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Auch Aalener mit muslimischem Glauben
werden Mitglieder:
Konkurrenzlos: AIZ-Interview mit Sohn des
Gründers der muslimischen Zentren in Aalen
Der Neubau gegenüber WIZ wird staatlich
gefördert und bei
Schrottfabrik ist bei den Privaten besonders die Jugend aktiv

Wie in
der Heimat Türkei wurden auch in Aalen am Donnerstag 9.5. 2013 Fladenbrote
gebacken.
AIZ-Fotos: Dieter Geissbauer
Aalen. Hand auf's Herz: Wer schon weiß worin der Unterschied der
beiden moslemischen Zentren gegenüber dem WIZ in der Ulmer Straße in Aalen
und im alten Gebäude bei der "Schrottfahbrik" - keine hundert Meter
voneinander Luftlinie entfernt - bei der Gesenkschmiede besteht? Die AIZ hat
diese für uns Deutschen un-gelöste Frage zum Anlass genommen mit dem Sohn
des noch lebenden Gründers beider muslimischen Zentren sich durch das Haus
anlässlich der 2Kirmes" am Donnerstag dem 9. Mai führen und das Heiligste
zeigen und erklären zu lassen, natürlich ohne Schuhwerk.

Sohn
des Gründers (rechts) und der Pressesprecher im Gebetssaal.
Der Hauptunterschied zwischen den beiden muslimischen Zentren in Aalen
besteht - so der Sohn des Gründers gegenüber der -AIZ - in der Tatsache
"dass das Zentrum drüben staatlich ist und staatlich unterstützt wird und
hier in der Muslimische Gemeinde Aalen bei der Schrottfabrik nicht. Beide
Zentren hat mein heute noch sehr aktive Vater gegründet. Dass wir keine
Konkurrenz sind - wie viele Aalener meinen - beweist die Tatsache, dass ich
zum Beispiel Mitglied dieser Gemeinde bei der Schrottfabrik und bei der
Gemeinde mit dem neuen Haus gegenüber dem WIZ bin."

Über 1.000
Bücher wurden beim Flohmarkt für alle angeboten...
Dies mag auch sicherlich Bürgermeister Fehrenbacher und dem türkischen
Konsul am Sonntag um 14 Uhr auffallen, die ihren besuch bei der
Gemeindeführung angekündigt haben. Aber auch ich war angenehm überrascht:
Wie mir mein Interview-Partner sehr offen und besonders wertfrei ohne
Konkurrenz-Neid erklärte, bestehen beide Gemeinden seit mehr als 25 Jahre.

Der Wasch-Saal
mit den spartanischen praktischen Holzhockern.
Allerdings werde das Zentrum bei der Schrottfabrik "nicht staatlich
gestützt" und hier gibt es nur private Mitglieder. Der einzige Unterschied
besteht in der Zahl der Gemeindemitglieder und im Engagement der Jugend:
Hier haben wir nur 200 Mitglieder und drüben gibt es 500 Mitglieder. Dabei
ist es egal ob ein Mitglied Türke oder Deutscher oder gar -Araber ist:
"Sogar Deutsche mit muslimischem Glauben finden eine Heimat in beiden
Zentren".

"Dagegen sind im Zentrum drüben nur 80 Kinder engagiert und bei uns hier 300
Jugendliche", was bedeute, dass an der Zahl der Kinder gemessen die Zukunft
dieser Gemeinde bei der Schrottfabrik auch ohne neues Gebäude besser
gesichert ist. Hier ist eben die Jugend aktiver", wir man schon zu Beginn
der "Kirmes" am Donnerstag um 10 Uhr vom Gebetssaal aus beobachten konnte:
Eine Menge Jugendliche vergnügten sich nach Herzenslust auf der
bereitgestellten und schon aufgepumpten Hüpfburg.

Das
Gemeindezentrum bei Schrottfabrik nicht neu aber ausreichend.
Natürlich war die AIZ-Frage fällig: "Warum denn eigene getrennte Gemeinden
und Zentren?" Die Antwort im bunten Gebetssaal verblüffte: "Es gab damals
ein Vorstands-Problem und deshalb haben sich die Gemeinde getrennt: Es ging
um die Jugend, die sich hier am besten aufgehoben fühlt und dementsprechend
aktiv ist". Es sei aber auch in ferner Zukunft nicht auszuschließen dass die
beiden Gemeinden eines Tages fusionieren und sich zusammen schließen, "weil
der Glaube und die Ziele decken sich zu 100 Prozent". Die Zeit dafür sei
aber nicht reif und außerdem bleibe jedem die Wahl "hier oder drüben
Mitglied zu werden oder die Doppelmitgliedschaft zu wählen".

Sein Vater hatte einst die beiden muslimischen Gemeinden in Aalen gegründet
und er selbst ist bei beiden Glaubensbrüdern Mitglied.
"Wichtig ist für uns die gemeinsame Bildung und Integration und natürlich
der muslimische Glaube" und der Beweis folgte warum man bei der
Schrottfabrik die Jugend auf das Zukunfts-Planung setzt: Es gibt im
Untergeschoß nicht nur den üblichen Waschraum (zwar etwas älter und mit
spartanischem Hocker als drüben im Neubau) sondern auch Räume für die
Jugend. Sogar ein hochmoderner Beamer steht nicht nur der Jugend zur
Verfügung.

Auch der Koran
bildet im bunten Gebetssaal den großen Mittelpunkt
Abschließend beantwortete mein Interview-Partner - Sohn des Grün-ders beider
Zentren - meine zwar heiße und heikle aber durchaus legitime Frage zum Thema
Konkurrenz mit einem einleuchtenden Beispiel: "Es gibt doch auch in Aalen
viele Sportvereine die sich nicht als Konkurrenz ansehen, sondern in jedem
_Sportverein finden Jugendliche und Erwachsene ihr Zuhause und ihre
Erfüllung in der Freizeit? Wir haben wie die Sportvereine die gleichen
Inhalte und -Ziele: Den muslimischen Glauben und die -glaubensgemeinschaft"

Respekt: An der Ulmerstraße haben sie sich viel Mühe gemacht damit ja
niemand der über 1.000 Besucher den Eingang nun verpaßt
Kein Wunder, dass schon zu "Kirmes-Beginn" mit Bühne und Grill Tausende zur"
Kirmes" strömten und darunter sich sehr viel Jugend befindet: Vom
Bücherstand bis hin zu kulinarischen Spezialitäten findet man alles hier was
das Herz begehrt, auch in Sachen Unterhaltung oder gar die älteren
türkischen Frauen, die - wie beim Fest der Nationen in Aalen - hier frisches
Fladenbrot nach alter Tradition öffentlich backen.
Dieter Geissbauer


Kulinarische Spezialitäten aus der türkischen Heimat aufgetischt.

Besonders die Kinder hatten ihre helle Freude beim herum toben...

Wahl war eine große Qual zumal Köstlichkeiten angeboten wurden.

Der Gebetssaal ist der Mittelpunkt und kann besichtigt werden.




Das
Kirmes-Programm ist umfangreich und bis 9. Mai kostenlos.

Keine Konkurrenz zu staatlich geförderten Zentrum in 100 Meter weit
"Schönster
Kirmes-Beginn 2013" bei unseren
gastfreundlichen Muslime bei
"Schrottfabrik"


























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