"Ordenspräsidenten trugen zum besseren Miteinander bei":
Späte Ehre für Dr. Diethelm Winter (Synago-
ge Oberdorf) u. Lotte Maria Rodi aus Gmünd
Minister Peter Friedrich zum Ehrenamt: Die Staufermedaille
für Versöhnung, Völkerverständigung und Vergangenheit"


Gruppenfoto mit Minister Peter Friedrich (vordere Reihe M.), und den Ordenspräsidenten Werner Winter (hintere Reihe 1.v.l.), Klaus Riexinger (hinter Reihe 2.v.l.), Detlef Ernst (hintere Reihe M.), Dr. Diethelm Winter (hintere Reihe 2.v.r.), Helmut Mehrer (hintere Reihe 1.v.r.), Gerhard Laier (vordere Reihe 1.v.l.), Hildegard Neulen-Hüttemann (vordere Reihe 2.v.l.), Lotte Rodi (vordere Reihe 2.v.r.) und Rainer Groh (vordere Reihe)   AIZ-Foto: Staatsministerium BW Aalen/Bopfingen/Gmünd. Der Zusammenhalt unserer Bürg-erschaft, in den Kommunen, in Deutschland aber auch in Europa insgesamt hängt ganz entscheidend von Menschen wie den heute Geehrten ab. Mit ihrem Engagement leisteten und leisten sie einen unschätzbaren Beitrag dafür, dass es in unserer Gesellschaft nicht nur ein Nebeneinander, sondern auch ein gutes Miteinander gibt“, sagte der Minister für Bundesrat Europa und internationale Angelegenheiten Peter Friedrich am Dienstag (1. Dezember 2015) in Stuttgart anlässlich der Verleihung von neun Staufermedaillen an ehren-amtlich Engagierte aus dem Bereich „Versöhnung, Vergangenheitsbewältigung, Völkerverständigung – Frieden in Europa“.

Solidarität, Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft seien Dinge, die man nicht von oben herab verordnen könne, sondern die von unten wachsen und weitergegeben werden, sagte Friedrich. „Dabei engagieren sich die Geehrten in einem Bereich, der nicht nur in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg oder während des Kalten Kriegs, sondern gerade in den vergangenen Jahren und Monaten wichtig für das Verständnis der Menschen untereinander ist – nämlich im Bereich der Versöhnung und der Völkerverständigung.“

Baden-Württemberg könne sehr stolz auf das vielfältige ehrenamtliche Engagement der Menschen im Land sein, so Minister Peter Friedrich. „Wir möchten uns aber nicht darauf ausruhen, sondern sehen uns auch in der Pflicht, möglichst gute Rahmenbedingungen auf allen Ebenen zu schaffen, damit ehrenamtliches Engagement gedeihen kann.“

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Die neuen Ordenspräsitdendenten der Ostalb: Rodi, Lotte Maria Friederike Schwäbisch Gmünd: Lotte Maria Friederike Rodi wird für ihren Einsatz gegen Gewalt und für Frieden während der Zeit des Kalten Krieges geehrt. Geprägt von der Vertreibung und Flucht aus dem damaligen Sudetenland gründete Rodi 1981 die Christliche Arbeitsgemeinschaft Frieden und arbeitete 25 Jahre als Mitglied im Kirchengemeinderat in Schwäbisch Gmünd mit.

Die Stadt Schwäbisch Gmünd und die Region waren während des NATO-Doppelbeschlusses betroffen von der Stationierung der Pershing-II-Raketen. Bei den Demonstrationen im Vorfeld und in der Zeit nach der Stationierung der Raketen war Rodi immer um Gewaltlosigkeit und Aufklärung bedacht. Seit 1988 hat sie den Vorsitz des Vereins Friedens- und Begegnungsstätte Mutlangen inne. Im Rahmen dessen engagiert sich Lotte Maria Friederike Rodi bis heute für die Abschaffung von Atomwaffen und für den Frieden.

Dr. Winter, Diethelm, Stuttgart/Oberdorf: Ex-Landrat Dr. Diethelm Winter gründete den Trägerverein ehemalige Synagoge Oberdorf und war 25 Jahre lang dessen Vorsitzender. Dank vieler Spenden an den Verein gelang es Dr. Winter die Synagoge im heutigen Bopfingen zu erwerben und sie 1993 als Gedenk- und Begegnungsstätte zu eröffnen. Hierzu lud er viele Angehörige ehemaliger Oberdorfer Juden aus den USA, Israel und Großbritannien ein. Dank der intensiven Forschungsarbeit des Trägervereins von Dr. Winter wurde in Oberdorf ein Museum zur Geschichte der Juden im Ostalbkreis eingerichtet und 1997 eine Dauerausstellung eröffnet.

Dr. Winter war Initiator zahlreicher Lesungen, Vorträge, Konzerte und Ausstellungen in der Oberdorfer Synagoge. Für die Herausgabe eines Museumskatalogs über die Geschichte der Juden in Ostwürttemberg warb Dr. Diethelm Winter erfolgreich zahlreiche Sponsoren. Weitere Höhepunkte seines Wirkens waren die Einweihung zweier Gedenkplatten und des Ewigen Lichts für eine jüdische Familie.