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Grünen-Sparliste gibt
4,2 Mio. für Baustahlprojekt nicht frei:
Sparen in Aalen angesagt: Verzicht auf Pro-
jekt "Erlebniswelt Eisen" am Tiefen Stollen
Abschaffung der
Ortschaftsratsverwaltungen und Vermietung
oder Verkauf der Rathäuser - Mehr Ortschaftsrats-Kompetenz

Michael
Fleischer hat einschneidende Sparmaßnahmen angemeldet. Nur so seien
Steuererhöhung begründbar. AIZ-Fotos: D. Geissbauer
Aalen. Die CDU-Fraktion und
das Bündnis der Grünen im Aalener Stadtrat werden voraussichtlich gemeinsam die
Streichliste besti-mmen die den Etat 2010 prägt. Vorsitzender Michael
Fleischer schrieb dazu in seiner aktuellen Pressemitteilung vom 27. April
2010 folgendes: "Die Fraktion von BUNDNIS 90/DIE GRÜNEN will der sich
drastisch zuspitzenden finanziellen Situation der Stadt Aalen durch ein
tiefgreifendes Sparprogramm entgegen steuern. So sollen in den kommenden
Jahren vorgesehene Investitionen gestrichen bzw. geschoben werden. Größter
Batzen ist dabei das Stadtoval Aalen" beim Baustahlgelände in Hirschbach mit
einem vorgesehenen lnvestitionsvolumen von 4,2 Millionen in den nächsten 4
Jahren.

Der
Gemeinderat muß im Etat 2010 eine Belastungsprobe bestehen.
Verzichten wollen DIE GRÜNEN in diesem Zeitraum auch auf die Erlebniswelt
Eisen.
Die Umgestaltung Ellwanger Tor-platz/ Bahnhofstraße/Stuttgarter
Straße mit rund 1,7 Millionen soll ebenso auf den Zeitraum nach 2014
verschoben werden wie andere Maßnahmen. Die Bewerbung zur Landesgartenschau
will die Fraktion zurück ziehen. Bezüglich der Einzelheiten verweisen wir
auf die unten stehenden Anträge zur Fortschreibung des
lnvestitions-programms.
Im Verwaltungshaushalt wollen DIE GRÜNEN dauerhaft über die Vorschläge der
Verwaltung hinausgehende Einsparungen von jährlich mehreren hundertausend
Euro erzielen durch eine durchgreifende Reform der dezentralen Verwaltung.
Die Fraktion will die Ortschaft-verwaltungen abschaffen. Die frei werdenden
lmmobilien sollen ver-kauft oder vermietet werden.
Statt dessen sollen günstige freistehende Räume in Sparkassen oder Banken
oder bisherige Gebäude im reduzierten Umfang vor Ort genutzt werden, um
jeweils einen Beratungstag pro Woche in den Ortsteilen durch zu führen.
Gleichzeitig wollen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN der politischen Vertretung der
Ortschaften, also den Ortschaftsräten, mehr Kompetenzen zur eigenen
Entscheidung einräumen, wobei jedoch das entsprechende Kostenbewusstsein
gegebenenfalls durch eine Budgetierung gewährleistet werden müsse.
Anträge der
Fraktion BUNDNIS 90/ Die GRÜ-
NEN zum Sparpaket Verwaltungshaushalt:
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Die Bewerbung der Stadt
Aalen zur Landesgartenschau wird zurück gezogen.
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Der jährliche Zuschuss in
Höhe von 20.000 Euro zum Technologiezentrum wird gestrichen.
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Die Bereiche
Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Tour-istik werden unter einer
Leitung zusammen gefasst mit dem Ziel einer Effizienzsteigerung und
Einsparung laufender Beträge.
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Die Zuschüsse zu den
Reichsstädter Tagen und den entspre-chenden Festen in den Stadtteilen
werden zunächst für 2011 halbiert und ab dem .Jahr 2012 vollständig
gestrichen.
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Auf das erfolgreiche
Beispiel Weihnachtsmarkt wird hinge-wiesen. Auch hier wurde jahrelang
immer damit argumentiert, wer die Zuschüsse antaste, lasse den
Weihnachtsmarkt ster-ben. Die Qualität ist dadurch zumindest nicht
schlechter geworden.
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Durchgreifende Reform der
dezentralen Verwaltung: Ziel dieser Reform soll es nach dem Willen von
Bündnis 90/Die Grünen sein, die Entscheidungsbefugnis der Ortschaften
(Ortschaftsräte) zu stärken und gleichzeitig Doppelstrukturen beim
Verwaltungsvollzug abzuschaffen bzw. zu reduzieren und dadurch eine
deutlich über den Vorschlag der Verwaltung hinausgehende laufende
Kosteneinsparung zu erzielen. Es ist von einem über die vorgeschlagenen
400.000,- Euro hinaus gehenden zusätzlichen Einsparpotential von mehreren
hunderttausend Euro pro Jahr auszugehen.
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Die unechte Teilortswahl
wollen BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN nicht abschaffen, unter anderem, weil dadurch
einer der größ-ten Stadtteile, nämlich die Weststadt, völlig ohne
garantierte Vertretung wäre.
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Weitere Einsparungen sollen
erzielt werden durch die Zusa-mmenfassung der bisherigen selbstständigen
Bereiche Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Touristik.
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Des weiteren wollen BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN Feste wie die Reichsstädter Tage und entsprechende
Veranstaltungen in Ortsteilen zukünftig kostenneutral durchführen. Sie
verwei-sen insoweit auf das Beispiel Weihnachtsmarkt", der auch nach
Streichung der Zuschüsse funktionierte.
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Bei den Museen soll der
Arbeitskreis eine Konzeption erar-beiten, so dass statt der bisher
vorgegebenen 70.000,- Euro jährlich eine Einsparung von mindestens
150.000,- Euro erzielt wird. (Bezüglich der Einzelheiten verweisen wir auf
die beigefügten Anträge der Fraktion zum Verwaltungshaushalt.)
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im
Aalener Stadtrat haben nochmals unmissverständlich deutlich gemacht, dass
Erhöhungen der Gewerbe- und Grundsteuer für die Fraktion nur eine
Ultima-Ratio sind. Eine Steuererhöhung könne dem Bürger nur vermittelt
werden, wenn auf der anderen Seite massive Sparanstrengungen unternomm-en
würden." |