Aufsichtsrat hat Ostalb-Aktionsprogramm endlich bewillig:
Kreisdiakonieverband Ostalb bestätigte Zun-
ahme der Suchterkrankten im höheren Alter

Schwerpunkte des Projektes waren neue Aus- und Fortbildun-
gsmaßnahmen für Pflegepersonal in den Ostalb-Einrichtungen

Aalen.
Über die Baden-Württemberg Stiftung gefördert, hat der Kreisdiakonieverband Ostalb in den vergangenen drei Jahren mit Partnern im Kreis das Projekt „Sucht im Alter" auf den Weg gebracht. Die Abschlussveranstaltung fand kürzlich mit zahlreichen Mitarbeitern der Sucht- und Altenhilfe im Aalener Landratsamt statt. Die Kreisverwaltung und der Kreisdiakonieverband konnten während der dreijährigen Projektlaufzeit nachhaltige Strukturen aufbauen, um die Problematik von Sucht im Alter aus der Tabuzone zu holen.

Pflegedienstleiterinnen und Pflegekräfte, die für Teilnahme am Proje-kt ausgezeichnet wurden (hintere Reihe links) Claudia Schnauffer, Kreisdiakonie; vordere Reihe ganz rechts Christina Perse-Tschirdewahn, Kreisdiakonie.      AIZ-Foto: Landratsamt Ostalbkreis
Schwerpunkte des Projektes waren insbesondere Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für Pflegepersonal in den Einrichtungen im Kreis. Das Erkennen von Abhängigkeitserkrankungen bei Medikamenten und Alkohol und das Aufzeigen von Handlungs-möglichkeiten aber auch deren Grenzen waren zentrale Inhalte der halbjährlichen Schulungen.

Projektteilnehmer waren das Albstift Aalen und St. Agnes von der Stiftung Haus Lindenhof in Westhausen als stationäre Einrichtun-gen. Aus dem ambulanten Bereich nahmen die Diakonie-Sozialst-ation Aalen der Samariterstiftung, die Sozialstation Abtsgmünd gGmbH, die Sozialstation Bopfingen und die katholische Sozialst-ation Vinzenz von Paul teil. Für die Altenhilfepflegeschulen waren das Kreisberufsschulzentrum Ellwangen und die DAA Aalen im Projekt vertreten.

Landrat Klaus Pavel begrüßte die Teilnehmer des Projektes und die Anwesenden der Veranstaltung und verwies darauf, dass Sucht im Alter auch vor dem Ostalbkreis nicht Halt mache und mit diesem Projekt wichtige Multiplikatoren geschult werden konnten. Sylvia Caspari, Geschäftsführerin des Kreisdiakonieverbandes bestätigte die Zunahme der Suchterkrankten im höheren Alter. Sie konnte außerdem mit der erfreulichen Nachricht aufwarten, dass das Projekt „Sucht im Alter" nicht nur fortgesetzt, sondern auch ausgeweitet werden könne. Künftig werde die Kreisdiakonie auch in Schwäbisch Gmünd eine Anlaufstelle einrichten, wo Doris Pahr diesen Bereich begleiten werde.


Als Vertreterin der Baden-Württemberg Stiftung konnte Birgit Pfitzenmaier berichten, dass der Aufsichtsrat das Aktionsprogramm erneut bewilligt habe, in welchem Rahmen stehe allerdings noch nicht ganz fest. Claudia Schnauffer und Christina Perse-Tschirdewahn, beide Projektleiterinnen der Kreisdiakonie im Raum Aalen, stellten Hintergründe und Abläufe des Projekts noch einmal vor und informierten über die positiven Rückmeldungen der Teilnehmer. Vor allem in den Pflegeschulen sei die Konzeption sehr gut angekommen, was auch Eva Hoffmann vom Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim in ihrer Evaluation bestätigte. Insgesamt attestierte das Zentralinstitut dem Projekt einen herausragenden Erfolg.

In der anschließenden Podiumsdiskussion unter der Moderation des Kreis-Suchtbeauftragten Berthold Weiß konnten mit Vertretern aus den verschiedenen Bereichen der Sucht- und Altenhilfe noch offene Fragen geklärt werden. Alle waren sich einig, dass ein gut funktionierendes Netzwerk, welches neben den Einrichtungen der Alten- und Suchthilfe auch die Ärzte umfassen sollte, einen wichtigen Baustein in der Suchthilfe darstellt. Abgerundet wurde das Ganze mit einer Darstellung der Spiel- und Theaterwerkstatt Ostalb e.V., die passend zum Thema Sucht zwei kleine Stücke einstudiert hatte.

Weitere Infos zum Projekt gibt es beim Kreisdiakonieverband Ostalbkreis, Bezirksstelle Aalen, Marienstr. 12, Tel. 07361 370510 oder bei der Bezirksstelle Schwäbisch Gmünd, Gemeindehausstr. 7, Tel. 07171 104684-0, www.diakonie-aalen.de oder www.diakonie-gmuend.de