"Gelebte Demokratie in den Kommunen u. auch auf der Alb"
Herz des Nattheimer Schultes schlug hoch
als er mit Bundespräsident J. Gauck sprach
Kommunen als "Werkstätten der Demokratie" in der Mensch-
en Prinzip Teilhabe gewinnen u. Verantwortung übernehmen

BM Norbert Bereska (links): Gauck (rechts) bezeichnet Kommunen als "die Werkstätten der Demokratie", in der  Menschen das Prinzip der Teilhabe gewinnen und "selbst die Verantwortung übernehmen". 
Aalen/Nattheim/Bonn.
Jedes Jahr am 23. Mai wird an die Verkündung der deutschen Verfassung erinnert. Bundespräsident Joachim Gauck nahm dies zum Anlass, um den Wert der Demokratie zu betonen. Bürgermeister Norbert Bereska  hatte eine persönliche Einladung des Bundespräsidenten und nahm wie zahlreicheKollegen des Landesvorstands des Baden - Württem-bergischen Gemeindetages an der Veranstaltung in Berlin  teil. Anlässlich des 67. Jahrestages des Grundgesetzes hat Bundesp-räsident Joachim Gauck an die Grundpfeiler der Demokratie in Deutschland erinnert.

Bei einer Festveranstaltung mit etwa 750 deutschen Kommunalpo-litikern würdigte er das Engagement der Kommunen in der Flüchtlingskrise. Vor Ort werde umgesetzt, "was in Bund und Ländern entschieden wird - was oft großer Anstrengungen bedarf, wie jüngst in der Flüchtlingspolitik", sagte Gauck und ergänzte: "Sie sorgen nicht nur für eine menschenwürdige Unterbringung, Sie werben auch um Akzeptanz und stärken den Zusammenhalt, wo er verloren zu gehen scheint."

Gauck bezeichnete die Kommunen als "Werkstätten der Demok-ratie", in der  die Menschen das Prinzip der Teilhabe gewinnen und selbst Verantwortung übernehmen könnten. Zugleich seien die Kommunen der Ort, wo der Umgang mit der größeren politischen, kulturellen, religiösen und ethnischen Diversität gelernt werde, die sichin Deutschland entwickelt habe. Diese Pluralität gelte es auszuhalten "durch Toleranz gegenüber verschiedenen Haltungen und durch Respekt gegenüber dem Anderen, auch dem Fremden". Dies gelte "besonders, seitdem Deutschland ein Einwanderungsland geworden ist", so der Bundespräsident.

Zu der mehrstündigen Festveranstaltung unter dem Titel "Gelebte Demokratie in den Kommunen" waren haupt- und ehrenamtliche Bürgermeister, Mitglieder in Städte- und Gemeinderäten sowie Fraktionsvorsitzende in den Bürgerschaften aus dem gesamten Bundesgebiet geladen.

Mit Blick auf die Kritik an der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung sowie die fremdenfeindlichen Ausschreitungen in den verg-angenen Monaten rief Gauck zur Wahrung demokratischer Grund-sätze auf: "Es muss klar sein: Die Toleranz des demokratischen Verfassungs-staates endet dort, wo zu Hass und Gewalt-aufgestachelt wird." Mit Verfassungsfeinden, also jenen, die den Verfassungsstaat in seinen Kernbestandteilen ändern oder absch-affen wollen, gebe es keinegemeinsame Gesprächsgrundlage.

Demokratie - "niemals perfekt: "Gauck stellte klar: Demokratie sei "niemals perfekt" und auch eine Mehrheitsmeinung könne fehlbar sein. "Demokratie ist nicht bequem, sie ist sogar anstrengend."Der große Vorteil der Demokratie bestehe aber darin, dass sie die Chance zur Selbstkorrektur in sich trage und die es die Möglichkeit gebe, eine neue Regierung zuwählen. Er betonte deshalb: "Wir sollten - wie schon Willy Brandt mahnte - mehr Demokratie wagen. Auch wenn das für manchen heißen mag mehr Demokratie ert-ragen."

Am Rande der Veranstaltung hatte Bürgermeister aus Nattheim (Landkreis Heidenheim) Norbert Bereska die Gelegenheit mit dem Bundespräsidenten ein paar persönliche Worte zu wechseln.