1. Türkische Kirmes als Integration: Eigene Religion u. Kultur?
Warum sind die Frauen bei den 8.000 Aalener
Türken auch in neuer Moschee benachteiligt?
"So sollen unsere Gemeinde und Moschee das Verbindungs-
glied zwischen türkischen Migranten und den Deutschen sein"

Der Tage der offenen Tür im neuen Gotteshaus an der Ulmer Straße hat wenigstens ein paar Aalener bekehrt und neue Freundschaften mit Türken der Stadt Aalen gebracht.   AIZ-Fotos: Dieter Geissbauer

Aalen.
Die so genannte "Türkische Kirmes" hatte in Aalen in der Ulmerstrasse begonnen und am Freitag 3. Juni 2011 kamen schon die ersten 500 in die noch nicht fertig gestellt Aalener Moschee Dabei ergab sich für Außenstehende also Nichttürken und Gästen ein seltsames Bild:

Im Gebeetsaal haben selbst am Samstag Türken Kacheln angeklebt
Auch solche die hinter vorgehaltener Hand über die neue Moschee wetterten und eigentlich ein Verbot forderten, diese deutschen Gäste pilgerten auch vom Blitzer-Parkplatz aus in Richtung Moschee und huldigten den Gastgebern indem sie eine Menge Kirmes-Geschenke fein verpackt in deutsches Durchsichtfolie überbrachten und so als Schleimer bezeichnet wurden von denen, die sich ernsthaft mit dem Thema Aalener Moschee beschäftigten und noch nicht vergessen haben dass in der Stuttgarter Straße auf die alte Moschee ein Brandschlag verübt wurde (Gott sei Dank ohne Verletzte) und gezeigt wurde dass die Aalener durchaus nicht mit dem einverstanden sind was in der Aalener Moschee auch im neuen Gebäude passiert:

Herrlicher Kontrast: Die Kronen-Leuchten und der neue rote Teppich
Die Schweineopfer und die Benachteiligung der Frauen, die zwar anlässlich der Türkischen Kirmes ausnahmslos schuften durften aber in der Moschee nach wie vor benachteiligt werden: Sie musste auch in dieser Feierstunde zur Kirmes-Eröffnung oben auf der Empore als Benachteiligte und nicht Gleichberechtigte (garantiert das deutsche Grundgesetz schon) Platz nehmen. Kein Wunder, dass sich bei über 8.000 Aalener Türken nur etwa dreißig Frauen am Moscheen-Leben an der Kirmes aktiv beteiligten.

Kleinigkeiten aber prägend: Ausgestaltung der prachtvollen Decken. 
 Immerhin gab es am Samstag und Sonntag einen "Tag der offenen Türe" um zu suggerieren in dieser Moschee müsse nichts verborgen bleiben. Hunderte Neugierige kamen und staunten welch herrliche Pracht der erst kürzlich verlegte Gebetsteppich ausstrahlt und wie sich in das Aalener Glaubensleben zumindest offensichtlich öku-nemisch die Aalener Moschee einfügt: Von außen her noch eine echte Baustelle und eigentlich so mit dem Minerett nicht in die Landschaft passend aber innen auch im Waschraum (wieder nur für Männer) staunten die Aalener: Glanz und Gloria und alles neu, aber nicht gleichberechtigt.

Verlassen und kaum besucht: Türkische Frauen bieten Waren an.   
Dabei haben Moscheen durchaus ihre Berechtigung und ihren Sinn wie auf der Ditip-Seite der Aalener Moschee verkündigt wird: Die Bezeichnung „Moschee“ kommt von dem arabischen „Masdschid”. Angelehnt an das arabische „Sudschûd“ (Niederwerfung), bezeichnet die Moschee den „Ort der Niederwerfung“.

Die Kuppel, der Moschee: Ein Prachtstück auf das alle stolz sind.   
Die erste Moschee: Dem Koran zufolge war die erste Moschee, die erste Gebetsstätte auf Erden die Kâba in Mekka, genannt „Masdschid al-Harâm“. Sie wurde ursprünglich von Âdam (as), dem ersten Propheten, erbaut: „Siehe, das erste für die Menschheit errichtete Haus war das in Mekka – gesegnet und eine Leitung für alle Welt.“

Historisch und religiös von besonderer Bedeutung ist aber auch die „Masdschid al-Aksa“ in Jerusalem. Beide Gebetsstätten wurden einer Überlieferung des Gesandten Gottes Muhammad (saw) nach, als die frühesten Gebetsstätten der Menschheit errichtet.2 Als die erste zur Zeit des Propheten von Muslimen eingerichtete Gebetsstätte wird die kleine Moschee eines Prophetengefährten in Mekka bezeugt. Sie befand sich im Haus Abû Bakrs und wurde von ihm vorwiegend dazu benutzt, um dort Gebete zu verrichten und den Koran zu rezitieren.

Die historisch größte Vorbildfunktion für alle späteren Moscheen hatte jedoch die „Masdschid an-Nabawî“ in Medina. Der Prophet Muhammad (saw) selbst war es, der zum Bau der Masdschid an-Nabawî, der Prophetenmoschee aufrief und bei ihrem Bau mithalf. Der Bau des Gebäudes war eines der ersten Handlungen Muhammads (saw) nach seiner Auswanderung (Hidschra) nach Medina (622 n. Chr.). Diese Moschee war es dann auch, die von ihrem Aufbauprinzip her zum Prototyp der Moschee wurde. Mehr dazu unter:
http://ditib-aalen.de/

Als Verein und als Mitglied der DITIB, der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religionen e.V., sehen die Aalener Türken auch weiterhin "in unserer Moschee einen Ort der multikulturellen Begegnung, der Information und Kommunikation. So sollen unsere Gemeinde und unsere Moschee ein Verbindungsglied zwischen türkischen Migranten und Deutschen sein und zur Integration beitragen, ohne dabei die Eigenständigkeit von Kultur und Religion zu verleugnen.

Ziel unseres eingetragenen, gemeinnützigen Vereins ist, entspre-chend der DITIB-Grundsätze, ausschließlich die Verfolgung von gemeinnützigen, religiösen, wohltätigen, kulturellen und sportlichen Zwecken. Parteipolitische Aktivitäten sind in unseren Räumen verboten".

Unser Rundgang durch die Gebetsstätte am Samstag hat unsere Kritik bestätigt: Die türkischen Mütter waren grundsätzlich für Verpflegung und Verkauf abgestellt und die Männer revanchierten sich zur Mittagszeit mit einem gemeinsamen Mittagessen mit6 der Familie, bei dem sich auch der Pressesprecher nicht stören ließ und so konnten wir zwar seine Kritik entgegen nehmen man sei "nicht immer mit der AIZ-Kritik einverstanden man kann sich doch vor einer Veröffentlichung absprechen?" und so kam es wie es eben kommen musste - die AIZ war in Zeitdruck wegen weiterer Termine - dass wir unsere Fragen zur Benachteiligung der türkischen Frauen Frauen leider nicht los geworden sind.

Männersache war natürlich das Anbieten des Korans und mehr.      
Allerdings muss berichtet erden dass ausnahmslos alle türkischen Frauen sich gerne ablichten ließen und auch die Männer - außer dem Pressesprecher - bereit waren uns in die Gebetsstätte und in den tollen Waschraum zu führen und wir waren uns alle einig: "Kein Vergleich zur alten Waschstätte in der Stuttgarter Straße".

Einig waren wir uns auch dass die Parksituation noch immer nicht bereinigt ist: Das Pfeifle-Denkmal Parkhochhaus am WIZ funktioniert nach einigen Jahren noch immer nicht und gegenüber sind nur Parkplätze für die Obdachlosen reserviert. Also parkte man eben auf den Erlau-Parkplätzen und an den Straßenrändern.

Frauensache: Anbieten der zum teil selbst gebastelten Waren.       
Und: Unsere Frage was denn mit der ehemaligen Waschstraße der Ex-Tankstelle geschieht wurde beantwortet: "Eine Waschstraße wäre zwar sinnvoll aber wie brauchen jede Spende zum Weiterbau der Moschee und wir brauchen auch in der Waschstraßen-Halle eine Möglichkeit Waren abzulegen". Übrigens: Die von der AIZ heute erstmals benutzte Zahl der "8.000 Türken die derzeit in Aalen leben" stammt vom Pressesprecher.

Ausnahmsweise Männersache: Inbetriebnahme des Dönner-Spieß.  
Mein Fazit vom Samstag: Die Türken haben uns die Hand gereicht zur Integration und sie haben ohne Tabus alle Fragen beantwortet und keines der Räume abgesperrt - nicht einmal den Waschraum. Ein dickes Lob gebührt allen die an ihrem Gotteshaus arbeiten - auch denen die im Saal noch die restlichen Plättchen-Arbeiten selbst am Samstag durchgezogen haben.

"Synagoge oder Moschee": Für mich dasselbe - nicht für die Türken.
Nur schade dass so wenige Deutsche kamen und dieses offene aber auch far gemeinte Angebot Führungen und gemeinsame türkische Kirmes feiern nur sehr gering in Anspruch genommen haben. Es genügt nicht sich zu unseren Aalener Türken zu bekennen sondern auch einen Schritt auf die zuzugehen wie sie es auch am Samstag gegenüber uns getan haben.

Wie bei deutschen kirchlichen Festen durfte Werbung nicht fehlen.  
Eine Schande dass viele Aalener diesem türkischen Aufruf zur Integration nicht gefolgt sind. Es mag sein dass die Stimmungs-mache gegen Moscheen beim Volk gut ankommt - aber unsere Türken bleiben dabei auf der Strecke. Ihnen verweigert man bewusst dass sie uns erklären was sie warum machen und weshalb Frauen sich ihnen unterordnen müssen.

Selbst die Frauenbeauftragte Uta Maria Steybe war vor vielen Monaten zum Baubeginn gekommen und hatte diesen Bann durchbrochen und auch mit den Türken und vor allem mit den türkischen Frauen geredet: Sie fühlen sich nämlich nicht gepeinigt oder in die Ecke gestellt, sondern sie fühlen sich in ihrer Rolle gemäß dem Koran sauwohl und das sollten wir ihnen zugestehen. Es ist doch besser eine Frau vermummt sich als sie wird verprügelt. So was käme bei den Türken nicht vor. wie ich am Samstag festgestellt habe. Sie haben trotzdem Hochachtung vor ihren Frauen. Aber der Koran zwängt sie eben in eine andere Richten denn in der Bibel steht es ja auch geschrieben "die Frau sei dem Manne Unter-tan".

Auf jeden Fall Danke dass dieses Angebot des gegenseitigen Kenn-en lernens und der gegenseitigen aufeinander zugehens überhaupt angeboten wurde. Diejenige die dieses Angebot genutzt hatten haben es keinesfalls bereits. Ich habe jedenfalls am Samstag die Botschaft unserer Türken verstanden: Wir haben Gott sei dank Religionsfreiheit und das müssen wir auch unseren Türken zugestehen - auch wenn wir nicht mit allem einverstanden sind was im Koran steht. Seit Samstag sind wir Freunde und lassen jeder Seite ihre Religion als Grundrecht. Dieter Geissbauer
Schönsten Bilder von türkischen Kirmes und 
"Tag der offenen Tür" im neuen Gotteshaus   


Was 30 Frauen bei Kirmes alles leisten war bestens zu beobachten.



Der Gebetssaal hat inzwischen auch einen roten Teppich bekommen





Herrlich was da alles an der Decke hängt und gekachelt wurde.       



Sonne strahlt durch die großen Fenster mitten in das Gotteshaus.   

Frauen durfen nur auf dieser Empore an Gebetsstunde teilnehmen.  

Stündlich waren auch am Samstag Gruppen-Führungen für alle.      

Selbstverständlich auch für AIZ:Vor dem Betreten Schuhe ausziehen


Funkelndes Schmuckstücke: Der neue Waschsaal nur für Männer.  

Von außen noch nicht ganz verputzt aber Spenden gehen noch ein. 


Moschee-Ansichten von außen: Eigentlich Architekten-Leitung 1,0!  



Die einstige Tankstellen-Waschstraße wird verschwunden bleiben.   



Die Kinder hatten ihren Spaß in der Hüpfburg: Leider nur Türkische. Wo blieben denn deutsche Kinder? Wurden sie nicht eingeladen?    

Typisch Integration: Neben der deutschen auch die türkische Fahne.


Perspektive der Zukunft und Bild des Tages: Islamische Gemeinde...

Mit diesem nicht funktionierenden Carport gegenüber im WIZ könnte recht bald das noch bestehende Parkproblem schnell gelöst werden.


Parken verboten gegenüber der Moschee: Parkplätze nur für Asylan-ten die allerdings noch kein Auto haben und Plätze nicht brauchen.  







Gemeinsamkeit steht bei Türken im Vordergrund des "Miteinander".