|
„Du siehst heute wieder mal besonders attraktiv aus!“:
Gewerkschaft der Polizei
(GdP) beklagt auch
im OAK die "Belästigungen am Arbeitsplatz"
Viele Betroffene leiden unter den psychischen Problemen od-
er körperlichen Symptomen wie Bauchschmerzen u. Übelkeit

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz
beginnt oft meinst harmlos...
Aalen.
Du siehst heute wieder mal besonders attraktiv aus!“ – Was ein nettes
Kompliment sein kann, ist im beruflichen Kontext häufig unangenehm. So haben
laut einer repräsentativen Untersuchung des Bundesministeriums für Familie,
Frauen, Senioren und Jugend rund 25 Prozent aller befragten Frauen seit dem
16. Lebensjahr mindestens einmal eine Situation sexueller Belästigung im
Arbeits-, Schul- oder Ausbildungsumfeld erlebt. Doch auch Männer sind von
sexueller Belästigung im Job betroffen, auch wenn dies weitaus seltener
vorkommt. Anita Eckhardt, Referentin der Geschäftsführung des Bundesverbands
Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff),
erklärt, wo sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz beginnt und wie sich
Betroffene dagegen wehren können.
Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG, § 3 Abs. 4)
definiert, was unter sexueller Belästigung zu verstehen ist. Sie äußert sich
nicht nur in Worten: Auch ein anzügliches Plakat im Büro kann als Form der
Belästigung gelten, wenn sich jemand dadurch gestört fühlt“, klärt Anita
Eckhardt auf. Darüber hinaus findet Belästigung oft auf verbaler Ebene statt,
zum Beispiel durch Kommentare zum Aussehen der Person oder durch Bemerkungen mit
sexuellem Inhalt. „Aber es kommt natürlich auch zu körperlichen Formen wie
ungewollten sexuell bestimmten Berührungen oder zu strafrechtlich relevanten
Taten wie beispielweise zu einer
Nötigung oder
Vergewaltigung“, so die Expertin. Die Folgen für die
Opfer können vielfältig sein. Viele Betroffene leiden unter
psychischen Problemen oder körperlichen Symptomen wie Bauchschmerzen oder
Übelkeit. Aus Arbeitgebersicht besteht zudem das Problem, dass die betroffenen
Personen nicht mehr so leistungsstark wie zuvor sind. Häufig kommt es zu einer
Vermeidungshaltung bei der Arbeit und einem höheren Krankenstand. „Es kann sogar
so weit gehen, dass eine Frau ihren Job kündigt oder sich versetzen lässt, auch
wenn sie das eigentlich nicht möchte“, führt Eckhardt weiter aus. Text und
Fotos: GdP
Infos:
Schutz
vor sexuellem Missbrauch
Die
Macht der Täter brechen
Institutionen
müssen sexuellem Missbrauch vorbeugen |