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Bereits jetzt schon auf
Schwäbischer Alb heimisch geworden?
Vielleicht lässt er sich auch auf Ostalb blick-
en:
"Sender-Halsband" für den
2. BW-Luchs
Naturschutzminister Bonde: "Friedl
lieferte 1 Jahr spannende
Erkenntnisse über die Wanderungen in Baden-Württemberg"

Ausgesetzt wurde der 2. BW-Luchs "Friedl". AIZ-Fotos: Ministerium
Aalen. Der zweiter Luchs im Land wurde mit Senderhalsband
ausgestattet und es bleibt die Frage offen, ob er sich auch auf der Ostalb
eines Tages zeigt? Luchs Friedl lieferte ein Jahr spannende
Erkenntnisse über seine Wanderungen in Baden-Württemberg Naturschutzminister
Alexander Bonde: „Es ist wichtig, wissen-schaftlich abgesicherte
Erkenntnisse über den Luchs zu gewinnen“ Luchse gehören zu den seltensten
Tieren in Baden-Württemberg, die nur ab und an aus der benachbarten Schweiz
nach Baden-Württemberg kommen. „Seit einem Jahr streift der männliche Luchs
Friedl mit einem Senderhalsband durch Baden-Württemberg und liefert
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern spannende Er-kenntnisse über seine
Wanderschaft und somit wertvolle Einblicke in das Leben der seltenen
Pinselohren. Ziel ist es, so wissenschaftlich abgesicherte Erkenntnisse über
den Luchs zu gewinnen und diese unmittelbar an unsere Partnerinnen und
Partner aus Jagd und Nutztierhaltung weiterzugeben“, sagte
Naturschutzminister Alex-ander Bonde.

Das
Luchs-Halsband sendet und wann ist er in Ostwürttemberg?
Der Minister wies darauf hin, dass die Batterie des Halsbandes für ein gutes
Jahr reiche und bei Friedl nun kurz vor dem Erlöschen sei. Da eine geplante
erneute Besenderung von Luchs Friedl durch einen Tausch der Batterie nicht
erfolgreich war, hatte sich das Halsband am vergangenen Freitag durch einen
automatischen Mechanismus vom Tier gelöst, so der Minister. „Dem Team der
FVA gelang es jedoch in enger Kooperation mit den Jägerinnen und Jägern vor
Ort einen anderen Luchs in Oberschwaben zu fangen und mit einem Halsband
auszustatten“, sagte Bonde.
Dieser Luchs war einen Monat zuvor bereits von zwei Jägern beobachtet und
fotografiert worden. Auch bei diesem Tier handelt es sich um ein Männchen,
dessen Herkunft von dem für das Monitoring in der Schweiz zuständigen
Institut KORA für Raubtierökologie und Wildtiermanagement über die
individuelle Fleckenzeichnung des Fells abgeklärt werden konnte: Der Luchs
mit dem formalen Namen „B433“ wurde als Jungtier erstmals im Jahr 2014 in
den Schweizer Ostalpen nachgewiesen und im Juli 2015 bei seiner Abwanderung
im Kanton Thurgau fotografisch erfasst.
Männliche Luchse unternehmen gerade in der Paarungszeit zwis-chen Februar
und April weite Wanderungen auf der Suche nach weiblichen Tieren, die aber
bisher in Baden-Württemberg nicht nachgewiesen werden konnten. Die
Wissenschaftlerinnen und Wissen-schaftler gehen davon aus, dass die beiden
männlichen Tiere zwar Kontakt zueinander hatten, dass sie sich jedoch nicht
langfris-tig im gleichen Gebiet aufhalten werden. Die ersten Daten des
Halsbandes scheinen dies zu bestätigen: So ist der Luchs B433 nach seiner
Besenderung in Oberschwaben bereits über 20 Kilometer weiter in Richtung
Norden auf die Schwäbische Alb gezogen, während Friedl im Donautal unterwegs
ist.
Über die Bewegungen der Luchse werden die Partnerinnen und Partner aus Jagd
und Nutztierhaltung vor Ort durch die FVA informiert werden. Wertvolle
Erkenntnisse dank Senderhalsband „Luchs Friedl bot die bisher einmalige
Gelegenheit wissenschaftliche Fragen – beispielsweise zu Lebensräumen und
Wanderrouten – zu beantworten. Auch der neu besenderte Luchs wird den
Wissen-schaftlerinnen und Wissenschaftlern hoffentlich wertvolle Daten
liefern können“, sagte der Minister. Im Idealfall erfahre die FVA täg-lich
die Position des Luchses. „Einmal am Tag versucht sich das Halsband in das
Handynetz einzuwählen, um die erhobenen Daten per SMS zu verschicken. Diese
Informationen sind wichtig. Denn gemeinsam mit den zuständigen Jägerinnen
und Jägern suchen die Beschäftigten der FVA beispielsweise einige Tage
später dort nach Resten von Beutetieren, wo sich der Luchs längere Zeit
aufgehalten hat“, sagte Bonde. „Dabei wird großer Wert darauf gelegt, dass
das Tier nicht gestört wird“, erläuterte der Minister.
Hintergrundinformationen: Der Luchs Friedl war im April 2015 im Mittleren
Schwarzwald an einem seiner Beutetiere von einem Team der Forstlichen
Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württ-emberg (FVA) besendert worden.
Anhand eines Fellabgleiches und genetischer Analysen konnte nachgewiesen
werden, dass der junge Luchs aus dem Schweizer Jura zugewandert war. Friedl
blieb bis Mitte August im Schwarzwald, bevor er sich wieder auf
Wander-schaft quer durch das Land begab, vor den Toren Ulms stand und dann
entlang des Albtraufs ins Donautal zog. Das landesweite Luchsmonitoring wird
in enger Absprache mit der Arbeitsgruppe Luchs und Wolf durchgeführt, in der
Verbände aus Jagd, Landwirtschaft und Naturschutz vertreten sind.
Alle Verbände bitten darum, Luchshinweise möglichst rasch an die FVA unter
der Telefon-Nummer 0761/4018-274 zu melden. Die Arbeitsgruppe Luchs
besteht bereits seit 2004 (seit 2014 AG Luchs und Wolf) und behandelt alle
Fragen rund um den Luchs in Baden-Württemberg. Luchse gehören zu den
seltensten Tieren in Baden-Württemberg und sind streng geschützt. Bisher
wurden nur sehr wenige männliche Tiere nachgewiesen, die aus dem Schweizer
Jura und nun auch aus den Schweizer Alpen zugewandert waren und in aller
Regel schnell wieder verschwanden. Die heimlichen Katzen erreichen die Größe
eines Schäferhundes, stellen für Menschen aber keinerlei Gefahr dar.
Kommt es zu einer Begegnung, so zieht sich der Luchs zurück. Wenn sich
einzelne Luchse niederlassen, so nutzen sie immer noch äußerst große Flächen
von bis zu 300 Quadratkilometern. Dort erbeuten sie überwiegend Rehe.
Nutztiere fallen Luchsen äußerst selten zum Opfer. Kommt es zu einem solchen
Fall, so wird die/der Tierhalterin/Tierhalter aus einem Fonds entschädigt,
der von Verbän-den aus der AG Luchs und Wolf gespeist wird. Weitere
Informati-onen zum Luchs finden sich auf der Homepage der Arbeitsgruppe
Luchs unter
www.ag-luchs.de und unter
www.wildtiere-bw.de.
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