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Da staunte
sogar der AIZ-Spion was in der Stadthalle abging:
Würzburger Schuhhändler wollte Aalener ab-
kassieren aber die drehten Spieß
selbst um
In Werbung mit Versprechungen über Hunderte
angezogen
Das rächte sich durch Kaufunwillige und die Barfuss-Kunden

Auch so manches Kind kam mit löcherigen
Schuhen (dieses aber nicht) und ging ohne ordentliche Bezahlung unbehelligt vom
Personal aus der Stadthalle in Aalen.
AIZ-Fotos: Dieter Geissbauer
Aalen.
Spannender als die Neuformation der deutschen
WM-Mann-schaft ohne Ballack oder dem schönsten Krimi waren für den AIZ-Spion
die Beobachtungen am Freitag dem 28. Mai 2010 in der Aalener Stadthalle, in der
ein Würzburger Schuhhändler versuchte die Aalener buchstäblich abzukassieren und davon
träumte, seine etwa 5.000 ausgestellten Paare Schuhe los zu werden und zwar
zu einem Preis der keinesfalls mehr ein "Schnäppchen" ist und war:

Grosse Werbung für
die Schuhbörse 2010 schon vor der Stadthalle.
Erstens wurden die "Normalpreise" zum großen Teil getürkt also selbst
um das Doppelte hoch
gesetzt und zweitens gab es für die Ware nicht mehr als 50 %. Nachlass,
wobei es sich nur zum klei-nen Teil wahrscheinlich um Neuware handelte, sondern der Hauptteil
möglicherweise aus Versteigerungen und Konkursen stammt in denen solche Schuhe der
zum Teil ausgelaufenen Modellart zu je 2,50 bis sieben Euro selbst ersteigert werden
können und hier in der Stadthalle gab es nicht einmal mehrere Schuhpaare unter 10 € und 95% waren
teurer als 25 Euro.

Hunderte kamen
aufgrund der Werbung und nur wenige kauften.
Wie kam es dazu? Es stand im Wochenblatt: "Willkommen beim Schuhriesen:
Schuhe: Grosse Schuhbörse in Aalen: Einritt frei: Nur einen Tag von 10 bis
18 Uhr: Preise für ein Paar 2,50 €, 5,00 oder 7 Euro!" (siehe
Original-Anzeige unten)

Fast alles übertrieben konnte dann in der Aalener Stadthalle
der AIZ-Spion feststellen und von wegen "radikal günstig" eine Übertreibung
des Schuhhändlers aus Würzburg die nur als Lockangebot
ohne gleichwertige Gegenleistung bezeichnet werden kann.

Schließlich handelte es sich wie immer in Aalen bei solchen Fällen (derselbe
Schuhverkäufer kommt "jedes Jahr zwei Mal nach Aalen in die Stadthalle" um
seinen Ramsch los zu werden, wie er der AIZ sagte) um eine seriöse
Internet-Adresse, obwohl der Schuhhändler sich schon in Aalen eine
Ordnungswidrigkeit wieder einhandelte weil der Veranstalter nicht mit
Adresse angegeben wurde. Wenigstens die ansonsten und bisherige immerhin seriöse
Internet-Adresse "
http://www.GuenstigSchuh.de ließ wenigstens klein versteckt in der
Anzeige Gutes vermuten.

An der "Kasse": Bon ohne Datum und
Händler-Kennung also als "Garantieschein für den Umtausch oder Reklamation"
unbrauchbar.
Um es vorweg zu nehmen: Beim Testkauf hat der AIZ-Spion für solch
minderwertige und modisch nicht mehr aktuelle Abfall-Ware natürlich keinen
Cent bezahlt und demzufolge auch nichts gekauft. Einer der 5
AIZ-Redaktionsmitglieder kaufte die billigsten Schlappen als Beweis für 10 €.

Da aber der Schuhhändler illegale Werbung vor der Stadthalle mit seinem Lkw
betrieb und den fließenden Verkehr dadurch behinderte und vielleicht damit
beschäftigt war seine Portokasse in den Verkauf mit einzubringen weil er ja nur
an diesem Tage die Stadthalle gemietet hatte und viel zu wenig Kundschaft kam
wunderte er sich dass die AIZ sein Schnäppchen-Lkw fotografierte, der im
Parkverbot stand.

Der AIZ-Spion hat es genau gezählt: In 30 Minuten nur im Durch-schnitt zehn
Kunden und dann gab es auch noch einen "Kassenbon den Sie brauchen wenn Sie
die Ware umtauschen oder reklamieren wollen", so die Verkäufer- und
Kassiererin, der nicht einmal eine Adresse oder gar Steuernummer enthielt, sondern aus dem Kauf-laden meiner Tochter hätte stammen
können. Vielleicht sollte sich das nächste Mal das Ordnungsamt der Stadt
Aalen mal sehen lassen und "abkassieren".

Jedenfalls war die Rechnung des "Schuhriesen" bei der aktuellen "Aalener
Schuhbörse" nicht aufgegangen, wie der AIZ-Spion lange Zeit
beobachtete: Jeder dritte Kunde ging mit seinen alten Schuhen in die Börse und
kam heraus
ohne zu bezahlen mit neuen Schuhen also zum Nulltarif. Auf Nachfrage des AIZ-Spions wo denn nun die alten Schuhe der Kundin geblieben sind:
"Natürlich liegen die in dem Schuhkarton für den Schuhhändler..."

Es gab aber auch Groteskes zu beobachten: Eine Frau ging barfuss in die
Schuhbörse und kam barfuß wieder heraus ohne was zu kau-fen, weil sie alles
"für viel zu teuer und modisch zu alt" hielt. Eine weitere Kundin ging
barfuß in die Schuhbörse und kam mit den Teuersten Schuhen wieder
unbehelligt heraus: Deren Kinder lachten: "Jetzt können wir dafür Eis
essen gehen". So kam es dass nicht der Großhändler die Aalener austrickste
sondern dieses Mal der Spieß umgedreht wurde... Bis zum nächsten Mal in
Aalen, vorausgesetzt der Schuhhändler hat sich so nicht in die eigene Pleite
hinein manöv-riert. Dieter Geissbauer


Draußen vor der Stadthalle: Der
Würzburger LWK "Sonderverkauf".

Der Kassenbon als Garantieschein. Fall für das Finanzamt in Aalen?

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