Reform des ärztlichen Ostalb-Bereitschaftsdienstes im Visier:
Auch R. Hamm (Vorsitzender des AOK-Bezir-
ksrates) fordert "mehr Bereitschaftspraxen"

AOK Bezirksrat fordert zumutbare Entfernungen und Erreich-
barkeit der ärztlichen Bereitschafts-Praxen Ostwürttemberg

Das "soziale Gewissen der Ostalb": Von links: Landrat Klaus Pavel, Roland Hamm und Josef Mischko.       AIZ-Fotos: Dieter Geissbauer
Aalen/Heidenheim.
Der Bezirksrat der AOK Ostwürttemberg appelliert an die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), bei der Neustrukturierung und Neuorganisation des ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Ostwürttemberg die Belange der Bevölkerung stärker zu berücksichtigen und die Bereitschaftspraxen so anzusiedeln, dass sie für die Menschen auch gut zu erreichen sind. In seiner ersten Sitzung im Jahr 2013 hat sich der Bezirksrat der AOK Ostwürttemberg in Heidenheim mit der vorgesehenen Neustrukturierung des ärztlichen Bereitschaftsdienstes beschäftigt. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg sieht sich durch den drohenden Ärztemangel in der Fläche gezwungen, neue Strukturen zu etablieren, damit diese Versorgung auch in Zukunft sichergestellt werden kann. Das Konzept wurde jüngst der Öffent-lichkeit präsentiert.

AOK hat das Volk hinter sich als stärkste Krankenkasse und macht es richtig: Bei Gesundheits-Veranstaltungen mit dem AOK-Mobil präsent sein und die Kunden in die Diskussion mit einbeziehen.      
Der ärztliche Bereitschaftsdienst hat zur Aufgabe, die Bürger nachts, an Wochenenden sowie an Feiertagen bei Akutfällen medizinisch zu versorgen. Bisher war dieser Bereitschaftsdienst kleinräumig organisiert und damit waren die Praxen für die Menschen gut erreichbar. Doch diese kleinräumige Organisation macht laut KVBW unter anderem aufgrund des Mangels bei den Hausärzten zunehmend Probleme. Es soll deshalb in Zukunft zentrale Bereitschaftspraxen geben, die, wenn möglich, an den Kliniken angesiedelt werden. Im Ostalbkreis sind drei Bereitschafts-dienstbereiche vorgesehen, im Landkreis Heidenheim einer. An den Kliniken in Mutlangen, Ellwangen und Heidenheim sind solche Bereitschaftspraxen schon verwirklicht, in Aalen ist diese in Planung.

Als Interviewpartner begehrt: Roland Hamm  im Interview mit "MDR".
„Eine Optimierung der Strukturen ist unerlässlich, um den ärztlichen Bereitschaftsdienst wirtschaftlich und stabil betreiben zu können“, sagt Jörn P. Makko, alternierender Vorsitzender des Bezirksrates der AOK Ostwürttemberg, Arbeitgeberseite und Geschäftsführer Südwestmetall. Der drohende Ärztemangel erschwere das.

Roland Hamm (links) im kürzlichen Interview mit dem "ZDF".           
Auch Roland Hamm, Vorsitzender des Bezirksrats der AOK Ostwürttemberg
und 1. Bevollmächtigter der IG Metall Aalen und Schwäbisch Gmünd sieht die Notwendigkeit der Neustrukturierung und erwartet, dass die Situation der Versicherten ausreichend berücksichtigt wird. „Eine wohnortnahe Versorgung sollte überall in der Region sichergestellt sein. Vor allem Menschen, die nicht mehr eigenständig mobil sind, müssen im Akutfall einen Arzt zeitnah erreichen können.“

Die KVBW hat eine Fahrtzeit von maximal 30 Autominuten als Kriterium für die Entfernungsbestimmung der nächsten Bereitsch-aftspraxis festgelegt. Der Bezirksrat der AOK Ostwürttemberg regt deshalb an, in Bopfingen zumindest eine Außenstelle der Bereit-schaftspraxis Aalen anzusiedeln, da der von der Kassenärztlichen Vereinigung favorisierte Fahrdienst als nicht ausreichend angesehen werde.

Josef Bühler, Geschäftsführer der AOK Ostwürttemberg, erläutert, dass es bei der geplanten Neustrukturierung in erster Linie um die Organisation innerhalb der Ärzteschaft gehe. Versicherte haben, so Bühler, unabhängig von der Neuordnung des ärztlichen Bereit-schaftsdienstes das Recht, ihre Bereitschaftspraxis frei zu wählen. Für die Gesundheitskasse sei es sehr wichtig, die Versorgung gerade auch in ländlichen Regionen abzusichern. „Die Menschen können auch eine Bereitschaftpraxis jenseits der Landes- oder Kreisgrenze aufsuchen“, betont Josef Bühler.

Infos
über den Bezirksrat der AOK Ostwürttemberg: Das paritä-tisch aus Arbeitgeber- und Versichertenvertretern zusammen gesetzte Organ der Selbstverwaltung unterstützt die Geschäfts-führung der AOK Ostwürttemberg in gesundheitspolitischen Fragen. Der AOK-Bezirksrat Ostwürttemberg setzt sich jeweils aus 13 Arbeitnehmer- und 13 Arbeitgebervertretern zusammen. Die ehren´-amtlichen Vorsitzenden des Bezirksrates sind im jährlichen Wechsel Roland Hamm, 1. Bevollmächtigter der IG Metall Aalen und Schwäbisch Gmünd (Versichertenvertreter) und Jörn P. Makko, Geschäftsführer Südwestmetall Bezirksgruppe Ostwürttemberg (Arbeitgebervertreter).