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Ostalbkreis auf Platz
zehn der größten Kreise in Deutschland:
306.530 haben Zuhause und ihre "Heimat" im
starken Ostalbkreis: 71.000 ohne Ausbildung
150.770 Männer und 155.760 Frauen leben in 42
Städten u. Ge-
meinden des Ostalbkreises: Hälfte davon in drei Kreisstädten

Ostalbkreis belegt Platz 10 der größten Landkreise in Deutschland: Landrat
Klaus Pavel (links) und Regierungspräsident J. Schmalzl wollen dass es auch
so bleibt.
AIZ-Fotos: dieter Geissbauer
Aalen.
Am Zensusstichtag, dem 9. Mai 2011, hatte
Deutschland insgesamt 80.219.695 Einwohnerinnen und Einwohner, davon
10.486.660 bzw. 13,1 Prozent in Baden-Württemberg und 306.530 im
Ostalbkreis. Diese Zahlen gab am vergangenen Freitag, 31. Mai 2013 die
Präsidentin des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg, Dr. Carmina
Brenner, auf einer Pressekonferenz in Stuttgart bekannt. Damit hat der Kreis
gegenüber bisherigen Berechnungen auf Basis der Volkszählung von 1987
lediglich knapp 4.000 Einwohner oder 1,3 Prozent (Landesdurchschnitt 2,5
Prozent) verloren und ist bevölkerungsmäßig zehntgrößter der Stadt- und
Landkreise Baden-Württembergs.

„Nachdem durch den Zensus 2011 die
Einwohnerzahlen amtlich neu festgestellt wurden, werden wir die Auswirkungen
auf den Ostalbkreis in den kommenden Wochen prüfen, denn viele Gesetze und
Verordnungen beziehen sich direkt auf die Einwohnerzahlen", so Landrat Klaus
Pavel. Relevant könnte dies etwa für den kommunalen Finanzausgleich oder die
Einteilung der Wahlkreise sein. Für die Bundestagswahl im kommenden
September oder die Komm-unalwahlen im nächsten Jahr ergeben sich aufgrund
von Stichtagsre-gelungen jedoch noch keine Änderungen.
150.770 Männer und 155.760 Frauen leben in den 42 Städten und Gemeinden des
Ostalbkreises, rund die Hälfte davon in den drei Großen Kreisstädten Aalen,
Schwäbisch Gmünd und Ellwangen. 92,8 Prozent sind deutsche Staatsangehörige,
7,2 Prozent sind Ausländer. Der römisch-katholischen Kirche gehören 53,6
Prozent, der evangelischen Kirche 25,8 Prozent an. 20,6 Prozent der
Bevölkerung gehört einer sonstigen Glaubensgemeinschaft an oder machte keine
Angaben im Rahmen der Erhebung.Die Bevölkerung im Ostalbkreis teilt sich
wie folgt auf einzelne Altersgruppen auf: Noch unter 18 Jahre alt sind rund
18,8 Prozent der Bürgerinnen und Bürger (Land Baden-Württemberg: 17,7
Prozent). Knapp 14,3 Prozent sind zwischen 18 und 29 Jahre alt (Land
Baden-Württemberg: 14,8 Prozent). Knapp die Hälfte der Männer und Frauen
zählt zu der Gruppe der 30- bis 64-Jährigen (47,7 Prozent; Land:
48,2 Prozent). Nahezu jeder Fünfte ist mit über 64 Jahren bereits im
Rentenalter (19,3 Prozent; Land: 19,4 Prozent). Innerhalb dieser
Altersgruppe zeigt sich die höhere Lebenserwartung von Frauen deutlich.
Auch im Ostalbkreis bestätigt sich die auf Landesebene vollzogene
Betrachtung nach Gemeindegrößenklassen: Das Ausmaß der statistischen
Anpassung der amtlichen Einwohnerzahlen steigt mit zunehmender
Gemeindegröße. So zieht der Zensus 2011 zwar für alle Gemeindegrößenklassen
einen Einwohnerverlust im Vergleich zur Bevölkerungsfortschreibung nach
sich. Jedoch fällt dieser bei Betrachtung der Veränderungsraten für
Gemeinden von 20.000 bis unter 50.000 Einwohnerinnen und Einwohnern mit
durchschnittlich −2,8 Prozent gut dreimal so hoch aus, wie für kleine
Gemeinden mit bis zu unter 5.000 Einwohnerinnen und Einwohner
(−0,9 Prozent). In den neun Stadtkreisen des Landes fällt die Korrektur mehr
als doppelt so hoch aus (−4,4 Prozent) wie in den 35 Landkreisen
(−2,1 Prozent).
Unter den Städten mit über 50.000 Einwohnern verlor Schwäbisch Gmünd 1.558
Einwohner oder 2,6 Prozent seiner Bevölkerung, Aalen konnte entgegen dem
Landes- und Bundestrend ein Plus von 133 Einwohnern (0,2 Prozent) verbuchen.
Ellwangens Bevölkerung schrumpfte von 24.558 (Stand: 30.9.2012) auf 23.678
Einwohner.

Bevölkerung in
Städten mit 50.000 Einwohner: Vorletzter Platz.
71.000 über 15 Jahre ohne Ausbildungsabschluss:
30.190 Personen über 15 Jahre verfügen im
Ostalbkreis über einen Hochschulabschluss, 154.730 Menschen können den
Anschluss einer beruflichen Ausbildung von mindestens einem Jahr nachwei-sen.
Ohne beruflichen Abschluss sind 71.200 Einwohner. Insgesamt sind im
Ostalbkreis 154.970 Menschen erwerbstätig, erwerbslos waren zum Stichtag 9.
Mai 2011 5.030 Personen. Von den Erwerbstätigen arbeiten 86.800 im
Dienstleistungsbereich, 69.340 im Produzierenden Gewerbe und 2.990 in der
Land- und Forstwirtschaft.
Diese und viele weitere Zahlen des Zensus 2011 sind
bis auf die Ebene der Gemeinden über die Zensusdatenbank unter
https://ergebnisse.zensus2011.de
im Internet abrufbar. Hier können neben vordefinierten Tabellen die
Ergebnisse auch individuell zusammengestellt werden, so dass jeder Nutzer
genau die Informationen erhält, die er benötigt.

Bevölkerung in
Stadt- und Landkreisen in BW am 9. Mai 2011.
Hintergrund (Quelle: Statistisches Landesamt
Baden-Württem-berg): Volkszählungen sind in der
amtlichen Statistik die Eckpfeiler eines Systems von
Bevölkerungsstatistiken. Die zentrale Aufgabe einer Volkszählung besteht
darin, in größeren aber regelmäßigen Zeitabständen, Einwohnerzahlen und
Strukturergebnisse auf regio-nal tief gegliederter Ebene für die
Neujustierung der Bevölker-ungsfortschreibung bereitzustellen. Zwischen den
Volkszählungen werden Einwohnerzahlen anhand von Bewegungsdaten – das sind
im Wesentlichen Zu- und Fortzüge sowie Geburten und Sterbefälle –
fortgeschrieben. Im Rahmen des Zensus 2011 wurden die Einw-ohnerzahlen durch
eine Auswertung der kommunalen Melderegister, ergänzt um eine Vollerhebung
an sogenannten Sonderbereichen (Gemeinschaftsunterkünfte wie
Justizvollzugsanstalten oder Studierendenwohnheime), eine Bereinigung des
Registerbestands um Mehrfachfälle sowie eine Korrektur um Über- und
Untererfass-ungen ermittelt. Die Korrektur dieser „Karteileichen" und „Fehl-bestände"
erfolgte in Gemeinden mit 10.000 und mehr Einwohnern auf Basis einer
Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis und in den Gemeinden mit weniger als
10.000 Einwohnern durch eine Befragung zur Klärung unplausibler
Registerbefunde. Diese neue Erhebungsmethode wurde im Zensusgesetz 2011
geregelt. |