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Neuer Sonderbericht der
Polizei und Landeskriminalamtes:
Auf Ostalb und Hall u. Rems-Murr Hausbes-
uche "bei 13 mit rechtsextremen Bezügen"
Aktion "BIG REX" soll wieder auf den Weg
bringen: Zwei der
bisher kontaktierten Personen zeigte Gesprächs-Bereitschaft

Eingang zum
Polizeirevier Aalen. AIZ-Foto: Dieter Geissbauer
Aalen. Gemeinsame
Pressemitteilung des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg und des
Polizeipräsidiums Aalen: Landkreise Ostalbkreis, Schwäbisch Hall und
Rems-Murr: Hausbesuche bei 13 Personen mit rechtsextremen Bezügen:
Rechtsextremismus: ständig im Fokus der Polizei: Die Beratungs- und
Interventions-gruppe gegen Rechtsextremismus (BIG REX) des
Landeskri-minalamtes Baden-Württemberg und die Staatssch-utzinspektion der
Kriminalpolizeidirektion Waiblingen des Polizeipräsidiums Aalen haben vor
einigen Tagen im Ostalbkreis, im Landkreis Schwäbisch Hall und im
Rems-Murr-Kreis 13 Personen an ihren Wohnorten auf-gesucht. Bei den Personen
handelte es sich um Männer im Alter von 19 bis 33 Jahren, die in
rechtsextremistischen Zusamm-enhängen oder wegen entsprechender
Straftaten bekannt geworden waren. Diese Delikte erstreckten sich über
Sachbeschädigungen, das Verwenden verfassungsfeindlicher Symbole,
volksverhetzenden Delikten, bis hin zu vereinzelten
Körperverletzungsdelikten.

Die überwiegend jungen Männer wurden über die Hintergründe und Gefahren des
Rechtsextremismus informiert sowie auf damit einh-ergehende negative
Begleiterscheinungen im privaten als auch im beruflichen Bereich
hingewiesen. Primäres Ziel dieser Gespräche war es, den jungen
Gesprächspartnern Alternativen und Möglichk-eiten eines Ausstiegs
aufzuzeigen. Die Beamten ermunterten sie dabei zum Ausstieg aus der rechten
Szene und boten für den Fall der oftmals langwierigen Umorientierung jeweils
aktive Hilfestellung an. Auch die Familie und der unmittelbare Freundeskreis
der Ange-sprochenen wurde nach Möglichkeit sensibilisiert.
Zwei Drittel der kontaktierten Personen zeigten sich gesprächs-bereit. Bei
den Ge-sprächen konnte zum Teil festgestellt werden, dass nach Darstellung
der Angesprochenen weder eine rechts-extreme Ideologie noch eine
entsprechende Szenenzugehörigkeit das jeweilige Motiv für das
ausschlaggebende Fehlverhalten waren. Vielmehr wurde zuvor erfolgter
Alkoholkonsum oftmals als Ursache des Fehlverhaltens angeführt.
Die Polizei wird die jetzt angesprochen weiterhin im Auge behalten.
BIG REX ist unter der Telefonnummer 07115401-3600 oder unter
big-rex@polizei.bwl.de
erreichbar.
Die BIG REX ist Teil des im Jahr 2001 durch das Innenministerium
Baden-Württemberg unter Einbeziehung der Ministerien für Justiz, Kultus- und
Soziales ins Leben gerufenen Programms "Aus-stiegshilfen Rechtsextremismus".
Der Grundgedanke des Pro-gramms besteht darin, sowohl polizeilich bekannte
Sympathi-santen, wie auch Erst- und Mehrfachtäter durch die Landespolizei
und das Landeskriminalamt (LKA) anzusprechen, um sie zum Ausstieg aus der
rechten Szene zu motivieren und ggf. zu unterstützen. Die BIG REX ist beim
Landeskriminalamt Baden-Württemberg angesiedelt. Das Personal besteht
vornehmlich aus Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte.
Die BIG REX arbeitet behördenübergreifend und ist nicht ermittelnd tätig. m
Mittelpunkt ihrer Tätigkeit steht ausschließlich die Unters-tützung
ausstiegswilliger Szeneangehöriger. Hierbei sollen Justizbe-hörden, Jugend-,
Arbeits- und Sozialämter, Schulen und Kommunen mit der Polizei gemeinsam
jedem Ausstiegswilligen individuelle, auf seine persönlichen Lebensumstände
abgestimmte Hilfeleistungen bieten. Beispielsweise sollen umkehrbereite
Rechtsextremisten bei der Arbeitsplatzsuche, der Bewältigung von
Strafverfahren, der Wohnungssuche, der Schuldnerberatung, bei der Abwicklung
von Behördengängen oder beim Schutz vor einer befürchteten Bedrohung durch
ehemalige Gesinnungsgenossen unterstützt werden.
Seit Beginn des Programms Ausstiegshilfen Rechtsextremismus wurden von der
Landespolizei und dem Landeskriminalamt über 2.500 Personen der rechten
Szene angesprochen. Zwischenzeitlich sind mit Hilfe der Polizei des Landes
weit über 500 Personen aus der "rechten Szene" ausgestiegen, davon annähernd
200 mit Unterstützung der BIG REX des LKA.
Zusatzinformation Anonymisiertes Hinweissystem: Seit dem 01. September 2012
hat das Landeskriminalamt Baden-Württemberg ein anonymes
Hinweisaufnahmesystem (BKMS) eingeführt. Hinweise gegen Korruption,
Wirtschaftskriminalität und rechtsextremistisch motivierter Kriminalität
können hier anonym gemeldet und weitergeleitet werden. Der Datenverkehr über
anonyme Postfächer, IP-Adressen wird nicht gespeichert. Hinweisgeber können
über das System mir der Polizei in Kontakt treten - ihre Ano-nymität ist
jederzeit gewährleistet. Zum System gelangt man über die Internetauftritte
der Polizeidienststellen, des Landeskriminalamtes und des Innenministeriums.
Das Landeskriminalamt bewertet die eingehenden Hinweise und kann über das
anonyme Postfach bei Bedarf mit dem Hinweisgeber in einen Dialog treten.
Notwendig kann dies beispielsweise sein, wenn der Hinweis noch vage ist oder
ergänzende Informationen benötigt werden. Sollte sich ein Verdachtsfall
konkretisieren, wird die örtlich zuständige Polizeidienststelle mit den
weiteren Ermittlungen beauftragt.
Abrufbar ist das System auf den Internetauftritten jeder
Polizeid-ienststelle und der Startseite der Polizei unter folgender Adressse:
http://www.polizei-bw.de)
Hinweise zur Korruptionsverhütung und -bekämpfung und zum Ver-trauensanwalt
sind auf dem Internetauftritt der Koordinierungsgruppe
Korruptionsbekämpfung:
(http://www.lka-bw.de/LKA/Seiten/KGK.aspx)
verfügbar.
Präventionshinweise zum Rechtsextremismus sind auf den Prävent-ionsseiten
der Polizei
(http://www.polizei-beratung.de/themen-undtipps/
rechtsextremismus.html) erhältlich.
Ausstiegshilfen der "Beratungs- und Interventionsgruppe gegen
Re-chtsextremismus (BIG REX)" sind unter
(http://www.lka-bw.de/LKA/Seiten/BigRex.aspx)
zu finden.
Polizeipräsidium Aalen
newsroom:
http://www.presseportal.de/blaulicht/nr/110969
newsroom via RSS:
http://www.presseportal.de/rss/dienststelle_110969.rss2
Rückfragen bitte an:
Polizeipräsidium Aalen
Öffentlichkeitsarbeit
Telefon: 07361 580-106
E-Mail: aalen.pp.stab.oe@polizei.bwl.de
http://www.polizei-bw.de/ |