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Übung aus 2007 wurde
dieser Tage exakt genau wiederholt:
Schweinepest-Gefahren auch 2010 auf der
Ostalb Dank Vorsorge u. THW wieder im Griff
Landrat Klaus Pavel war wieder bei
Notfallübung zur Tierseu-
chenbekämpfung im Regierungsbezirk 2010 sehr zufrieden

Wie bei der Übung 2010 dieser Tage: 28. Juni 2007 beim THW in der
Robert-Bosch-Strasse: Hochansteckende Tierseuchen wie Schwei-nepest, Maul-
und Klauenseuche oder Vogelgrippe bei weltweitem Handels mit Tieren ständige
Gefahr. Archiv-Fotos: D. Geissbauer
Aalen. Der Ostalbkreis übte wie in den
Vorfahren nun wieder Ernstf-all: Am 1. und 2. Juli 2010 beteiligte sich das
Landratsamt Ostalbkreis an einer zweitägigen Notfallübung zur Bekämpfung der
Klassischen Schweinepest im Regierungsbezirk Stuttgart. Im Rahmen eines
fiktiven Seuchengeschehens werden von der am Regierungspräsidium Stuttgart
eingerichteten Übungsleitung Szenarien eingespielt, die in Echtzeit von den
Landratsämtern abgearbeitet werden müssen. Dies geschieht jedoch
ausschließlich in Form eine Trockenübung, Betriebe werden nicht real
kontaktiert.

Landrat auch 2010 zufrieden: Schweinepest hat Schrecken verloren.
Ist die Schweinepest in einem Betrieb
ausgebrochen oder besteht der Verdacht, so wird der betreffende Betrieb für
jeglichen Tierverkehr gesperrt. Gleichzeitig unterliegen Schweinebetriebe in
einem Umkreis von mindestens 10 km Beschränkungen und müssen tierärztlich
untersucht werden. Da die Schweinepest sich sehr schnell über große Gebiete
hinweg ausbreiten kann, ist die Rückverfolgung und Ermittlung von
Tierbewegungen sowie eine funktionierende Kommunikation und Zusammenarbeit
zwischen den Behörden von großer Wichtigkeit, was ein zentrales Ziel dieser
Übung darstellt. Nur durch schnelles Agieren aller Beteiligten kann eine
Seuche aufgehalten werden.

Verschiedene Seuchenzüge haben in der
Vergangenheit gezeigt, dass sich schnell eine Lage ergeben kann, die mit den
Ressourcen der einzelnen unteren Veterinärbehörden allein nicht beherrschbar
ist. In diesen Fällen muss für die Bekämpfung der Tierseuche schnell auf die
Ressourcen und Strukturen der gesamten unteren Verwaltungsbehörde und des
Katastrophenschutzes zurückgegriffen werden. In drei Landkreisen des
Regierungsbezirks Stuttgart werden die für den Krisenfall „Tierseuche"
eingerichteten Logistikzentren übungsweise in Betrieb genommen. Ein
Logistikzentrum ist eine Liegenschaft, in der die in der Seuchenbekämpfung
eingesetzten Personen eingewiesen, versorgt und ausgestattet werden. Auch im
Ostalbkreis werden die Kommunikationsstrukturen zwischen Logistikzentrum und
Veterinäramt hochgefahren und in Betrieb genommen.

Die Klassische Schweinepest (KSP) ist eine
hoch ansteckende anzeigepflichtige Tierseuche, die bei Hausschweinen und
Wildschweinen auftreten kann. Sie kommt weltweit vor, in Deutschland ist die
Schweinepest zuletzt im Jahr 2009 bei Wildschweinen in Nordrhein-Westfalen
und Rheinland-Pfalz aufgetreten, im Ostalbkreis zuletzt Anfang der 1990er
Jahre. Für den Menschen ist die Schweinepest nicht gefährlich.

Landrat Pavel war selbst von den Vorkehrungen sehr tief beeindruckt.
Der Ostalbkreis ist eine der
viehdichtesten Regionen Baden-Württembergs. Eine Einschleppung der
Schweinepest auch in hiesige Schweinebestände ist durchaus möglich. Aus
diesem Grund ist die Vorbeugung von großer Wichtigkeit, wozu jeder Landwirt
und Bürger seinen Beitrag leisten muss. Da das Virus der Schweinepest auch
durch Lebensmittel übertragen werden kann, sollte unbedingt darauf geachtet
werden, dass von Reisen mitgebrachte Lebensmittel tierischer Herkunft nicht
an Schweine gelangen können. Schweine - oder von ihnen stammende Erzeugnisse
- dürfen nur dann aus anderen Ländern eingeführt werden, wenn sie aus
bekannten, gesunden Beständen stammen. Viehtransportfahrzeuge müssen immer
gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Gemeinschaftlich genutzte
Geräte und Maschinen müssen vor der Weitergabe ebenfalls gründlich gereinigt
und desinfiziert werden. Auch die ständige Bekämpfung von Ratten und Mäusen,
die das Virus von einem Bestand zum nächsten transportieren können, ist
überaus wichtig. Kontakte von Hausschweinen zu Wildschweinen gilt es in
jedem Fall zu verhindern. DG
AIZ-ARTIKEL vom 28. Juni 2007 |