|
Landwirt ist heute ein vielseitiger und
anspruchsvoller Beruf:
Auszubildende präsentierten ihre Berichts-
hefte für Teilnehmer zum herumschmökern
Ausbildungsbetriebe sind aktuell im
Ostalbkreis vorwiegend
die Milchvieh- und Schweinebetriebe: Verkürzung ist möglich

Beim letzten Umzug in
Lauchheim-Hülen: Eine ganze Familie hält an dem Bauern-Beruf fest.
AIZ-Fotos:
Dieter Geissbauer
Aalen/Ellwangen.
Der Kreisbauernverband Ostalbkreis, die
Land-wirtschaftliche Berufsschule Aalen und das Landratsamt Ostalbkreis
informierten kürzlich über Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsaus-sichten in
der Landwirtschaft. Dr. Hans Börner, Leiter des Gesch-äftsbereichs
Landwirtschaft, begrüßte zahlreiche interessierte Schül-er und Eltern im
Schloss Ellwangen. Zur Eröffnung berichtete
Ausbildungsberaterin Petra Dänzer über die schulische und betriebliche
Ausbildung zum Landwirt.

Milchverwertung auf dem Land wie zu alten Zeiten mit Milchkanne.
Als Ansprechpartnerin steht sie den Auszubildenden
in landwirt-schaftlichen Berufen während der gesamten Ausbildung zur Seite.
Behilflich ist sie auch bei der Suche nach geeigneten Ausbild-ungsbetrieben.
Im Ostalbkreis sind dies vorwiegend Milchvieh- und Schweinebetriebe.
Die Ausbildung dauert drei Jahre, im
ersten Lehrjahr als Vollzeitunterricht mit praktischen Übungstagen auf einem
Meisterbetrieb, ab dem zweiten Lehrjahr im dualen System. Dabei arbeiten die
Lehrlinge auf einem Ausbildungsbetrieb und nehmen an ein bis zwei Tagen in
der Woche am Berufsschulunterricht teil. Zudem erfolgt die
Wissensvermittlung durch überbetriebliche Lehrgänge und Schulungen. Um alle
Ausbildungsschwerpunkte abzudecken, ist im dritten Lehrjahr ein Wechsel des
Ausbildungs-betriebes empfehlenswert.
Bei Vorliegen entsprechender
Voraussetzungen wie Abitur oder einer abgeschlossenen Berufsausbildung,ist
eine Verkürzung der Ausbildung möglich. Die Ausbildung erfolgt
schwerpunktmäßig in jeweils zwei Betriebszweigen im Pflanzenbau und in der
Tierhaltung. Dänzer empfiehlt den angehenden Landwirten eine rechtzeitige
Suche nach einem passenden Ausbildungsbetrieb. Da die Auszubildenden viel
Zeit auf dem Betrieb mit der Familie verbringen, soll das Kennenlernen von
Betriebsleiter und Azubi bei einer „Probewoche" erfolgen. Ein Jahr auf einem
Fremdbetrieb ist obligatorisch. Das von den Auszubildenden sorgfältig zu
führende Berichtsheft, dient als Leitfaden zur Veranschaulichung der bereits
durchgeführten Ausbildungsinhalte. Es enthält alle relevanten Themenbereiche
für die Abschlussprüfung.
Die Berufsschullehrer Stefan Stoll und
Hans Rettenmaier von der Justus-von-Liebig Schule in Aalen berichteten über
den Ablauf des Berufsschulunterrichtes sowie der wöchentlichen Praxistage.
Schwerpunkte sind theoretische Grundlagen im Pflanzenbau, Tierhaltung und
Agrartechnik sowie praktische Fertigkeiten in der Bestimmung von Bodenarten
und Pflanzen. Auch Fertigkeiten in der Holz- und Metallverarbeitung sowie im
Schweißen werden während der Ausbildung vermittelt. Später stehen Themen wie
Milchvieh-haltung, Getreidebau, Grünlandbewirtschaftung sowie Schweine- und
Rinderhaltung auf dem Lehrplan. Für „Seiteneinsteiger" kann die Ausbildung
auch innerhalb von zwei Jahren in Form von Abendschulunterricht erfolgen.
Aus der Praxis berichteten die
Auszubildenden des dritten Leh-rjahres Martin Gansloser und Simon Sekler. Sie
brachten ihre Berichtshefte für die Teilnehmer zum herumschmökern mit. Das
Wohnen auf dem Ausbildungsbetrieb ist aufgrund ihrer persönlichen Erfahrung
für einen guten Lernerfolg sehr zu empfehlen.
Über Tätigkeitsfelder in der
Landwirtschaft und Weiterbildungs-möglichkeiten auf der Basis der breiten
landwirtschaftlichen Aus-bildung berichtete Johannes Strauß, Geschäftsführer
des Bauernverbandes Ostalb. Berufsmöglichkeiten als Landwirt gibt es neben
der Tätigkeit auf dem eigenen Betrieb auch als Betriebshelfer, beim
Maschinenring, beim Bauernverband, bei überregionalen Organisationen, in der
Beratung und Vermarktung sowie in der Landwirtschaftsverwaltung,
Wissenschaft und im Lehramt.
Dr. Börner informierte über die
Fachschulausbildung, die im Anschluss an die Berufsausbildung innerhalb von
2,5 Jahren zum Abschluss des Wirtschafters und Meisters führt. Der
Unterricht bezieht sich hierbei eng auf den eigenen Betrieb. Zudem können
Absolventen mit entsprechend guten Leistungen in der Meis-terprüfung die
Fachhochschulreife erlangen. Als besondere Entwicklungschance wird den
Schülern die Möglichkeit für ein Praktikum auf deutschen
landwirtschaftlichen Betrieben in Kanada geboten. Zum Abschluss der
Informationsveranstaltung konnten sich die Teilnehmer im Gespräch mit den
Referenten weitergehend informieren. |