenn es allen Ländern gut geht

Bei uns haben Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus keinen Raum! Nicht in den Betrieben oder auf dem Fußballplatz! Deshalb bekämpfen wir alle Organisationen und Parteien, die mit dumpfen Parolen gegen Ausländer hetzen oder mit Deutschtümelei gegen Europa Wahlkampf machen! Gerade hier, wo Unternehmen beheimatet sind, die ihren Erfolg nicht nur in Deutschland erringen, sollten sich die Professörchen von der AfD einmal anschauen, was Europa bedeutet. Eine Chance auf Wohlstand in Europa haben wir nur wenn es allen Ländern gut geht.

Bild des Tages: Auch einen roten DGB-Luftballon für diesen Knirps.
Wer durch seine Sparpolitik die Länder Europas ausbluten lässt und dafür sorgt, dass Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechte keine Bedeutung mehr haben, der darf sich nicht wundern, dass die Menschen mit Europa nichts zu tun haben wollen. Die Haushaltskürzungen verschärfen die Rezession, Sozialabbau stürzt die Menschen in Südeuropa in Elend und Not. Die Gesundheitsversorgung bricht zusammen. Fast 20 Millionen Menschen in Europa sind arbeitslos. Neun Millionen Jugendliche stehen auf der Straße. Die Wirklichkeit hat es bewiesen: Die neoliberale Sparpolitik hat die Krise nicht gelöst. Wie blind müssen Politiker sein, um das nicht zu sehen. Ich appelliere deshalb an die Regierungen und die EU-Kommission: Beschäftigt Euch mit den wirklichen Problemen der Menschen. Hört auf, Eure Energie für ein Freihandelsabkommen zu verschwenden, das uns ...wirtschaftlich nicht voranbringt und das unsere Arbeits- und Sozialstandards sowie unsere guten Lebensmittel gefährdet. Das heißt zum Beispiel für Deutschland: Im Supermarkt können zukünftig Chlorhühnchen, Hormonfleisch und genveränderte Lebensmittel angeboten werden und das ohne Kennzeichnungspflicht.


Der Hauptredner Micheal Futter arbeitete noch an seiner Rede.       
Oder Energiekonzerne sollen sich die Erlaubnis zum Fracking erklagen können. Die Menschen in Europa und Amerika haben somit einschneidende Verschlechterungen ihrer Umwelt- und Lebensqualität zu befürchten. Das Abkommen sieht eine völkerrechtlich gesicherte Klagemöglichkeit von ausländischen Investoren gegen ganze Staaten vor. Diese Logik ist fatal: Damit kann jedes nationale Gesetz, das Kosten für Betriebe verursacht, als Beeinträchtigung der Investoren gesehen werden. Damit kann jede Ausweitung von Arbeitnehmerrechten - etwa Mitbestimmung oder Mindestlohn - und Arbeits-, Gesundheits- und Sozialstandards Grund für solche Klagen sein. Beispiele dafür gibt es jetzt schon genug.


So läuft zur Zeit eine Klage eines französischen Konzerns gegen das Land Agypten. Dort wurde der Mindestlohn erhöht. Und der Konzern sieht seinen Gewinn dadurch gefährdet. Ein anderes Beispiel: Mexiko wurde von einem Investor verklagt. Ursache war eine Demonstration vor seinem Unternehmen. Das Unternehmen war der Meinung, dass dies zum Schutz der Investition hätte verhindert werden müssen. Und noch ein Beispiel aus Deutschland. Im Jahr 2012 hat der Energieriese Vattenfall die Bundesrepublik auf 3,7 Milliarden Euro verklagt. Wegen des Atomausstiegs. Das alles zeigt, welche Risiken mit dem Handelsabkommen zwischen der EU und den USA verbunden sind. Der eigentliche Zweck dieses lnvestitionsschutzes ist daher: Die Macht der Konzerne zu stärken und die Gestaltungsmöglichkeiten der Gesellschaft massiv ein-zuschränken.

Die einzige "Panne":Am Boden zerschellte eine Flasche Sekt/Wein.
Gegen dieses Freihandelsabkommen hat si-
ch auch im Ostalbkreis ein Bündnis gebildet

Gegen dieses Freihandelsabkommen hat sich auch im Ostalbkreis ein Bündnis gebildet. Gründungsmitglieder sind die DGB-Gewerk-schaften, attac, die katholische Betriebsseelsorge, BUND Regionalverband, Weltladen Aalen, die SPD, die Linke, Bündnis90/ Die Grünen, Wählervereinigung proAalen. Wir machen mobil mit diesem Bündnis gegen TTIP. Ich fordere euch auf dem Bündnis beizutreten und in den Betrieben und Verwaltungen aufzuklären! Verhindern wir dieses Freihandelsabkommen - verhindern wir TTIP.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Machen wir uns nichts vor. Wir haben Herkules-Aufgaben vor uns, wenn wir Gute Arbeit, gesell-schaftliche Solidarität, eine gute Kommunalpolitik und ein soziales Europa wollen! Manchmal fragt man sich: Wer soll das alles durchsetzen, wer hat die Kraft und den Mut? Darauf gibt es nur eine Antwort: Wir selbst! Sonst macht es niemand! Jeder muss sich einmischen!

  • Für faire Löhne - gegen Lohndumping!

  • Für sichere Jobs - gegen prekäre Beschäftigung!

  • Für gute Arbeit - gegen Arbeit, die krank macht!

  • Für Selbstbewusstsein bei der Arbeit - gegen Stillhalten.

  • Für Toleranz - gegen Hass und Rassismus.

  • Für ein geeintes Europa - gegen Spaltung der Nationen.

  • Für Frieden, als Grundlage für unser aller Wohlergehen.


Der lang anhaltende Beifall auch der politischen Prominenz dokumentierte dass Josef Mischko wieder allen aus dem Herzen gesprochen hat und ein Kämpfer geblieben ist. Dieter Geissbauer
Schönsten Momente u. Eindrücke von 1.-Mai-Kundgebung nun im Aalener Rathaus-Foyer