Frühkindliche Bildung: Schulen und Kigas rückten zusammen
350 staunten im Weststadtzentrum daß Stadt
Millionen € und 18 neue Stellen investierte

Mit der Planung soll nun in Aalen neues Kapitel der Koope-
ration beider Bildungseinrichtungen aufgeschlagen werden

OB Gerlach legte im Weststadtzentrum ein klares Bekenntnis für ein kinderfreundliches Aalen ab: Kindergärten und Schulen sollen weiter kooperieren und zusammen rücken      AIZ-Fotos: Dieter Geissbauer
Aalen-Hofherrtnweiler.
Sie kamen von  überall her aus dem ganzen Land Baden-Württemberg, aber auch aus dem Ostalbkreis und natürlich hatten die Ortsvorsteher/innen und Stadträte nahmen gerne das dicke Lob der übrigen Teilnehmer am Montag 23. Januar 2012 entgegen: Wie OB Gerlach in seiner Ansprache auch vor den Ortsvorsteher n/innen aus Fachsenfeld und Wasseralfingen sowie Rektor und Stadtrat Ritter von der Hofherrnschule und weiteren Stadträtinnen aber auch Stadtrat Höschele (Aalen) betonte, ist von Seitend er Stadt Aalen für unsere Kinder trotz Sparen nur das Beste genug:

"Es werden jährlich über eine Million investiert und es sind auch 18 neue Stellen geschaffen worden", verkündete OB Gerlach den verdutzten Zuhörern/innen im bis auf den letzten Platz gefüllten Weststadt-Zentrum mit berechtigtem Stolz. In dieselbe Kerbe schlug auch Sozialbürgermeister Fehrenbacher und vom Sozialamt aus hatte Herr Hammer diese Mittags-Tagung bestens vorbereitet:

Wie OB Gerlach betonte, sind Kindertageseinrichtungen und Schulen Kernbereiche kommunaler Zukunftsverantwortung. Es ist dabei von herausragender Bedeutung, den Bildungs- und Erzieh-ungsauftrag der Kindertagesstätten mit dem Bildungsauftrag der Grundschulen in Einklang zu bringen. Das Ziel müsse es sein, dass der Übergang von der Tageseinrichtung in die Schute für jedes Kind gelingt. Das wichtigste Fundament hierfür ist die gemeinsame Sichtweise beider Professionen, wie Kinder lernen und wie sie gemeinsam mit dem Elternhaus dabei am besten unterstützt wer-den können.

In Aalen gibt's viele gelungene Beispiele Ko-
operation von Kindergarten mit Grundschule

OB Gerlach: "In Aalen gibt es eine Vielzahl gelungener Beispiele der Kooperation von Kindergarten und Grundschule. Darauf wollen wir aufbauen. Ein weiterer Baustein soll dabei unser Fachnach-mittag Übergänge gestatten sein.

Auch der Rektor der Hofherrnschule Stadtrat Ritter (mitte) macht mit
Ich freue mich sehr, zu diesem Anlass Frau Renate Niesel begrüßen zu dürfen. Die Diplom-Psychologin ist seit vielen Jahren wissenschaftliche Referentin am Staatsinstitut für Frühpädagogik in München. Sie genießt in Fachkreisen hohe Reputation, gerade hinsichtlich Ihrer Thesen zum Übergang vom Kindergarten in die Grundschule. Ihr Impulsvortrag und die sich anschließende Fachdiskussion werden der Zusammenarbeit von Kindergarten und Grundschule sicherlich weitere Akzente und zusätzlichen Aufwind verleihen.

Alle sitzen auch in den Aalener Stadtteilen in einem Boot und sind zugunsten der Kinder eng zusammen gerückt: Von links Wasseral-fingens Ortsvorsteherin Andrea Hatam, Stadtrat Höschele und Kollegin und (rechts) der Faschenfelder Ortsvorsteher Opferkuch.     
Die Reihe hochkarätiger Fachveranstaltungen auf dem Gebiet frühkindlicher Bildung und Betreuung, die wir nun seit einigen Jahren anbieten, wird somit um ein weiteres Glanzlicht bereichert. Ich bin überzeugt, dass auch dieser Nachmittag hohes Interesse des Aalener Fachpublikums finden wird."


Gerechtigkeit bei Verteilung von Bildungsch-
ancen und der Schlüssel Begabung nutzen

Grundlagen der Kooperation:
Die Stärkung frühkindlicher Bildung und Erziehung ist die Voraussetzung für mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung von Bildungschancen und der Schlüssel dazu, dass möglichst keine Begabung ungenutzt bleibt. Die Tageseinrichtung von heute sieht sich mehr und mehr dem Bildungsauftrag verpflichtet, ohne dem Betreuungsauftrag nicht minder Rechung zu tragen. Genauso sind die Bildungspläne der Schuten neuen Herausfor-derungen und Weiterentwicklungen unterworfen.

Das Weststadtzentrum mausert sich zum wichtigen Tageszentrum. 
Der Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für die baden-württem bergischen Kindergarten gibt hierbei Impulse und Hilfe-stellungen. Auch die Verwaltungsvorschrift des Kultus- und Sozial-ministeriums hebt darauf ab und benennt Ziele und Formen der Kooperation. Das entwickelte Kooperationsmodell baut darauf auf, es konkretisiert die Kooperationspraxis auf der Basis gemeinsamer Standards, lässt aber gleichzeitig den örtlichen, speziellen Gegebenheiten und den bisher schon vor Ort stattfindenden, vielerlei gelungenen Kooperationen Freiraum. Mit den gemeinsam erarbeit-eten Verbindlichkeiten für die Kooperationsplanung soll in Aalen ein neues Kapitel der Kooperation beider Bildungseinrichtungen aufgeschlagen werden.

Blick auf die Gäste aus Ellwangen und viele interessierte Teilnehmer
Übergang von der Tages-Einrichtung in die
Grundschule soll nun für jedes Kind gelingen

Es basiert auf folgenden gemeinsamen Überzeugungen:

  • Der Übergang von der Tageseinrichtung in die Grundschule soll für jedes Kind gelingen. Der Übergang soll nicht zum Bruch, sondern zur Brücke werden. Übergangssituationen sind dennoch immer auch Teile des Lebens. Dies kann und soll man auch nicht ersparen. Viel wichtiger ist es, dass die Kinder die Fähigkeiten erhalten, um damit umgehen, daran wachsen und sich weiter entwickeln zu können

  • Die wichtigste Brücke zwischen Tageseinrichtung und Schule schafft die gemeinsame Sichtweise hinsichtlich des Bildungsverständnisses und darüber, wie Kinder lernen und wie sie beide Professionen dabei am wirkungsvollsten unter-stützen können

  • Tageseinrichtungen und Schule haben daher die gemein-same Aufgabe, die Gesamtpersönlichkeit des Kindes, seine Selbstständigkeit sowie den Aufbau tragfähiger sozialer Beziehungen zu fördern

  • Schulisches Lernen baut auf die gesamte Breite der Bild-ungsarbeit im Kindergarten auf.

  • Daraus ergibt sich eine Bildungs- und Erziehungspart-nerschaft zwischen pädagogischen Fachkräften und Eltern. Eltern sind Experten für ihre Kinder. Erwartungen der Eltern im Hinblick auf das Kind werden ermittelt und gemeinsam bedacht. Der vertrauensvollen, kooperativen Zusammenarbeit mit den Eltern unter Wahrung vertraulicher Daten im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen kommt daher ganz besondere Bedeutung zu.

  • Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Kindergarten soll bis zum Ende des ersten Schuljahres des Kindes reichen, die Kontakte von Schulkindern zur Tageseinrichtung werden weiterhin gefördert. Beide Professionen begegnen sich auf Augenhöhe mit gegenseitiger Wertschätzung der eigenen Fachlichkeit. Die Aufgaben beider Institutionen unterscheiden sich nur dadurch, dass sie Kinder in verschiedenen Entwickl-ungsphasen begleiten und unterstützen

  • Die beiderseitige pädagogische Arbeit wird transparent ge-macht

  • Vor den Sommerferien entsteht ein gemeinsam entwickelter, verbindlicher, jeweils zu aktualisieren der Kooperationsplan.

Im "Weststadt-Zentrum" wurde gemeinsame
Kooperationspioniergeschichte geschrieben

In Aalen im Weststadtzentrum wurde gemeinsam die Pionierge-schichte in der Kooperationsplanung zwischen Schulen und Kinder-gärten erstmals geschrieben. Schon alleine die Veranstalter hatten sich im Vorfeld kooperativ verhalten: Staatliches Schulamt Göpping-en, Evangelische und Katholische Kindergarten-Fachberatung, Geschäftsführende Schulleitung Aalen und das Amt für Soziales und Jugend der Stadt Aalen.

"Kinder richtig wichtig": Das Motto des Sozialamtes der Stadt Aalen.
Am Ende gab es noch frische Butterbrezeln und Gespräche, die deutlich machten, dass Gemeinsamkeiten der Erziehung und Bild-ung allen Kindern im Kinderland Baden-Württemberg aber auch auf der Ostalb und in Aalen zugute kommt. Ein dickes Komplement galt von den Gästen und der AIZ auch den Gastgebern: Veranstaltung war super vorbereitet und betreut worden.DG
Die Rahmen-Richtlinien für die Kooperations-Praxis