CANNABIS: Ein Problem auch im Ostalbkreis

Anlässlich WM 2006 wichtige Präventions-Aktionen versäumt:"
Suchtbeauftragter Berthold Weiß fordert den
Führerschein-Entzug ab 0,1 Promille Alkohol
Landrat Pavel: "Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist dann kommen sie zu mir: Aber da kann ich auch nicht helfen"

Aalen.
Bundesweit forderte bei der Cannabis-Pressekonferenz im Aalener Landratsamt am Montag 24. Juli 2006 der Suchtbeauftragte des Ostalbkreises Berthold Weiß die Einführung der 0,0-Promille-Grenze und erhielt fr diese Forderung keinerlei Widerspruch des Leitenden Oberstaatsanwaltes Dr. Uwe Schlösser (Staatsanwaltschaft Ell-wangen) oder seines Chefs Landrat Klaus Pavel. Im Gegenteil: Die Fest-stellung und Begründung von Berthold Weiß "anlässlich der WM 2006 sind Unmengen von Alkohol gerade auch bei den Jugendlichen geflossen und deshalb ist bundesweit ein Führer-schein-Entzug ab 0,01 Promille Alkohol notwendig" ließ sogar Landrat Pavel ins Grübeln und zum dem Eingeständnis kommen:

 

Leitender Oberstaatsanwalt Schlösser von SA Ellwangen:
"Viele Jugendliche übersehen dass schon
allein der Besitz von Cannabis strafbar ist!"

Bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafen - Landrat Klaus Pavel: "Bin
fassungslos darüber dass Cannabis bei uns ein Problem ist"

Aalen.
"Der Cannabis-Konsum hier bei uns im Ostalbkreis bereitet mir große Sorgen. Der Anstieg ist daher zu erklären, weil über Cannabis noch nicht genügend öffentlich diskutiert wurde. Dabei geht es uns bei unserer neuen Aufklärungs-Aktion ausschlie0-lich um die Führerscheine der Ostälb-ler und die Gefahren durch Cannabis: Ich bin aber auch fassungslos darüber, dass Cannabis bei uns ein Problem ist" sagte Landrat Klaus Pavel zu Beginn der Pressekonferenz im Landratsamt zum Thema Cannabis. "Zwei bis drei Millionen vor allem Jugendliche betäuben sich mit dieser illegalen Droge und ein Drittel der 16- bis 18-jährigen Jugendlichen gestehen ein schon einmal Cannabis genommen zu haben und das nur weil sie im Freundeskreis her-ausragen wollen.
"

 

In Ausnahmefällen lebenslänglicher Feiheits-Entzug möglich:
Wenn was wegen Cannabis-Einfluss passiert
bis zu 5 Jahren Gefängnis ohne Bewährung

Kein Grenzwert ab dem bei Drogen eine absolute Fahrun-
tüchtigkeit angenommen wird: Die Ausfall-Erscheinungen

Aalen. Leitender Oberstaatsanwalt Dr. Uwe Schlösser machte bei der Ca-nnabis-Pressekonferenz deutlich, dass Einnahme von Cannabis schwerwie-gende Folgen hat: Im Wiederholungsfall droht ein Bußgeld in doppelter Höhe. Leitender Oberstaatsanwalt Schlöss-er: "Das Strafmaß reicht - wenn was passiert - von einem Jahr bis zu fünf Jahren ohne Bewährung auch bei der Erstverurteilung!". Schlösser machte auch deutlich, dass es im Gegensatz zur Promille-Bestimmung des Alkoholes im Blut heutzutage leider noch keine exakte Möglichkeit gibt festzustellen wie viel Cannabis (billiger als die Droge Alkohol) eingenommen worden ist. Aber die Einnahme von Cannabis sei schlimm genug und werde strafrechtlich konsequent verfolgt.

 

Leiterin der Führerscheinstelle des Ostalbkreises berichtet:
"Eigentlich können alle ihren Lappen zurück
verlangen: 6 Monate Abstinenz nachweisen"

Landrat Pavel: Führerschein-Verlust hat schwerwiegende
Folgen und führt sehr oft zum Verlust des Arbeitsplatzes"

Aalen.
Die Führerscheinstelle des Landratsamts Ostalbkreis mldet mit rund 1.000 einer deutlich erhöhte Zahl an Entzügen der fahrerlaubnis. Schuld daran sei nicht nur der Alkohol sondern auch die illegale Droge Cannabis, berichtete bei der Cannabis-Pressekonfenz die Lei-terin des Geschäftsbereiches Führe-scheinstelle Tanja Oestreich (rechts) und überraschte die Presseleute und ihren Chef Landrat Klaus Pavel mit der Feststellung, dass bei der schriftlichen Einforderung zur Abgabe des Führerscheins viele unterschiedlich reagieren: Die einen geben den Lappen einsichtig und problemlos ab und den anderen sei zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht klar was sie angestellt haben und dass sie im Verkehr nicht nur sich sondern auch Unschuldige massiv gefährdet haben.

 

2. Halbjahresbilanz 2006 der Polizeidirektion Aalen:
210 Kraftfahrer im Ostalbkreis unter Drogen-einfluss geschnappt: "197 x illegale Drogen"
Die Droge gelangt als Cannabis-Harz in gepresster Form
(Haschisch) oder in getrockneter Form (Marihuana) in Handel

Aalen.
Im Rahmen der Verkehrs-überwachungsmaßnahmen wurden im ersten Halbjahr 2006 im Ostalbkreis insgesamt 210 Kraftfahrer angetroffen, bei denen der Verdacht einer Drogenbeeinflussung vorlag. In 197 Fällen konnten in den untersuchten Blutproben Rückstände von illegalen Drogen nachgewiesen werden. Deshalb wurden gegen 12 Kraftfahr-zeugführer Ermittlungsverfahren wegen Straßenverkehrsgefährdung bzw. aufgrund der festgestellten relativen Fahruntüchtigkeit wegen eines Vergehens gemäß § 316 StGB (Trunkenheit im Verkehr) eingeleitet und gegen 185 Betroffene Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen den Bußgeldstellen vorgelegt.