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Fall
Bauchladen-Alkohol-Mann kommt vor Aalener Amtsrichter
Auszeichnung der Ostalb-Polizei für weniger
Gewalt: Blauen Schirm für
Schirmherr Pavel
26.500 € Fördermittel ermöglichen wissenschaftlich überwa-chte
Anti-Gewalt-Aktion "EPia-Erlebnis-Pädagogik im Alltag"

Bild des
Jahres: Verliebt in die vorbildliche Zusammenarbeit: Polizei-direktior
Schindler (3. von links) überreichte Schirmherr Landrat Kla-us Pavel
(rechts) zum Dank den blau-wißen Regenschirm der Poli-zeidirektion Aalen als
Auszeichnung. AIZ-Fotos: Dieter Geissbauer
Aalen.
Da staunte selbst am Montag dem 23. Januar um 13,34 Uhr
"Schirmherr Landrat Pavel" bei der Pressekonferenz in seinem eigenen
Besprechungs-Saal auf der Chefetage des Landratsamtes: Plötzlich griff der
Chef der Ostalb-Polizei nicht etwa zur Pistole sondern hinter sich und
setzte eine Entschuldigung voraus: "Die Polizei hat wenig Geld und muss
sparen.

Links H. Faber
(Caritas) und Jugend-Sachbearbeiter PHM Sailer.
Deshalb übergebe ich Ihnen sehr geehrter Herr Landrat Pavel diesen
blauen Schirm als dank und Symbol dafür dass Sie als Schirmherr nicht nur
der Motor dafür waren Alkoholleichen zu dezimieren, sondern die
Zusammenarbeit zwischen Polizei und Ihnen und Ihren Mitarbeitern ein Vorbild
für das ganze Land ist und so wir unserem gemein-samen Motto unsere
Ostalbkinder sind uns es Wert vor Alkohol-Gefahren geschützt zu werden alle
Ehre machten"

Verstehen sich
seit Jahren glänzend: Schindler und Landrat Pavel.
Allerdings hat dann in der Folge Volker Schindler nicht nur viel von
Prävention auch während der begonnenen Faschingszeit zusammen mit dem
Jugend-Polizeibeauftragten PHK Sailer gesprochen son-dern auch die drängende
Frage geklärt was denn nun mit dem Mann geschieht der mit einem Bauchladen
trotz Alkoholverbot auch an die Jugend Alkohol verkaufte: "Wir werden den
Mann in den nächsten Stunden ermitteln und anzeigen. In solchen Fällen
werden wir keine Gnade mehr walten lassen sondern den Fall an die
Staatsan-waltschaft Ellwangen und letztlich an den Aalener Amtsrichter zur
harten Bestrafung abgeben". Von allen Seiten der Verantwortlichen bekam für
ein solches hartes Durchgreifen Schindler volle Zustimmung: "Die
Ostalbkinder sind uns das Wert..."

"Unsere
Ostalbkinder sind's uns Wert":Pavel u. Polizeichef Schindler
Für das neue Projekt „Prävention
alkoholbedingter Jugendgewalt" hat das Landratsamt Ostalbkreis - wie Landrat
Pavel eingangs berichtete - im Herbst vergangenen Jahres Fördermittel der
Baden-Württemberg Stiftung in Höhe von 26.400 Euro erhalten. Mit Hilfe
dieser finanziellen Unterstützung wollen der Ostalbkreis, die
Polizeidirektion Aalen, die Suchtberatungsstellen von Caritas und Diakonie
und Fachleute von EPiA - Erlebnispädagogik im Alltag, einem privaten
Anbieter sozialpädagogischer Leistungen, das Projekt im Rahmen der
Kommunalen Kriminalprävention gemeinsam durchführen.

Die
Caritas (Faber und Mitarbeiterin) helfen jedem der Hilfe braucht.
Zielgruppe sind Jugendliche und Heranwachsende, die unter Alkoholeinfluss
mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind - entweder im Straßenverkehr oder
durch Gewalt gegen Personen und/oder Sachen. Die Konzeption sieht vor, dass
die Jugendlichen in Einzel- und Gruppengesprächen mit ihrem Verhalten
konfrontiert werden und sich diesbezüglich mit Ursachen und Alternativen
auseinand-ersetzen sollen. Ziel ist es, eine nachhaltige Veränderung der
Verhaltensmuster zu erreichen.

Die
Erfolgsgaranten der Suchtberatung: Pavel und Berthold Weiß.
Das Projekt im Ostalbkreis ist eines von 26 Projekten in Baden-Württemberg,
die von der Baden-Württemberg Stiftung insgesamt gefördert werden. Landrat
Klaus Pavel, der Leiter der Polizeidirektion Aalen Volker Schinder, der
Schwäbisch Gmünder 1. Bürgermeister Dr. Joachim Bläse sowie Vertreter der
Suchtberatungsstellen von Diakonie und Caritas haben der Presse und damit
auch der Öffentlichkeit am Montag das geplante Vorgehen im Einzelnen der
Aktion 2012 „Prävention alkoholbedingter Jugendgewalt" vorgestellt:

Immer wieder im Mittelpunkt der Gewalt - auch in dieser Faschings-zeit -
stehe der Alkohol als Auslöser für brutale Gewalt, was Landrat Pavel als
eine "Geißel die man mit dem Netzwerk" beseitigen wolle - schon seit 10
Jahren. Pavel: "Da müssen wir nun etwas unternehmen", zumal die 18- bis
24-jährigen Ostalb-Jugend zu 50 % - also jeder Zweite - in betrunkenem
Zustand Gewalttaten begegnen und "60 % Wiederholungstäter sind". Da heiße
eng zusammen stehen.

"Zuchtmeister
oder Ratgeber": Landrat Pavel und Polizeichef Schindler setzen auf
Prävention wenn es aber nicht anders geht...
Dies bestätigte Polizeidirektor Schindler und wollte mit der Überga-be des
Blauen Polizeischirmes an Schirmherr Landrat Klaus Pavel "aufzeigen wie gut
die Zusammenarbeit der Polizei mit dem Landratsamt und den örtlichen
Suchtbehörden in Aalen und Gmünd klappt". Diese Zusammenarbeit auf engstem
Raume bestätigte auch Gmünd Bürgermeister Bläse so: "Die Aktion in
Schwäbisch Gmünd hat die Wichtigkeit bewiesen, dass wir gemeinsam diese
Gewalt- und Alkohol-Probleme angehen müssen. Ich sage auch weiter Nein
zu Schnaps. 2.000 Jugendliche haben eine neue Festkultur ohne Schnaps auf
der Ostalb geschaffen".

Die Hilfsorganisatiionen und Suchtberater Berthold Weiß vom Land-ratsamt
Ostalbkreis betonten übereinstimmend das Hauptproblem: Faber: "Viele
Jugendlichen kommen wegen der Auflagen von Polizei und Gericht heute zu uns,
aber wegen diese Auflagen zumeist von den Gerichten und den
Führerschein-Behörden müssen nicht nur die Täter sondern auch ganze Familien
in die Therapie mit einbezogen werden". Und: "Es geht nicht darum pauschal
den Alkohol zu verteufeln, sondern durch ein so genanntes Genuss-Training
den Alkohol einzuschränken".

Berthold Weiß berichtete aus seiner Suchtberatung von der Dramatik: "Wir
hatten über einhundert Alkohol-Jugendliche unter 18 in die
Ostalb-Krankenhäuser eingeliefert bekommen. Deshalb ist ein gewisser
Leidensdruck für die Täter durch die Gerichte sicherlich notwendig" und
Landrat Pavel monierte eine Art die auch auf der Ostalb oft vor kommt: "Es
ist ganz wichtig bei Alkohol-Problemen icht weg zu schauen, denn dabei geht
es um unsere Ostalb-Kinder". und Polizeidirektor Schindler nannte die
konkreten Ziele 2012: "Ziele der Aktionen 2012 sind Verhaltens-Änderungen
der Täter die auch mit roher Gewalt zu zwei Drittel gegen unsere Polizisten
vor gehen und Ziel ist es wie im ganzen Land auch im Ostalbkreis dass die
Zahl der Mehrfach-Täter zurück geht". Denn in den letzten Jahren sei zu zu
beobachten, dass die Zahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die
aufgrund eines massiven Alkoholmissbrauchs auffällig w

Kaffee von
Suchtberater Berthold Weiß (links) für den Gast aus dem Gmünder Rathaus Dr.
Bläse (rechts)? Diese landrätliche Frage beantwortete sich von selbst: das
ist wie mit den Alkohol in Maßen kaum gesundheitsschädlich sondern eher
wohltuend in der Sitzung.
erden, auf einem Besorgnis erregend hohen Niveau verharrt. Binge Drinking",
zu deutsch auch Komasaufen oder Kampftrinken, nennen Experten derartige
Trinkexzesse. Nach den Ergebnissen der aktuellsten Studie der Bundeszentrale
für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) wird diese Form des Alkoholmissbrauchs
mindestens 1 Mal im Monat von weit über einem Drittel der 1 6- bis 21
-jährigen praktiziert. Bei Jungen und jungen Männern ist die Quote in dieser
Alterskohorte deutlich höher und liegt bei den 1 8-jährigen und Älteren bei
über 50 %. Gerade diese Gruppe ist es auch, die in einem
30-Tage-Zeitraum Binge Drinking 4 Mal oder häufiger praktiziert. Jeder
fünfte junge Mann hatte dies bei der repräsentativen Umfrage so angegeben.

AIZ-Bilderstudien der heißen Diskussion um Alkohol und die Gewalt.
Alkohol und Gewalt sind miteinander verkettet. Ausweislich der Polizeilichen
Kriminalstatistik für das Jahr 2010 stand bei Gewaltdelikten jeder dritte
(!) Tatverdächtige unter Alkoholeinfluss. Bei manchen Deliktsformen liegt
dieser Anteil noch weit darüber - so z.B. beim Widerstand gegen
Vollstreckungsbeamte", der zu 2/3 unter Alkoholeinfluss begangen wird.
Besonders erschreckend ist die Tatsache, dass sich diese Aussage nahezu eins
zu eins auf die unter 21 -jährigen übertragen lässt: 29,3 % der
Gewaltdelikte wurde von dieser Altersgruppe unter Alkoholeinfluss begangen.

Landrat Pavel
als Schirmherr engagiert sich sehr für Ostalb-Kinder.
Die Folgen des hohen Alkoholkonsums bei Jugendlichen sind weitreichend. So
sind beispielsweise die Gehirnstrukturen, die für das Lernen zuständig sind,
bei trinkenden Jugendlichen 1 0 % kleiner als bei nicht trinkenden.
Einschränkungen in der Leistungs- und Lernfähigkeit können auch darauf
zurückgeführt werden. Das Fazit: "Diesen Besorgnis erregenden Entwicklungen
muss entgegengewirkt werden, weil bei jungen Menschen die Zeitspanne von
missbräuchlichem Konsum bis zu einer manifesten Abhängigkeit wesentlich
kürzer ist als bei Erwachsenen. Eine zusätzliche Brisanz ergibt sich durch
die Kombination von Alkoholexzessen mit Gewalttaten gegen Personen oder
Sachen".

Jahrzente ein
Erfolgsteam: Landrat Pavel und Berthold Weiß (Grüne)
Gezielte Maßnahmen zur Förderung des Jugendschutzes haben im Ostalbkreis
bewirkt, dass die Zahl der Kinder, die mit einer Alkoholintoxikation in den
Kliniken im Landkreis behandelt werden müssen, deutlich reduziert werden
konnte. Die Gesamtsituation ist jedoch nach wie vor prekär: Dies zeigt die
hohe Zahl der (älteren) Jugendlichen, die medizinisch versorgt werden müssen
ebenso wie die hohe Quote an Jugendlichen, die alkoholbedingt Straftaten
begehen.

Polizeichef Volker Schindler und sein Jugendfachberater Sailer.
Das Projekt: In einem Beratungsgespräch mit dem Jugendlichen, den Eltern
oder sonstigen Bezugspersonen wird die aktuelle Situation besprochen. Ihre
Sorgen, Ängste, Befürchtungen werden ernst genommen und die Erwartungen
abgeklärt. Das Gruppen-angebot und die Inhalte werden vorgestellt und die
Jugendlichen zum Gruppenbesuch motiviert. In diesem Gruppenangebot werden -
verteilt über einen Zeitraum von 4 Wochen - folgende Einheiten umgesetzt:
-
Block 1: Kennen lernen,
Information über Suchtmittel, Aus-wirkungen, Gefahren, Reflexion und
Bewertung der eigenen Konsummotivation, Konsummuster und Risiken, Förderung
einer realistischen Selbsteinschätzung im Umgang mit Alkohol
-
Block 2:
Erlebnispädagogisches Angebot mit Reflexion, Verantwortung für sich und
andere übernehmen, Suche nach einem gesunden Kick"
-
Block 3: Alkohol und Gewalt -
Erkennen von Zusamm-enhängen, Erarbeiten von Alternativen, Einüben
prosozialer Verhaltensmuster
-
Block 4: Risikowahrnehmung,
Grenzen erkennen, Nein-Sagen, Genusstraining, Alternativen für sich finden
Den Abschluss bildet ein
Einzelgespräch, welches der Auswertung, ggf. Vermittlung in weiterführende
Hilfen oder Angebot für weitere Beratungsgespräche und der Sicherung der
Nachhaltigkeit dient. Bei Bedarf werden Einzelgespräche zur
Krisenintervention durchgeführt. Innerhalb des Prozesses kann es notwendig
werden, bei auftretenden Krisen schnell und individuell zu reagieren.

Engagierte
Diskussionen: BM Dr. Bläse (rechts) und Berthold Weiß.
Zusätzliche Hilfen wie bspw. Einzel- und/ oder Familiengespräche werden
angeboten. Die ersten Termine finden wie folgt statt: In Schwäbisch Gmünd:
23.03./24.03./26.03./27.03. und in Aalen am 27.04./28.04./ .05./12.05.
Meldungen an Caritas, Diakonie oder Suchtberatungsstelle im Landratsamt
Berthold Weiß. Projektpart-ner-Partner in diesem Projekt sind das
Landratsamt Ostalbkreis, die Polizeidirektion Aalen, die Aktion Sicheres
Gmünd und die Suchtberatungsstellen von Caritas und Diakonie. Die Förderung
erfolgt über Mittel der Baden-Württemberg Stiftung "Jugendschutz geht alle
an - die Ostalb-Kinder sind's uns wert".

Schwerpunkt-Maßnahmen in 2012
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Kooperationsvereinbarung
Festkultur: Möglichst flächendeckend soll im gesamten Ostalbkreis eine
einheit-liche Anwendung der Kooperationsvereinbarung Gestattungs-praxis in
den Städten und Gemeinden zur Verwirklichung einer positiven Festkultur
zur Anwendung kommen.
-
Die bewährten
lnformationsmaterialien sollen den zustän-digen Stellen weiter zur
Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus werden notwendige neue
Materialien entwickelt.
-
Schulungsveranstaltungen: Für
Verantwortliche von Stadtfesten, Faschingsumzügen, Disco-Veranstaltungen
und anderen Festen sowie deren Mitarbeiter wird das Beratungs-angebot der
Proiektpartner sowie die Durchführung spezieller
Informationsveranstaltungen aufrecht erhalten.
-
Beratung: Beratung
einzelner Städte und Gemeinden
-
Kontrollmaßnahmen:
Uberwachungs- und Kontrollmaß-nahmen
werden in einzelnen Schwerpunktbereichen von der Polizeidirektion Aalen
geplant und durchgeführt.
So will man nun
gemeinsam auch auf der Ostalb das Problem Gewalt und Alkohol in den
Griff bekommen. Dieter Geissbauer |