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"Es ist wichtig dass
wir uns über die Scholle unterhalten":
14. Zentraler Pflanzenbautag in Oberalfingen:
"Der Ostalbboden ist auch nicht vermehrbar"
Im Zentrum stand „der Boden" als die
landwirtschaftliche Pro-
duktionsgrundlage - Professorin beeindruckte auch Jugend

Der
Pflanzenbau-Papst der Ostalb geht nächstes Jahr in den Ruhe-stand und
verlässt nicht ganz freiwillig die Bühne: Karl-Johann van Eeck hat viel
Herzblut für die Pflanzenbauer der Ostalb investiert und hinterlässt ein
bestelltes Feld in Blüte. AIZ-Fotos: Dieter Geissbauer
Aalen-Oberalfingen. Der
14. Zentraler Pflanzenbautag im Ostalbkreis 2011 des
Geschäftsbereiches Landwirtschaft
des Ost-albkreises fand in Zusammenarbeit mit dem Verein
Landwirt-schaftlicher Fachbildung am Donnerstag, 17. Februar 2011 ab 9:30 Uhr
traditionell im Gasthaus „Kellerhaus" in Aalen-Oberalfingen statt.
Karl-Johann van Eck sah sich zu Beginn dazu verpflichtet nach 13 Jahren und
bevorstehendem Ruhestand im Geschäftsbereich Landwirtschaft
(Ellwangen) auch einen dringenden Appell an die jungen
Landwirtschaftsschüler zu richten:

"Auch der Boden auf der Ostalb nicht nicht
vermehrbar. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns über die Ostalb-Scholle
unterhalten und über die Frage, lohnt es sich noch oder doch nicht die
Bodenbewirtschaftung?"

Zwar gäbe es derzeit auf dem Markt "noch Preise welche die Fruchttafel im
Lebensmittel-Bereich positiv prägen kann und positive Signale gesendet
werden - allerdings nicht nur im ökologischen Anbau.

Jugend
formiert sich: Auch sie will die Mais-Wüsten nicht erhalten.
Ein weiteres Problem sei "ob mehr Mais angebaut werden darf oder vielleicht
doch nicht? Denn das heutige Landschaftsbild stimmt mit den Mais-Wüsten
nicht mehr!" Außerdem müsse man sich auf die "Fruchtfolgen und die
Erosion stärker konzentrieren". Das sei das Thema welches gerade auf der
Ostalb in den Vordergrund gestellt werden müsse. "Nachhaltig, ökologisch und
wirtschaftliche Produk-tion" werde immer wichtiger.

Umfangreiche
Broschüren und Tipps wurden wieder ausgegeben.
Die Landwirtschaftsschüler hören dann ebenso wie die älteren Kollegen der
Ostalb-Landwirtschaft (etwa mehr als hundert) den im Zentrum der
ganztägigen Veranstaltung stehende Vortrag
„der Boden als die landwirtschaftliche Produktionsgrundlage" von Professor Dr.
Carola Pekrun von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen -
Geislingen. Sie hatte sich am Vormittag zunächst eingehend mit der Sicherung
einer nachhaltigen Bodenfruchtbarkeit sowie Bodengesundheit bei zunehmend
engeren Fruchtfolgen befasst.

Stark
vertreten war wieder (verpflichtend) auch die Landwirtschaftli-che Jugend
die trotz Pflicht das Kommen wieder nicht bereut hat.
Die Professorin plädierte eindringlich für den erhalt der Bodenfruchtbarkeit
"weil die Bodenfruchtbarkeit kaum merkbar aber ständig abnimmt".
Professorin Pekrun wörtlich: "Die Bodenfrucht-barkeit ist uns von Gott
gegeben" und selbst das Klima und die Ausrichtung der Sonne bestimme den
PH-Wert und damit die Bodenfruchtbarkeit mit. Der Humus und der
Nährstoffgehalt sei die sichere Zukunft und Grundlage der Produzenten. Es
sei richtig uim eine Absinkung des PH-Wertes im Boden kräftig zu "kalken".

Ja Frau
Professorin (li.): Sie haben den Pflanzenbautag 2011 geprägt
Anschließend hat dann ein Vertreter des
Geschäftsbereiches Landwirtschaft aktuelle Vorgaben zur
Flächenbewirtschaftung in den Bereichen Bodenschutz, Düngung und
Pflanzenschutz erläutert. Auch hier zeigte sich vor allem die Landjugend als
aufmerksame zuhörer, obwohl die alle nicht freiwillig am Zentralen
Pflanzenbautag teilnahmen, sondern von der Landwirtschaftsschule
"verpflichtet" wurden. Dennoch haben sie ihre Teilnahme nicht bereut.

Die
Ostalb-Pflanzenbauern haben wieder vieles neu dazu gelernt.
Am Nachmittag referierte Dr. Markus Böckelmann, öffentlich best-ellter und
vereidigter Sachverständiger der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
aus Münster über die Sorgfaltspflicht bei der Lagerung und Konservierung von
Feldfrüchten unter dem Blickwinkel der EU-Lebens- und
Futtermittelhygiene-Verordnung. Er hatte in seinem Vortrag auch
kostengünstige technische Lösungen vorgestellt. Hintergrund für dieses
Thema war die im Jahr 2010 unter zum Teil schwierigsten
Witterungsverhältnissen eingebrachte Ernte.

Eine 14 Jahre
lange Zeit geht mit Karl-Johann van Eeck vom Land-wirtschaftsamt in
Ellwangen zu Ende: Der "Pflanzenbau-Papst der Ostalb" geht in den Ruhestand
und die Jugend trauert deshalb auch.
Abschließend hatte sich Dr. Matthias Wendland vom Institut für
Agrarökologie, Ökologischer Landbau und Bodenschutz, München-Freising mit
der effizienten und ökologisch verträglichen Verwertung von Gärrückständen
und Wirtschaftsdüngern insgesamt und deren Auswirkungen auf Boden und
Kulturpflanze befasst und den vielen Gästen wichtige Tipps gegeben.
Dieter Geissbauer

Groß war das Interesse der
Pflanzenbauern der Ostalb an Tagung.

Karl-Johann van Eck begrüßte wie
immer in voller Hochachtung und Würde die Zentral-Referentin Professorin Dr.
Carola Pekrun (links).

Der Gasthof "Kellerhaus" hat sich
als zentraler Tagungsort bewährt.

Viele Pflanzenbauern der Ostalb
kamen und sagten viel Wissen auf.

Die Frau Professorin Pekrun bei
ihrem Vortrag mit Super-Note 1,0.
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