"Ungerechtigkeiten haben Europa-Spaltung voran getrieben":
Josef Mischko: „1. Mai ist unser Fest der So-
lidarität und kein Ort für alte und neue Nazis“

Motto in Aalen: „Gute Arbeit. Sichere Rente, Soziales Euro-
pa“ wichtiger denn je: Umverteilung von unten nach oben


Jpsef Mischko bei der 1. Mai-Rede.     AIZ-Fotos: Dieter Geissbauer
Aalen.
Zum diesjährigen Tag der Arbeit lud der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) zur Maifeier am 1. Mai 2013 um 11 Uhr auf den Marktplatz ein und Hunderte kamen. Hauptredner war Peter Donath vom IG-Metall-Vorstand und wie immer sorgten für die Musik  die DGB-Songgruppe „Haste Töne“ und die Jazzband „Botschek“. Das diesjährige Motto lautete „Gute Arbeit. Sichere Rente. Soziales Europa“ ist wichtiger denn je. Die Umverteilung von unten nach oben, hat die Spaltung Europas dramatisch vorangetrieben. Der DGB kämpft für ein Europa der Arbeitnehmer. „Wir müssen uns der Entrechtung der Arbeit und dem Ausspielen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland und Europa massiv entgegen stellen. Dazu muss ein deutliches Signal von diesem 1. Mai ausgehen “ so Josef Mischko, der allternierende DGB-Vorsitzende im Ostalbkreis.

Die DGB-Frauengruppe war so in freude dass es nicht enden wollte.

Der Arbeitsmarkt in Deutschland sei so tief gespalten wie noch nie. Die Altersarmut nehme immer mehr zu. „Denn immer mehr Menschen arbeiten zwar, aber zu immer schlechteren Löhnen und zu immer schlechteren Arbeitsbedinungen. Mit dieser Sauerei muss endlich Schluß sein“ fordert Mischko.

Die "Tamilen" traten mit neuem Logo und Bewirtung erstmals auf.

Der DGB forderte eine Neue Ordnung auf dem Arbeitsmarkt. Alle Menschen brauchen ein gutes und sicheres Einkommen um ein Leben in Würde führen zu können. „Arbeit muss die Menschen ausfüllen, muss ihrem Leben einen Sinn geben. Arbeit muss zufrieden machen und Menschen nicht zu Bittstellern herabwürdigen“ so der DGB.

„Der 1. Mai ist unser Fest der Solidarität und kein Ort für alte und neue Nazis“, stellt Josef Mischko klar. Nach Artikel 3 der baden-württembergerischen Landesverfassung gelte der 1. Mai dem Bek-enntnis zu sozialer Gerechtigkeit, Frieden, Freiheit und Völkerver-ständigung. Die Gewerkschaften würdigen ihn seit über hundert Jahren als wichtigsten Feiertag des Jahres.

Terrorherrschaft, Gewalt, Krieg u. Holocaust:
"Am Ende verloren 50 Millionen ihre Leben"

Der IGM-Bereichsleiter Betriebs- und Branchenpolitik vom IG-Metall Vorstand Peter Donath  hielt auch eine Rede. Wir entnehmen daraus Teile: Dass wir uns heute hier versammeln können, ohne Angst um Leib und Leben, ist nicht selbstverständlich. Heute vor 80 Jahren verfälschten die Nationalsozialisten den internationalen Tag der Arbeiterbewegung zum Feiertag der nationalen Arbeit". Einen Tag später überfielen SA-Kommandos die Gewerkschaftshäuser, verhafteten Gewerkschafter, folterten sie und prügelten viele zu Tode.

Der Tag der Zerschlagung der Gewerkschaften besiegelte das Ende der Demokratie. Es war der Beginn einer zwölfjährigen Terrorherrschaft mit Gewalt, Krieg und Holocaust. Am Ende hatten über 50 Millionen Menschen ihr Leben verloren, hunderte Millionen waren körperlich geschädigt und seelisch traumatisiert. Wer das Projekt Europa als Projekt einer Freihandelszone zur ungehemmten Profitmaximierung missbraucht, wer sich um die Einlagen reicher Anleger und Steuerflüchtlinge mehr sorgt als um die sozialen Grundrechte der Bevölkerung, der gefährdet nicht nur, der zerstört Europa. Der zerstört die Idee eines einigen, eines demokratischen und sozialen Europas, in dem die Menschen friedlich und solidarisch zusammen leben können. Schaut Euch um, was in Europa angerichtet wurde. Wie wir Deutschen teilweise gesehen werden.

Selbstverständlich weisen wir entschieden zurück, wenn die Bundes-kanzlerin mit Nazi-Vergleichen überzogen wird, aber ich sage auch, die Sprüche, nicht nur aus den hinteren Reihen des Bundestages: Jetzt wird in Europa deutsch gesprochen, oder Ihr wollt Kohle, dann gebt uns Korfu. Das ist unerträglich - das lehnen wir ab, und die Parteien die das dulden, gehören nicht mehr in die Regierung. Woher kommen die Schulden größtenteils? Weil Banken gerettet werden mussten und Konjunkturprogramme notwendig waren. Das hat die Schuldenkrise so verschärft. Fast 20 Millionen Menschen in der Union sind arbeitslos. Neun Millionen Jugendliche stehen ohne Hoffnung auf der Straße. In Ländern wie Griechenland ist die Gesundheitsversorgung zusammengebrochen. Wie blind müssen Politiker sein, um das nicht zu sehen. Es ist menschenverachtend, wenn weiter auf dem Rücken der Arbeitslosen, der Kranken und Alten gespart wird.

Ich appelliere deshalb an Regierungen und EU-Kommission: Packt die neoliberale Abrissbirne ein. Hört auf, eine Bleivergiftung mit Arsen behandeln zu wollen. Wir brauchen ein Aufbauprogramm für Europa, für den Wiederaufbau der öffentlichen Infrastruktur, wir brauchen Investitionen in Arbeit, Umwelt, Gesundheit und Bildung. Gut, das kostet Geld. Aber es ist Geld da, wir wissen 2 Billionen Euro Staatsverschuldung stehen über 4 Billionen privates Geldvermögen gegenüber. Das in der Schweiz und in exotischen Steuerparadiesen ist nicht einmal mitgezählt.

Schafft vernünftige Vermögenssteuern, sorgt dafür, dass die breiten Schultern mehr tragen, besteuert den Hochfrequenz-Handel mit Wertpapieren, legt die Finanzspekulanten wenigstens so weit an die Kette, das Umsätze versteuert werden. Wer Baby-Nahrung kauft, zahlt Umsatzsteuer, wer Papiere in Millionenhöhe hinund her verscherbelt wird nicht belastet. Wie pervers ist denn das? Wir brauchen einen europäischen Marshallplan. Nur so kann allen Menschen in der Union eine Perspektive gegeben werden. Eine Perspektive ohne Ausgrenzung, ohne Arbeitslosigkeit und ohne Armut. DG
Schönsten Bilder von Solidaritäts-Maikundg- 
ebunmg am 1.5. 2013 mitten in "Aalener City"
























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